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Mima

Vermittlungstext:

Mima, Rauhaar-Galga, kastriert, ca. 7-8 Jahre alt
 
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Hallo, ich bin die Mima, eine schon ältere aber dafür eine besonders hübsche Galga.

Das Leben in Spanien war sehr hart und ich habe kurz vor meiner Ankunft in Deutschland noch Welpen gross gezogen, was sehr anstrengend war, aber nun bin ich wieder voll bei Kräften, dank der guten Pflege hier.

In Spanien hatte ich auch einen Unfall der wahrscheinlich bei der Jagd passierte (so genau weiss ich das nicht mehr) … dabei brach ich mir ein Vorderbein und mein Herr kümmerte sich nicht drum …. Ist von selbst zusammen gewachsen und sehen kann man nichts, nur auf den Röntgenbildern die hier gemacht wurden. Wenn ich lange gelegen habe oder viel geflitzt bin (was ich noch sehr gerne mache und auch darf) humpel ich manchmal etwas und muss mich erst warm laufen, beginnende Arthrose sagt der Tierarzt.
 
Aber sonst bin ich gesund und munter, keine Mittelmeerkrankheiten und tolle Blutwerte!

Als ich nachdem mir meine Welpen weggenommen wurden bei meinen Pflegeltern ankam, wollte ich eigentlich gar nicht mehr leben… wollte nichts fressen, nichts trinken und mir war alles egal … aber ich merkte schnell – Hey! Die wollen mir nichts tun … die meinen es gut mit mir – und schnell wachte ich aus meinem Albtraum auf und freue mich jetzt meines Lebens J
 
Immer wenn Pflegefrauchen oder Pflegepapa reinkommen machen ich einen Freudentanz … ich glaub die mögen das – auf jeden Fall bring ich sie damit zum Lachen J
 
Kleine Kinder mag ich auch – hier lebt so was. Junge nennt sich das und ist noch ein Welpe…. Manman … bei den Menschen dauert das ja ewig 5 Jahre ist er alt und immer noch Welpe … naja egal ich mag ihn jedenfalls sehr.
 
Was ich auch noch mag sind meine Artgenossen .. hier leben sogar noch 7 andere Hunde – ganz so viele müssen es aber in meinem neuen Zuhause nicht sein …. Der Run auf das beste Sofaplätzchen ist mir auf Dauer echt zu anstrengend J … aber so zum ankuscheln wäre ich einem Hundepartner nicht abgeneigt was aber jetzt keine Bedingung sein soll …. Nicht dass Sie jetzt meinen ich wäre ne eingebildete Zicke J
 
Ach ja … meine Gassirunden liebe ich und meine Pflegeeltern finden das ganz ganz toll dass ich meine Geschäfte alle draussen mache – Hey mal ehrlich … wo sollte ich das denn sonst machen ????
 
An der Leine laufe ich vorbildlich – bin ja auch ne echte Lady …. An einer stark befahrenen Strasse entlanglaufen kann mich auch nicht schocken – es gibt schlimmeres J
 
Alles in allem bin ich eine Galga mit Lebenserfahrung und auf der Suche nach lieben Menschen.

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Am 1. November 2008 brachte uns die Pflegefamilie von Mima (geschätzte 6-jährige Galga) die Hündin nach Hause. Wir hatten uns entschlossen einen Zweithund zu Karlchen (9- jähriger Foxl) den wir Anfang 2008 auch über den Tierschutz bekamen, zu uns zu nehmen. Wir hofften ihn damit mehr in die Gänge zu kriegen, da er ein bisschen zu träge war.

Aber jetzt übernimmt die Mima:

Viel Schönes kann ich über meine ersten Jahre in Spanien nicht erzählen. Jagen, Kleine großziehen, Prügel einstecken, nix Anständiges zum Futtern, ne Luftgewehrkugel abbekommen, aber ihr wisst bestimmt schon wie wir in Spanien gehalten werden. Ich sah daher keinen anderen Ausweg als auszureißen.

Tierschützer haben mich dann in Madrid mit meinen Kleinen eingefangen, als dann eine Pflegefamilie in Deutschland für mich gefunden war, hatte ich mein erstes richtiges Zuhause. Andere Hunde mit denen ich mich gut verstand, die mir beibrachten wie ich mich in einem Haus zu benehmen habe. Ein kleiner Junge war auch da, mit dem hatte ich auch nie Probleme.

