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Dem Treuesten aller Treuen

Die Geschichte von Dzok aus Krakau:

Es war einmal ein Hund. Ein völlig gewöhnlicher, schwarzer, großer Hund mit Knickohren.

Sagen wir mal: eine einfache Promenadenmischung durchschnittlichen Aussehens und ohne Ausbildung. Woher er kam, welches Schicksal er hatte, konnte niemand jemals in Erfahrung bringen.

Er tauchte auf mit seinem Herrchen an dem großen, viel befahrenen Kreisverkehr neben der „Grunwaldzki“- Brücke in Krakau.

Dort passierte das Unglück.

Fremde Menschen legten das schweigende, bewegungslose Herrchen auf ein komisches Bett, niedrig und schmal, dann trugen sie es schnell ins Auto und fuhren weg.

Das Herrchen war verschwunden, die Sirene des Krankenwagens verstummte in der Ferne, der Hund blieb allein. Desorientiert, umringt von rasenden Fahrzeugen, dem Lärm der Straßenbahn, den heulenden und knatternden Motoren und die Luft durchtränkt von Abgasen, zwischen unbekannten Menschenmassen ihren Weg dahineilend.

Geschockt und unglücklich wollte er keine Hilfe von Fremden annehmen. Er hatte doch sein Herrchen, es galt nur, ihn wieder zu finden.

Leider stellte sich sogar der empfindliche Geruchssinn eines Hundes als unzureichend raus. Die Spur seines Herrn riss an der Stelle ab, wo vor kurzem die Trage stand.

Suchen? Aber wo?

Das Herrchen ist doch immer zurückgekommen, man konnte sich auf ihn verlassen. Wenn der Hund von hier wegginge, können sie sich für immer verlieren.

Unentschlossen lief er mal in die eine, mal in die andere Richtung. Dann setzte er sich, immer aufmerksam und angespannt, jeden Augenblick vorbereitet auf eine warme Begrüßung.

Die Zeit verging, aber das Herrchen kam nicht. Der Hund glaubte jedoch fest daran, dass das Herrchen jeden Augenblick auftauchen würde und sie gemeinsam nach Hause gehen könnten.

Er wartete geduldig in dem ermüdenden Lärm und den Abgasen, er wartete sehnsüchtig und mit ungebrochener Hoffnung, Stunden, Tage, Monate…

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Er wusste nicht, dass sein Herrchen dahin gegangen war, von wo man nicht wieder zurückkehrt.

In Kürze wurde der Hund berühmt.
Es wurde über ihn in Zeitungen berichtet, seine Treue lobend, und Menschen kamen zu dem Kreisverkehr nur aus dem einzigen Grund, ihn zu sehen.

Er hatte viele neue Freunde. Sie besuchten und streichelten ihn, sie kümmerten sich darum, dass er keinen Hunger litt, und einige wären mit Freude bereit gewesen, ihn in ihre Obhut zu nehmen.

Dzok – so hieß der Hund inzwischen - mochte diese Menschen, er zeigte ihnen seine Sympathie, er erlaubte ihnen, mit ihm zu schmusen, und aß die ihm mitgebrachte Nahrung.

Jeder Versuch, ihn von seiner Stelle entfernen zu wollen, scheiterte jedoch an friedlicher, aber bestimmter Gegenwehr des Hundes.

Er musste hier sein und warten, nichts konnte ihn davon abhalten: Kälte, Hitze, weder Regen noch Sturm, nicht einmal der freundliche Mensch, der ihm seine Gastfreundschaft anbot.

Obwohl man ihm ein Häuschen auf dem Rondell hingestellt hatte, wollte er nicht darin wohnen. Auf der Suche nach Schutz könnte er doch sein Herrchen nicht bemerken, und er kommt zurück, ganz sicher kommt er zurück zum Hund.

Es verging ein Jahr, Tausende Stunden treuen Wartens.

In Dzok´s Herz schlichen sich langsam Zweifel ein. Er war erschöpft, die Kräfte verließen ihn. So viele Tage unter freiem Himmel, in dem betäubenden Straßenverkehr und der ständigen nervösen erwartungsfreudigen Anspannung, alles umsonst.

Jetzt endlich ließ er sich überreden, und zog bei einer älteren Dame, Frau Marie Müller, ein, die trotz seiner Wehr ihre Einladung immer wieder erneuert hat.

Dem Hund ging es gut bei dem neuen Frauchen, aber mit zurückkehrenden Kräften kam auch die Sehnsucht zurück. Während des Spaziergangs lief er am liebsten in Richtung des Rondells, dorthin, wo er sein Herrchen zum letzten Mal gesehen hatte.

Nach wie vor verspürte er die Sehnsucht, den Willen, ihn zu finden. Brav kehrte er immer nach Hause zurück, um am nächsten Tag die Suche von neuem aufzunehmen.

Trotzdem fühlte Dzok eine immer engere Bindung zu seinem neuen Frauchen, bis er sie endlich von ganzem Herzen liebte. Vielleicht wäre er vollkommen glücklich gewesen, aber er konnte sein Herrchen nicht vergessen. Zu Hause ruhig, beim Spazieren immer aufmerksam, ständig das Wiedersehen erwartend.

Doch es kam der Tag, als der Hund auch dieses Frauchen verlor. Es ist ungewiss, ob er verstand, dass sie starb. Er musste sein Häuschen verlassen, jetzt sollte er in einem Tierheim in „Szczowice“, einem kleinen Ort bei Krakau, wohnen.

Er wollte dort nicht bleiben, schon am ersten Tag entkam er durch ein Loch, gegraben unter dem Zaun des Tierheims, und flüchtete, direkt unter die Räder eines heranrasenden Zuges.

Er, der ein ganzes Jahr sicher an einer Stelle gelebt hat, wo der Verkehr nie zum Stillstand gekommen war.

Am 26. Mai 2001 wurde auf dem Weichsel-Boulevard zum 10-jährigen Todestag des Hundes Dzok ein Denkmal enthüllt, dem zahlreiche ranghohe Persönlichkeiten aus der Politik beiwohnten.

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Die Enthüllung des Denkmals „des Treuesten aller Treuen“, wie die Inschrift lautet, wurde von Kety, dem Hund des Präsidenten der Stadt Krakau, vollführt.

Autorin Lidia Graczynska
(basierend auf einer wahren Begebenheit)

Übersetzung aus dem Polnischen von Michael Kurc
Mit freundlicher Genehmigung vom Hundshuus

23.12.2008

01.12.2009


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