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Fiona

Vergangenes Jahr im September mußten uns (meinen Mann und mich) zwei unserer Hunde altersbedingt und durch Krankheit leider verlassen. Einmal unsere geliebte Chefin Urmel und dann unser Wuschel-Westie Filou.

Urmel war ein Parson Jack Russell Terrier und ihr ganzes Leben lang die Chefin unserer Truppe. Sie war der Anlaß eine große Leidenschaft für den Parson Jack Russell zu entwickeln und mehrere davon zu halten.
 
Vor einigen Jahren starb unsere zweite Russellhündin. Obwohl wir bis dahin nur Second Hand-Hunde hatten, beschlossen wir diesmal einen jungen Hund vom Züchter zu kaufen. Nicht unbedingt ein Welpe weil unsere Hunde nicht mehr so jung waren.

Wir fanden ein Züchterpaar, das eine einjährige Hündin ab zu geben hatte und gleichzeitig fanden wir neue Freunde. Wir verstanden uns auf Anhieb mit den Züchtern und haben sie im Lauf der Jahre etliche Male besucht.
 
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Anfang des Jahres besuchten wir unsere Freunde und bei einem Kaffee sagte ich: "Also so langsam überlege ich gegen Ende des Jahres nach einem jungen Russell zu schauen."
 
Ein Moment des Schweigens folgte und dann meinte unser Freund: "Was ist denn mit dem kleinen Braun-Weißen?"

Dazu muß man wissen das eine der Hündinnen unserer Freunde 10 Wochen zuvor 2 Welpen bekommen hatte. Kurz nach der Geburt erkrankte einer der Welpen. Sein Überleben stand lange auf der Kippe, aber der Welpe, eine kleine Hündin, kämpfte und schaffte es.

Nach ein paar Wochen fiel meiner Freundin auf, das die Hündin sich nicht normal verhielt. Erst wenn ihre Schwester auf Ansprache reagierte, reagierte sie auch.
Ein Audiometrietest bestätigte, das die Hündin taub ist.

Mir war sofort klar, das unser Freund nur diese kleine Hündin meinen konnte, da er uns eben gut kennt und weiß das wir ganz besondere Hunde mögen.
 
Wie sollten wir uns entscheiden?
Wir hatten des öfteren alte Hunde mit Behinderungen und dadurch bedingten Ein- schränkungen, aber noch nie einen Welpen. Überhaupt wäre es unser erster Welpe.

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Unsere Freunde suchten, falls sie die Kleine überhaupt abgeben würden, ein ganz besonderes Zuhause. Ein Zuhause in dem man ganz auf die Bedürfnisse eines tauben Hundes eingehen würde.

Konnten wir uns das zu trauen?
Da waren ja auch unsere anderen Hunde, die teilweise sehr alt waren und auch besondere Fürsorge brauchten.
 
An diesem Wochenende schauten wir uns die Kleine ganz genau an. Natürlich war sie zauberhaft. Aber mehr beeindruckt hat uns ihre Pfiffigkeit. Sehr clever erreichte sie was sie wollte und das sie taub war, war kaum zu erkennen.

In der folgenden Woche verschlangen wir alle Infos zu tauben Hunden, die wir finden konnten. Mein Mann hatte Bedenken wegen der Taubheit, ich eher, weil sie unser erster Welpe wäre.
Gegen Ende der Woche stand unser Entschluß fest: Wir würden es wagen!
 
Wir riefen unsere Freunde an um nach zu hören, ob sie uns die Kleine anvertrauen würden und als die Antwort ja lautete, beschlossen wir am Wochenende hin zu fahren und sie ab zu holen. Angesichts ihrer Behinderung sollte sie so schnell wie möglich in ihr neues Umfeld, um sich dort eingewöhnen zu können.

Die kleine Dame zog also zu uns und treibt seitdem ihr Unwesen am Niederrhein. Genannt haben wir unsere kleine Prinzessin Fiona.

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Wie lebt man mit einem tauben Hund?

Es wäre natürlich falsch zu sagen, wie mit einem hörenden Hund. Allerdings kommt es uns dennoch meist so vor, als wenn es so wäre und sie hören würde wie andere Hunde.

Sehr hilfreich ist, das wir weitere 5 Russell haben, darunter auch Fionas Tante.

Fiona orientiert sich an ihren Mitrusselln und lernt durch deren Beispiel.

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Ruft man die andern Hunde, dauert es kaum einen Moment länger und sie kommt auch angelaufen. Sie reagiert sehr gut auf Handzeichen und schaut immer wo der Führungshund sich befindet. Läuft der auf uns zu, folgt auch Fiona.

Sie kompensiert ihre Taubheit hervorragend und hat einen sehr guten Überblick. Sie muß halt sehen, was andere hören.

Wir mußten lernen, daran zu denken, das Rufen nichts nutzt, wir uns aber zu Nutze machen können, das die anderen Russell hören und Fiona dem Beispiel folgt.

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Unsere Hunde laufen fast immer frei, aber Fiona muß öfter angeleint werden, weil sie Gefahren nicht erkennt, wenn sie nicht in ihrem Blickfeld sind.
 