Als es mir da gerade angefangen hat zu gefallen, ging’s wieder auf große Fahrt. 300 km nach Westen, ich hab mir da schon meine Gedanken gemacht. Wo bringen die mich hin? Ich habe gezittert wie Espenlaub beim Hineingehen in ein Haus das ich nicht kannte.

Gut meine Leute waren dabei, aber da waren noch ein Mann und eine Frau die ich nicht kannte.

Dem anderen Vierbeiner habe ich, sofort als ich mich ein wenig beruhigt hatte, seinen Stammplatz auf dem Sofa geklaut. Waren ja noch genug andere Plätze für ihn da. Dann gingen meine Leute und ich musste bei diesen Fremden bleiben. Ich habe denen schon gezeigt dass sie mich überzeugen mussten, dass da mein neues Zuhause war.

Ich hatte soviel Angst, dass ich mich nicht zu meinem Wassernapf getraut habe und mit dem Essen habe ich mich anfangs auch schwer getan. Ich hatte immer wieder Angst vertrieben zu werden.

Mit der Zeit merkte ich dass mir da keiner was tut und dass wir zwei Vierbeiner bekocht werden und mit vielen Extra-Leckerlis verwöhnt werden.

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Mit dem Gassigehen klappt auch ganz gut, ich habe ja mein ausbruchsicheres Windhundhalsband gekriegt. Mit Leuten, denen wir begegnen, bin ich noch vorsichtig. Man weiß ja nie, obwohl Karlchen mir immer sagt, hier tut dir keiner was.

Verschiedene Geräusche, wie manche Busse die mich an Spanien erinnern, machen mir noch immer Angst, sodass ich zur Seite springe. Mit Kindern hab ich es auch so nicht ganz, wenn die mir mit ihren Bällen zu nah kommen, behagt das mir auch nicht. Aber ich denke meine Leute merken dass ich mir alle Mühe gebe ihnen zu gefallen.

Meine Mutti hat es nach zwei Wochen geschafft dass ich Treppen steige. Ich wusste nicht dass da noch ein Sofa steht, und dann noch das Bett das so gut nach den beiden riecht. Sonst hätte ich meine Angst schon viel eher besiegt.

Sonntag 5.07.2009

Mir war schon die letzten zwei Wochen so komisch. Es ist furchtbar heiß draußen und die Erdgerüche erinnern mich wieder an Spanien. Dann ziehe ich mich lieber zurück und versuche mich zu beruhigen.

Am Wochenende dürfen wir des öfteren Auto fahren, was uns beiden riesig Spaß macht und im Anschluss erkunden wir neue Gegenden. Als Papa am Nachmittag wegfährt, hatten wir eigentlich gehofft es würde auf große Fahrt gehen, aber wir bleiben bei Mama.

Die geht mit uns gegen 18h00 in Richtung Wald, wo ich mich pudelwohl fühle, da wir da selten Leute begegnen. Wir müssen noch an einem Haus vorbei, wo viele Leute sich draußen aufhalten und ziemlich viel Lärm machen. Die haben auch eine Fellnase, einen Cocker.

Und da passiert es auch schon, der Cocker ist nicht angeleint und hat uns bemerkt. Da seine Leute abgelenkt sind, nutzt er die Gelegenheit und will zu uns auf die andere Straßenseite. Das Auto hat keine Chance zu reagieren und erfasst den Hund. Der Schrei des Hundes und das Brüllen all dieser Leute. Ich bekomme Angst um mein Leben. Mama sieht nur noch wie ich mich aus meinem Windhundhalsband winde und mich in den Wald rette. Ich renne nur noch, weg von den Menschen.

So jetzt lasse ich Mama erzählen, was dann genau passierte:

Ich stehe jetzt da mit Karlchen und mit zweiter Leine und leerem Halsband dran. Mein schlimmster Alptraum ist wahr geworden. Man liest so oft Geschichten in denen extrem ängstliche Hunde weglaufen und sich nicht mehr einfangen lassen.

