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Pedro aus Mallorca

In den Osterferien 2003 machte ich wie fast jedes Jahr mit meiner Mutter und meinem Stiefvater Urlaub auf Mallorca. Da es zu dieses Zeit noch nicht warm genug ist um am Strand zu liegen, haben wir uns ein Auto gemietet und die Insel erkundet.

An einem Tag, als wir eine Landsraße entlang fuhren, sagte meine Mutter plötzlich: ,, Oh guckt mal, da läuft eine Ziege am Straßenrand!"

Als wir näher kamen, stellte sich heraus, das es sich nicht um eine Ziege, sondern um einen kniehohen und völlig unterernährten Mischlingshund handelte. Wir haben das Auto dann am Straßenrand geparkt, und sind zu dem sichtlich erschöpften Hund gegangen, zunächst waren wir alle etwas vorsichtig, wir wussten ja nicht ob er beißt, oder sonst irgendetwas tut. Der Hund aber blieb ganz ruhig und lies sich von uns zum Auto führen und in den Kofferraum heben. Er trug kein Halsband, war klapperdünn und voller Zecken.

Er tat uns sehr leid, und wir haben ihn mitgenommen, während der Fahrt hörte man aus dem Kofferraum nur das Rascheln von Tüten und wie Pappe zerfetzt wurde. Unser neuer Schützling machte sich über das Katenfutter her, das wir für die Straßenkatzen gekauft hatten.

Wir sind zu einem spanischen Tierheim gekommen und haben beschlossen den Hund dort abzugeben, er brauchte schließlich medizinische Versorgung, Futter und Wasser. Er wurde in einen Zwinger gesperrt und wir durften fahren.

Den ganzen Tag über plagte meine Mutter und mich das schlechte Gewissen und Die Frage, ob wir das richtige getan hatten. Wir waren skeptisch und fuhren am nächsten Tag wieder zu dem Tierheim. Da es in Spanien ein Feiertag war, war kein Angestellter da, aber wir konnten durch den Zaun sehen, dass ,,unser" Hund der einzige zu der Zeit dort war und kein Futter, ja nicht einmal Wasser in seinem Zwinger stehen hatte.

Es wurde nicht lange überlegt, und mein Stiefvater kletterte über den Zaun und holte den Hund heraus, vorsichtig nahmen wir ihn auf der anderen Seite des Zaunes an und brachten ihn wieder zu uns ins Auto. In dem Mallorca-Magazin, dass wir im Auto hatten war die Adresse von SOS-Animal, einer Tierschutzorganisation mit vielen Deutschen Mitarbeitern auf Mallorca abgebildet.

So fuhren wir unser Hündchen dort hin, wo er sofort liebevoll aufgenommen wurde. Er musste gebadet werden, und viele Untersuchungen über sich ergehen lassen.

Bei einer Untersuchung stellte sich heraus, dass er leider Leishmaniose positiv ist, also wurde er noch kastriert, da unnötiger Streß bei dieser Krankheit vermieden werden sollte.

Wir besuchten ihn noch oft in der Tierschutzorganisation, unser Rückflug rückte jedoch immer näher.

Wir wollten ihn eigentlich mitnehmen, aber man sagte uns, er wäre noch nicht transportfähig, so übernahmen wir die Flugpatenschaft für einen anderen Hund und drei Katzen und verblieben so, dass wir Kontakt zu SOS-Animal und unserem Spanier halten werden, bis er transportfähig ist.

Wieder in Deutschland wurden wir zunächst einmal von unserem eigenen Hund freudig begrüßt, und es stellte sich die Frage, ob wir den spanischen Hund überhaupt behalten könnten, ob sich unser und nach sechs Jahren noch umgewöhnen würde und ob sie sich vertragen würden.

Meine Mutter war nicht sehr überzeugt davon und stellte schon Überlegungen an, wer ,,Pedro" , wie wir ihn getauft haben, noch aufnehmen könnte. Ich jedoch war zuversichtlich, dass meine Muter ihn zum Schluss doch behalten würde und ich war sehr froh darüber, durch die regelmäßigen Telefonate mit Spanien erfahren zu können, dass sich Pedro immer besser entwickelte.

An einem Sonntag sagten sie uns dann, dass sie Flugpaten hätten und Pedro in Zehn Tagen in Düsseldorf landen würde.

Am Freitag von Pedros Ankunft, waren wir alle sehr aufgeregt und alle, sogar unser kleiner Hund fuhren mit zum Flughafen um ihn abzuholen.

Noch am gleichen Abend gingen wir mit beiden Hunden spazieren und man konnte Pedro sofort ohne Leine laufen lassen. Unser John-Boy wirkte am Anfang, zwar etwas distanziert, aber nach einigen Tagen lagen die beiden schon kuschelnd nebeneinander, und meine Mutter hat nicht mehr einen Gedanken daran verschwendet ihn abzugeben.

Heute hat Pedro nichts mehr von einem klapperdürren Hund, er hat ordentlich zugenommen und alle äußerlichen Krankheitserscheinungen sind verschwunden.

Wir haben unglaublich viel spaß mit ihm und sind sehr froh, dass wir ihn haben.

© Lisa
 

17.12.2005

19.12.2005


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