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Rocko

Mit dem Tod meines lieben Dobermannes  Gero im Jahr 2005, fing meine Geschichte um den Tierschutz an.

Im Jahr 2005 engagierte ich mich bei einem Projekt „Zaun für Polen“ und half Spenden zu organisieren um den Tieren dort das Leben ein wenig zu erleichtern.  Als ich sah, dass die Not bei uns im Muldental auch sehr groß ist, habe ich mit meiner Tierschutzarbeit im Tierschutzverein Muldental e.V. begonnen und Zaun für Polen nur noch im Internet beobachtet.

Nun wollte es der Zufall dass Martina vom Verein: „Mensch-und–Tier-zuliebe“ mit mir Kontakt aufnahm um eine liebe Dackelmixhündin und ihre Welpen zu übernehmen. Nach Rücksprache in unserem Verein und dem Tierheim habe ich die kleine Familie übernommen. So lernten wir uns kennen.

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Martina erzählte mir vom Projekt Zaun für Polen und dem „neuen Tierheim“ was dort entstanden ist.  Sie zeigte mir einige Fotos von dort. Als ich auf den Fotos einen völlig abgemagerten Dobermann sah, war es um mich geschehen.

Ich teilte Martina mit, dass ich den Dobermann in jedem Fall dort rausholen werde. Ich hatte ein Ziel und mobilisierte alle meine Kräfte.

Die vor Ort ansässige Teresa wurde informiert und leitete die notwendige Impfung und Ausstellen des EU Passes etc. ein. Mein furchtbarer und nie wieder gut zu machender Fehler beim Fertigmachen von Rocko war, dass ich es zugelassen habe ihn noch vor Ort kastrieren zu lassen.

Liebe Tierfreunde, lasst nie ein Tier, was nur sich selber überlassen ist im Ausland kastrieren!  Davon ausgenommen sind sicher organisiertes kastrieren von Tierschutzorganisationen…, aber ohne Nachsorge der Tiere stelle ich persönlich auch das in Frage.

Ich war furchtbar aufgeregt wie ein kleines Kind als es am 20.10.2007 endlich losging. Nach 6 Stunden Fahrt endlich angekommen, konnte ich es gar nicht erwarten ins Tierheim zu fahren.

Eigentlich hatte ich geplant dort zu schlafen und wir wollten an dem Tag noch einige andere Projekte ansehen. Aber meine Unruhe wuchs. Martina merkte meine schreckliche Unruhe und plädierte dann doch gleich ins Tierheim zu fahren.

Dort angekommen bot sich ein Bild des Grauens. Nein nicht auf dem ersten Blick. Auf dem ersten Blick eine große grüne Anlage, große Zwinger.

Auf dem zweiten sah man dann, dass die Tiere die Wiese nur von weiten sehen dürfen, die Hütten sind nicht überdacht und einige Hundels hatten gar keine Hütte. 6 Hunde und eine Hütte. Das heißt 5 bleiben draußen, jeder Witterung ausgesetzt. Das sichere Todesurteil. Futter wird nur auf den Boden reingeworfen,  Beißereien an der Tagesordnung.

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Das Wasser war nur Regenwasser und roch schlecht. Nachdem ich erst mal Rotz und Wasser geheult habe suchte ich natürlich sofort MEINEN Dobi und spürten ihn gleich auf. Er kam und war ganz freundlich.

Die anderen Tierfreunde, kamen dann zu mir und sagten „nein ,Gudrun, der hier ist nicht vorbereitet, dahinten ist Dein Dobermann.“ Oje, das bedeutet für mich sofort, ich muss nochmal hierher und diesen Dobermann, Igor, auf jeden Fall auch noch zu holen, ich versprach es ihm.

Als ich dann Meinen  sah, konnte ich das Unglück kaum glauben. Der war mehr tot als lebendig.

Er hatte zwar den Luxus in einer nicht isolierten Hütte schlafen zu dürfen, aber er  versteckte sich ständig in der Hütte und holte sich das  Leckerli vom Zaun ab, wenn ich in ausreichendem Abstand vom Zwinger war.

Ich bat den Tierheimchef“ Rocko bitte in mein Auto zu laden (Eine große Box mit warmer Decke war vorbereitet). Als er Rocko aus dem Zwinger holte legte er ihm einen Maulkorb an. Rocko hatte furchtbare Panik vor ihm und pullerte unter  sich.

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Als der Tierheimchef Rocko brutal in mein Auto schmiss hatte ich das Gefühl dass er weinte.  Er verhedderte sich mit seinem Beinchen und der Typ ruppte an ihm herum.

Ich machte ihm sein Maulkorb ab und sah die Bescherung. Die Kastrationswunde war offen.  An der Pfote eine schwere Verletzung die blutete.

Ich habe noch nie so ängstliche Augen gesehen.

Als er im Auto war, war er erst mal in Sicherheit. Wenn ich doch nur schon über der Grenze wäre…

Ich hatte nur noch ein Ziel, weg hier und nach Hause. Wir haben zu Hause eine Dobermannhündin die sich mit keinem Tier dieser Welt verträgt. Es war aussichtslos zu versuchen, daß unsere Lissi sich mit ihm verträgt. Meine lieben Mithelfer im Tierheim haben mir zugesagt, daß ich Rocko sowie die Kettenhündin und ihre Babys ins Tierheim bringen kann. Ich versprach mich auch umgehend um eine Endstelle für ihn zu kümmern.

Die Kettenhündin und ihre Babys holte ich nach dem Tierheimbesuch noch ab und lud sie vorne in meinen kleinen VW Polo ein.