Ich wusste, dass ich in der Gegend bleiben musste, wo sie fortgelaufen war. Leute aus unserem Dorf boten Ihre Hilfe an, aber ich wusste nicht wie sie mir helfen sollten. Die Mima würde sich von niemand anfassen lassen und auch mit Leckerlis ist sie in der Verfassung nicht zu bestechen.

Ich erinnere mich noch sehr gut, dass sie am ersten Tag bei uns sich nicht an ihren Wassernapf getraut hat und auch heute noch, wenn Besuch da ist, sie nicht in deren Gegenwart frisst. Ich habe dann sofort meinem Mann Bescheid gegeben, der sich dann mit unserem Wagen auf die Suche begeben hat. Nach einer Stunde ohne Erfolg, hatte ein junges Paar die Idee Flyer mit Fotos, einer Beschreibung von Mima und unseren Telefonnummern zu verteilen. Dieses nette Ehepaar ist über Stunden in unserer Gemeinde herumgefahren, hat den Leuten erzählt was passiert war und die Flyer in die Briefkästen verteilt. Das war eine sehr schöne Erfahrung dass Fremde sich so für eine verloren gegangenes Tier einsetzen.

Ich hatte keine große Hoffnung dass das was bringen könnte. Irgendwie konnte ich mir nur vorstellen, dass Mima sich in der Dämmerung raus trauen würde, da dann nicht mehr so viele Leute draußen sind. Und endlich gegen 22h00: zwei Telefonanrufe. Sie war von Nachbarn gesehen worden, sie lief in den Wiesen hinter den Häusern unseres Dorfes. Sie kennt diese Gegend ja sehr gut, da wir dort sehr oft spazieren gehen.

Sie hat dann auf mein Rufen reagiert und ich kann nicht beschreiben, wie glücklich ich war, als sie auf mich zukam und ich sie einfach in die Arme schließen konnte. Mein Mann kam dann mit dem Wagen und wir haben sie nach Hause gebracht. Wir waren beide sehr erleichtert, zum Glück hatte sie keine körperlichen Schäden davon getragen.

Die Mima hat dann eine längere Zeit gebraucht, um ihre Ängste zu überwinden. Wir sind sehr glücklich dass sie zu diesem Zeitpunkt schon soviel Vertrauen in uns hatte so dass sie wieder zu uns nach Hause kam. Wir üben weiter daran ihr zu zeigen, dass auch andere Menschen ihr nichts Böses wollen und dass ihr in unserer Gegenwart nichts geschehen kann.

Sie hat die letzten Monate sehr große Fortschritte gemacht. Mit viel Geduld und Liebe ist sie nach jetzt fast einem Jahr endlich bei uns Zuhause angekommen, zusammen mit Karlchen fängt sie an ihr neues Leben in vollen Zügen zu genießen.

In den letzten Tagen hatte die Mima größere Probleme mit ihrem wieder zusammen gewachsenen Bein. Beim Laufen merkte man nichts, aber das Springen vom und aufs Sofa bez. Bett bereitete ihr grosse Schmerzen, die sie auch lauthals bekundete. Sie wurde dann von uns noch mehr betüttelt als sonst, was sie auch sehr genoss. Zur Unterstützung bekommt sie jetzt während der kalten Jahreszeit Grünlippmuschelextrakt und Hagebuttenschalen damit sie im Frühling wieder durchstarten kann.

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Das Fazit der Geschichte ist, dass Hunde wie Mima die jegliches Vertrauen in Menschen verloren haben, durchaus in der Lage sind, mit viel Liebe und Geduld, wieder Vertrauen aufzubauen.
 
Wir haben bis jetzt nie bereut Karlchen und Mima zu uns genommen zu haben, aber ich muss gestehen, dass wir sehr glücklich sind Unterstützung bei auftauchenden Problemen sowohl von unserer Tierärztin als auch von der Birgit Schmit vom Hundshuus  zu bekommen.

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15.12.2009

17.12.2009


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Oder einen Gutschein über einen Tierheimbesuch im neuen Jahr!

Niemals ein Tier verschenken, ohne zuvor gefragt zu haben, ob es erwünscht ist!!
Eltern sollten sich immer bewußt sein, daß SIE die letztendliche Verantwortung für ein Tier haben und nicht das Kind - Egal ob Hund, Katze oder Meerschweinchen und egal, was man vorher sagt!!

Alles für Euer Tier! 

  

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