Obwohl sie nicht hört, haben wir sie von Anfang an dennoch gerufen, weil ich gelesen hatte, das Hunde auch den Mundbewegungen und dem Gesichtsausdruck entnehmen, das sie gemeint sind.
Außerdem ist man selber gewöhnt die Hunde zu rufen und ruft dann eben auch Fiona.

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Interessanterweise reagiert Fionas Tante mittlerweile auch, wenn ich Fiona rufe, und schaut zu ihr hin, und man kann sie gezielt zu Fiona schicken, um die Kleine zu holen.
Klappt nicht immer, aber wir bleiben dran und üben.

Sehr oft sind wir gelobt worden: Oh, die Kleine hört aber schon gut!
Außenstehenden ist noch nie aufgefallen, das Fiona taub ist.
 
Als Jagdhund reizen Fiona natürlich Hasen, Enten, Rehe,...
Auch da müssen wir vorausschauend sein, was manchmal nicht gelingt. Bei zwei Begegnungen mit einem Kaninchen hat Fiona aber beide Male die Jagd abgebrochen, als sie bemerkte, dass keiner der anderen Hunde bei ihr war.

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Fiona ist vorsichtig und manchmal denke ich, sie weiß, dass sie mehr aufpassen muß als unsere anderen Hunde.

Sie nimmt gerne das Hundeabteil im Auto auseinander und da sie nicht hört, können wir während der Fahrt natürlich keinen Einfluß auf sie nehmen. Also hat sie ihre eigene Box auf der Rückbank.
 
Ihre neuste Masche ist ihre Taubheit auszunutzen.

Sie weiß genau, das sie auf Handzeichen zu kommen hat. Wenn sie aber mit etwas Spannendem beschäftigt ist und nicht gestört werden will, schaut sie kurz auf, merkt sie soll kommen und schaut sofort wieder weg und tut so, als hätte sie nichts gesehen.
Sie ist manchmal ein kleiner Teufelsbraten!!

Fiona ist ein wilder Feger, der endlos mit den anderen Russelln tobt, leidenschaftlich gerne Frisbeescheiben holt und durch Wald und Feld rennt.

Sie ist kräftig und schon jetzt eine kleine Persönlichkeit. Schlau und mit ganz eigenem Kopf erobert sie sich ihren Platz in unserer Hundegruppe. Ihre Taubheit spielt dabei keine Rolle.
 
Seit Fiona 6 Monate ist, besucht sie gemeinsam mit unseren andern Hunden zwei mal die Woche Senioren im Altenheim. Sie ist schlimmer als ein Sack Flöhe, weil sie alles spannend findet und ein Altenheim für einen großen Spielplatz hält.

Gerne geht sie den einen oder anderen Bewohner alleine besuchen, denn wofür braucht man kein Herrchen. Man kann auch alleine klar kommen. Da Fiona Menschen mit großer Offenheit und Begeisterung begegnet und sehr niedlich aus sieht, wird sie überall gern willkommen geheißen.

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Das Leben mit Fiona ist eine Mischung aus Dingen, die man tatsächlich ändern muß bei einem tauben Hund, wie die Hundebox auf der Rückbank. Dingen, die man eben anpassen muß, wie Handzeichen statt Rufen und Dingen, die genauso sind wie bei einem hörenden Hund, wie das nicht "hören" wenn sie keine Lust hat auf unsere Handzeichen zu reagieren.

Schöner Nebeneffekt der Handzeichen ist, das auch die hörenden Hunde mittlerweile auf Handzeichen reagieren. Manchmal sogar besser als Fiona!
 
Fiona ist übrigens eine gesprächige Dame. Sie spielt sehr laut und wenn sie z.B. vor dem Bad steht, in dem gerade einer von uns ist, fiept sie vor sich hin bis man sie rein läßt oder rauskommt.
 
Fiona ist sehr verschmust und gar nicht gern alleine. Vielleicht hängt das auch mit ihrer Taubheit zusammen. Sie möchte auch gerne immer einen der anderen Russell bei sich haben, was wir uns ja auch bei den Spaziergängen zu nutze machen.

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Am 16. November ist Fiona ein Jahr geworden.
Für uns alle ein wunderschönes, spannendes Jahr. Ihre Taubheit ist so normal für uns geworden, das wir sie gar nicht mehr bewußt wahrnehmen.

Wir würden jederzeit wieder einen tauben Hund nehmen. Fionas Welt mag still sein, dennoch ist sie aufregend und spannend und sie genießt jeden Tag.

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Ob wir noch mal einen Welpen nehmen würden, weiß ich allerdings nicht, denn ob hörend oder nicht hörend:

Durch die Flegeljahre müssen sie alle und ihre leidgeprüften Herrchen und Frauchen leider auch.

04.12.2014

06.12.2014


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Oder einen Gutschein über einen Tierheimbesuch im neuen Jahr!

Niemals ein Tier verschenken, ohne zuvor gefragt zu haben, ob es erwünscht ist!!
Eltern sollten sich immer bewußt sein, daß SIE die letztendliche Verantwortung für ein Tier haben und nicht das Kind - Egal ob Hund, Katze oder Meerschweinchen und egal, was man vorher sagt!!

Alles für Euer Tier! 

  

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