Unterwegs telefonierte ich mit meinem Mann und sagte ihm was ich für ein Bündel  Dobermann  in meinem Auto habe. Er gab mir glücklicherweise grünes Licht ihn erst mal mit nach Hause zu bringen (wir finden schon eine Lösung) Yippi ich muß den Dobi nicht im Tierheim lassen.

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Ich kam nachts um 24.00 Uhr im Tierheim an. Ricarde unsere Tierheimleiterin, wartete dort auf mich. Ich gab die Kettenhündin und ihre Babys ab und teilte ihr mit, daß der Dobi nicht ins Tierheim kommt. Bei aller Fürsorge und Futter, dieser Dobi brauchte mehr.

Als ich dann endlich um 1.00 Uhr zu Hause war, lag Rocko noch immer so im Auto wie er reingelegt wurde. Er hatte panische Angst auszusteigen.  Wir hoben den Käfig raus. Er konnte kaum stehen. Er schlief die erste Nacht in unserem Heizungsraum. Morgens der erste Spaziergang. Er konnte nicht mal pipi (mit Bein heben) da brach er zusammen.
 
Mit unserer Lissi war nicht zu machen, die war außer Rand und Band.

Nachdem Rocko  versorgt war, war erst mal Tierarzt angesagt. Er war dort ganz lieb. Alle Menschen schauten mich mitleidig an, als wenn ich ihn so zugerichtet habe. Nun ist er auch noch kupiert.

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Er konnte sich auch beim TA kaum auf den Beinen halten. Er bekam eine Tute um den Hals und einen Verband an seinem Beinchen sowie Antibiotika. Die Kastrationswunde war die reinste Katastrophe.

Er ist ca. 2 - 4 Jahre alt, keiner weiß es genau.

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Da mein Mann ohnehin die meiste Zeit im Büro verbringt, haben wir ihn erst mal in die Firma gebracht. Ist der Schuh nicht cool?
 
Er schlief den ganzen Tag und schleichte sich still in die Herzen.  Wenn  Männer  ins Büro kamen, verschwand er sofort unter dem Schreibtisch und lugte ängstlich hervor.

Nach einer Woche Firma, wo wir ihn jeden Abend zu Hause  vermisst haben, wagten wir ein Experiment. Wir gingen mit Beiden spazieren. Lissi tobte und war kaum zu bremsen. Wir dachten das wird nie…

Nach dem Spaziergang waren wir noch mutiger und ließen beide bei uns im Garten von der Leine.

Ein Wunder geschah, nachdem Lissi sich ausgetobt hatte und sie merkte, das Rocko ihr nichts tut war der Burgfrieden hergestellt.  Wir atmeten auf. Das war natürlich trügerisch.

Wir haben ein sehr schönes großes Firmengelände, draußen beim suchen nach gemeinsamen Feinden wie Mäusen waren sich beide einig. Man kann sogar mit einem Schuhchen buddeln;-)

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Ich habe vom“ Tierheim“ ein Video aufgenommen, als ich das in der Firma abspielte, setze sich Rocko hin und weinte laut wie ein Wolf. Ich kenne die Tiersprache nicht und konnte es nicht deuten. Ich vermute nur, dass er damit „schhlimmes verbindet“ Ich machte es auch gleich aus, dann war Ruhe….

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Ich hatte bei einigen Tierfreunden nachgefragt, wegen einer Vermittlung von Rocko. Mein Mann erstickte meine Vorhaben im Keime und teilte mir unmissverständlich mit,  dass  Rocko nun in der Firma  der Hund sei und keiner mehr ihn hergeben will.

Na toll, dachte ich mir, nur gut dass sie selber drauf gekommen sind, wehe wenn ich gefragt hätte ;-) (so manipuliert man Männer ;-))

Ist das Leben nicht schön? fragt sich Rocko. Ich habe mich dolle gefreut, als ich sah wie er sich im Gras wälzte. Nun muss bloß noch Lissi mitspielen. Bloß noch ? Das wäre ja zu schön.
 
Ich habe diesen Kerl ganz schön lieb.

In der folgenden Woche gab ein kurzes heftiges Beißen und wir mussten mit Beiden zum TA.

Wir haben das Gefühl das Lissi sehr eifersüchtig ist und haben uns im Umgang mit zwei Hunden beraten lassen, damit wir „als Rudelführer“ nicht noch allzu viele Fehler machen.

Toi, Toi toi, seitdem ist Ruhe. Wir müssen nur bestimmte Regeln einhalten.

Übrigens ist Rocko ein Monsterschmuser . Ich kann es nicht glauben wie man ein Tier so vernachlässigen kann.

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Rocko ist langsam zu Kräften gekommen. Er muss immer noch mindestens 5 Kilo zunehmen, aber er flitzt schon im Garten rum.

Mein Versprechen den anderen Dobermann, Igor, gegenüber, ihn dort rauszuholen, habe ich natürlich und selbstverständlich eingehalten.  Ich habe ihn am 03.11.07 geholt.

Ich durfte ihn erst mal in unser Tierheim (TSV Muldental) bringen, da Rocko ja nun ausfiel. ;-) Für ihn ist unser Tierheim ein vorläufiges Happy End.

Für diesen Schmusebär finden wir bestimmt auch bald ein zu Hause.

G. P.

14.12.2007

16.12.2007


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Oder einen Gutschein über einen Tierheimbesuch im neuen Jahr!

Niemals ein Tier verschenken, ohne zuvor gefragt zu haben, ob es erwünscht ist!!
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