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Sammy

Der Angsthund (ehemals Anton)

Unser Männlein sahen wir zum ersten Mal im Internet auf den Seiten der Dobermann- Nothilfe.

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Es war wirklich schlimm, was man diesem braunen Dobermann alles angetan hatte.
In der Beschreibung stand damals, dass er stark misshandelt worden war; er hatte Brandflecken am ganzen Körper und in den Ohren von Zigaretten, war bis auf die Knochen abgemagert und hatte Mangelerscheinungen.

Zudem hatte er in der Tierpension, vor der er angebunden gefunden worden war, einen Zwingerkoller bekommen und begonnen sich selbst zu zerbeißen.

Er gab wirklich ein Bild des Jammerns ab und er tat uns sehr leid. Aber gefallen hat er uns nicht. Nein, so einen Hund wollten wir nicht.

Von den Beschreibungen her passte aber irgendwie kein Hund zu dem, was wir eigentlich suchten und so ließen wir uns von der Vorsitzenden des Vereins überreden, ihn uns doch mal bei seiner Pflegestelle anzusehen.

Ich werde niemals vergessen, als wir ihn das erste Mal auf seiner Pflegestelle sahen, wie er ganz ängstlich unterm Küchentisch hervorgeschaut, vor lauter Aufregung unter sich gepullert und uns mit seinen wunderschönen bernsteinfarbenen Augen ganz ängstlich angesehen und uns verzaubert hat.

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Es hatte an diesem Tag einige Zeit gedauert bis wir ihn mit Leckerlis angelockt und wir ihn anfassen konnten.

Dreimal haben wir ihn auf seiner Pflegestelle besucht, waren hin- und hergerissen ihn zu nehmen oder nicht, haben das Dafür und Dagegen abgewogen und beim vierten Mal haben wir ihn mitgenommen.

Unser Sammy hatte am Anfang vor allem und jedem Angst.

Die Spaziergänge mit ihm waren das reinste Spießrutenlaufen. Ob Autos, Mülltonnen, wehende Fahnen, Sonnenschirme, er wollte einfach nur weg.
Kamen wir an einem Feld mit gelben Blumen vorbei und zwischendrin standen dann lilafarbene Blumen, erschreckte er sich und wollte weg.

Damals hat man uns oft mitleidig hinterher gesehen und wir wurden häufig gefragt, wo dieser Angsthund denn her käme. So nach und nach konnten wir seine diesbezüglichen Ängste mit einer guten Hundeschule abbauen und sein Selbstbewußtsein aufbauen.

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Was jedoch richtig tief und fest saß und teilweise noch sitzt, waren seine Ängste auf Knallgeräusche und der Geruch nach Feuer und Verbranntem. Das waren regelrechte Traumata.

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Wenn wir draußen im Feld waren und es fiel ein Schuss ist er panikartig heimgelaufen.
War er dann an der Leine hat er erst mal zitternd da gestanden, Schwanz eingeklemmt, gehetzter Blick, um dann im Anschluss nix wie wegrennen zu wollen und ich an der Leine hinterher.

Da wir in einer Weinanbauregion wohnen, waren  die Zeiten im Herbst, wenn überall Schussanlagen in den Weinbergen stehen, besonders schlimm. Das gleiche bei offenem Feuer und Rauch. Da müssen wir auch heute noch einen anderen Weg gehen, da geht er dann nicht vorbei.

Den Sammy haben wir im April 2003 zu uns geholt.
Mittlerweile ist er geschätzte 15 Jahre und durch seine altersbedingte Schwerhörigkeit haben sich die Ängste auf Knallgeräusche erledigt. Dieses Jahr an Silvester war er das erste Mal total entspannt. Er hat es nicht mitbekommen.

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Auch ist er mittlerweile dünn und wackelig auf seinen langen Beinchen geworden, aber er genießt nach wie vor seine Spaziergänge, rennt und hüpft dann in der Gegend rum. Wer den Sammy draußen sieht, glaubt nicht, dass er schon so alt ist. Anders sieht es natürlich aus, wenn er daheim von seinem Sessel aufsteht, das dauert.

Mit unserem Sammy haben wir einen ganz besonderen Schatz bekommen. Er ist von seinem Wesen her ein so sanfter, lieber Hund und er hat weder mit Menschen noch mit Artgenossen ein Problem.

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Oft denke ich an die Kommentare von einigen Bekannten zurück:

Wie könnt ihr euch einen Hund aus 2. Hand nehmen? Ihr, die ihr überhaupt keine Hundeerfahrung habt, da weiß man nicht, welche Macken er hat... etc. und dann noch einen Dobermann, einen Fund- Dobermann. Irgendwann wird er austicken und wir werden dann in der Bild-Zeitung lesen:
"Frau bekam von Dobermann halbes Gesicht weggebissen."

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Mein Rat:
Lasst euch nicht von den Vorurteilen anderer Menschen beeinflussen und gebt den Hunden aus den Tierheimen und von Tierschutzorganisationen eine Chance, sie haben es verdient.

11.12.2014

13.12.2014


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Oder einen Gutschein über einen Tierheimbesuch im neuen Jahr!

Niemals ein Tier verschenken, ohne zuvor gefragt zu haben, ob es erwünscht ist!!
Eltern sollten sich immer bewußt sein, daß SIE die letztendliche Verantwortung für ein Tier haben und nicht das Kind - Egal ob Hund, Katze oder Meerschweinchen und egal, was man vorher sagt!!

Alles für Euer Tier! 

  

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