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Linda

Einige Zeit lang habe ich mit Schrecken der Schließung des Caniles Tortoli auf Sardinien entgegen gesehen. Schließung bedeutete hier, dass der Betrieb zwar weiter bestehen würde, es dem Verein STREUNERHerzen, der sich dort engagierte, nicht mehr erlaubt werden würde, weiterhin Hunde von dort zu vermitteln.

Es konnte zwar erreich werden, dass die Hunde, die bereits im Internet vorgestellt wurden, weiterhin dort herausgeholt werden dürften, doch für alle anderen heißt dies, dass die Tore des Caniles sich hinter ihnen schließen und sie keine Chance auf eine Vermittlung mehr haben würden.
Keine Gassigänge, keine medizinische Versorgung, abgesehen von ein paar Minuten im Auslauf, wenn die Zwinger gesäubert werden, den ganzen Tag im Zwinger... Dies ist die Zukunft der Hunde, die nun bis zu Ihrem Tod im Canile bleiben müssen... :-(

Zwar war bei uns der Gedanke, einen Zweithund aufzunehmen, immer mal wieder aufgetaucht, aber wir waren uns einig, dass es noch zu früh war, unser Rüde noch zu jung und oftmals unsicher.
Als sich die Tage dem Ende neigten und noch immer einige Kandidaten unvermittelt waren, habe ich kurzerhand eine E-Mail an die Streunerherzen geschickt.
Vielleicht wäre ein Pflegeplatz ja doch möglich?

Im Telefonat mit der zuständigen Vermittlerin wurden mir meine Sorgen schnell genommen. Wir waren uns einig, dass wir zwar für die verbliebenen Hunde nicht das richtige Zuhause waren, aber Petra hatte sofort zehn weitere Notfälle in petto, die dringend einen Pflegeplatz bräuchten.

Linda, das dünne Hundemädchen, stach mir sofort ins Auge, sie sah genauso witzig und windschnittig aus, wie unser Rüde.

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Also ging ich mit dem Foto in der Hand zu meinem Mann und konnte ihn sehr schnell für Linda begeistern.

Von da an ging alles super schnell. Ein paar weitere Telefonate, ein Fragebogen und eine Vorkontrolle, 10 Tage später schon der Flugtermin für Linda.

Am Flughafen wäre unser Glück beinahe noch gescheitert, da die Fluggesellschaft zu viele Hunde auf einen Flug gebucht hatte. Doch der Capitain machte eine Ausnahme, sodass mein Mädchen doch noch mit fliegen konnte. Um Mitternacht nahm ich Linda am Flughafen in München in Empfang, von wo aus wir noch 1,5 Stunden Fahrt bis zu uns nach Hause unternehmen mussten.

Die arme Maus war total verschüchtert, verstand sich aber auf Anhieb gut mit meinem Rüden, so dass wir um zwei Uhr nachts todmüde zusammen ins Bett fielen.

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Von diesem Tag an haben wir unglaublich viel mit Linda erlebt. Es war so schön zu sehen, wie sie sich Tag für Tag weiter entwickelte, wie sie immer mehr aus sich heraus kam und ihre großen Ängste überwand.

Ich hatte das Gefühl, dass sie mit jeder Erfahrung, um die sie reicher wurde, ein kleines bisschen an Selbstbewusstsein gewann. Immer öfter hat sie einfach die Zähne zusammen gebissen und sich tapfer durch eine Situation gebracht.

Das zarte Mädchen hatte so viel nachzuholen und ich war jedes Mal aufs Neue fasziniert, wie viel sie schaffen konnte, obwohl man ihr ansah, dass sie sichtlich mit ihrer Angst zu kämpfen hatte.

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Leider stellte sich in unserer gemeinsamen Zeit immer mehr heraus, dass wir, unser Alltag und auch unser Rüde, für die feine Hundedame viel zu turbulent sind, also haben wir nach und nach verstärkt nach einem passenden Zuhause für die süße Maus gesucht.

Am 21. September hatte ich dann schließlich das ausschlaggebende Gespräch, das alles für Lindas Zukunft in die Wege geleitet hatte. Eine befreundete Kollegin aus Bremen hatte sich über meinen Facebook Account in Linda verliebt und das, was ich über sie zu erzählen hatte, muss ziemlich genau auf Lenas Vorstellungen gepasst haben, denn nur zwei Wochen später zog mein Mädchen in ihr neues Zuhause.

Ich habe viel geweint, als ich sie gehen lassen musste und auch jetzt steigen mir wieder die Tränen in die Augen, aber ich freue mich riesig, wenn ich sehe, wie glücklich Linda (jetzt Malia) in ihrem neuen Zuhause ist, wie große Fortschritte sie macht und wie perfekt sie zu ihrer Familie passt!

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Alles in allem, auch wenn es wirklich schwer war die Kleine gehen zu lassen, war es eine der besten Entscheidungen meines Lebens, sie zu uns zu holen.

Es hat mir so viel zurückgegeben, zu sehen, wie sie von Tag zu Tag mehr aufgeblüht ist und ich werde bestimmt irgendwann, wenn mein Herz sich erholt hat, wieder die Pflegestelle für ein kleines Mädchen sein, das so gern die Welt entdecken und eine eigene Familie finden möchte.

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Jenny's neues Zuhause:

Durch den engen privaten Kontakt mit Jenny sah ich immer wieder die Fotos von Linda und war schon recht früh hin und weg von ihr.

Ihre süßen Knickohren. Die dunklen Augenbrauen, mit denen sie Blicke ziehen kann, da träumt jede Frau von. Doch immer hielt mich etwas zurück. Die damit verbundene Arbeit und Zeit.

Allerdings ging es irgendwann nicht mehr anders.
Ich habe Jenny direkt auf Linda angesprochen, und so kam der Stein ins Rollen.

Mein Mann wollte schon lange einen Hund, war es doch für ihn in dem Moment ein Rumhibbeln, ob ich nicht doch ja sagen werde. Jenny konnte meine Bedenken beseitigen und so hatten wir uns innerhalb eines Wochenendes entschlossen, einen Hund zu adoptieren.

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Nach einigen Telefonaten mit Jenny, Petra und auch einem Besuch der Vorkontrolle ging alles rasend schnell. Innerhalb von fünf Tagen war Linda bei uns. Eine Umstellung, die nicht besser sein könnte.

Ihre anfängliche Schüchternheit hatte sich schnell gelegt, sie kam kuscheln, spielen und weicht uns seitdem nicht mehr von der Seite. Seitdem geht es jeden Tag in kleinen Schritten weiter bergauf, die uns so wahnsinnig viel bedeuten, dass es sich keiner vorstellen kann.

Seit drei Wochen gehen wir in die Hundeschule. Sie mit den anderen Hunden toben zu sehen, lässt mein Herz aufblühen und ich freue mich jedes Mal, wie mein schüchternes Mädchen ankommt. Jedes Mal ein wenig mehr.

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Jetzt beginnt gerade der erste Winter und es ist toll, wie sie über die gefrorenen Felder hüpft und sich ihres Lebens über den Raureif freut.

Eine Namensänderung gab es auch, da meine Schwester auch Linda heißt. Inzwischen hört sie auf den Namen Malia.

Mit ihren mittlerweile 9 Monaten ist sie inzwischen sogar läufig, versteht sich mit unserer Katze und der Garten ist zum Spielparadies für sie geworden. Es ist einfach schön mit anzusehen, wie sie sich entwickelt und wir freuen uns über die nächsten Jahre, die wir gemeinsam mit ihr bestreiten können.

Und ich bin mir sicher, würden wir ein größeres Haus, mehr Zeit und mehr Garten zur Verfügung haben, wäre sie sicher nicht der einzige Hund, den wir aus einem anderen Land retten. Und man spürt, wie sie es uns dankt, jeden Tag.

03.12.2018

05.12.2018


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