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Geraldine

Eine Knutschkugel auf vier Pfoten

Angefangen hat es eigentlich, als ich den Vorschlag unterbreitete man könne sich als Pflegestelle anbieten. Platz und Zeit waren ausreichend vorhanden.
Es sollte so ein armes Seelchen werden aus dem Ausland, denn auch diesen sollte man eine Chance geben.

Natürlich war das Internet voll davon, von Hunden die ein Zuhause oder auch nur eine Pflegestelle suchten.
Man fand nach einiger Zeit einen Verein, Mails wurden ausgetauscht, das passende Mitglied für das Rudel - denn es musste ja mit den zwei vorhanden Hunden Kuno und Joy passen - wurde vorge- schlagen:

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Wochen gingen ins Land, der Hund war sozusagen "reserviert" nur fehlte der Flugpate für den kleinen Flughafen hier. Wir wollten nicht so einen weiten Weg fahren; man wusste ja nicht wie das Autofahren mit einem fremden Hund klappte.

Geraldine lebte über Jahre wohl als Ziegenhütehund und wurde danach einfach auf der Straße entsorgt. Sie hatte Glück und durfte auf eine Finca ziehen.

Wir warteten und in der Zwischenzeit zog ein anderer Pflegehund (Pili) von einem anderen Verein hier ein. Kaum war sie hier, kam der ersehnte Anruf, man hätte einen Flugpaten und der Termin wäre in 4 Wochen.
Die Dame, die kurz vorher hier ankam, war gerade mal eine Woche da. Man überlegte ob man absagen sollte, da man ja nicht mit 4 Hunden geplant hätte.

Aber nein, wir entschieden uns trotzdem, der älteren Dame ein Zuhause zu geben; man hatte ja doch so etwas wie ein gewissen und wollten der Dame eine Chance geben.

Vier Wochen später standen wir am Flughafen und warteten auf Geraldine.
Da kam sie, klein, schwarz, nicht gerade hübsch, zerfledderte Ohren, einen unförmigen Körperbau, aber immerhin auf vier Beinen. Sie stand... nein sitzen fand sie nicht gut. Geraldine durfte aus der Box und erstmal Pipi machen. Dann wurde sie eingeladen und man trat die Heimfahrt an.

Geraldine stand die ganze Heimfahrt über. Ja sie stand, Bei jeder Kurve, bei jedem Bremsen, sie stand souverän. :)

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Zuhause wurde sie dem Rudel vorgestellt. Ohne Probleme wurde sie freundlich aufgenommen. Sie ging ins Haus als wäre sie niemals woanders gewesen.

Geraldine war ein Hund von dem man nichts verlangte. Wir legten nur Wert darauf, dass sie niemand Fremdes belästigte und auf Ruf zurück kam. Niemals wäre sie auf die Idee gekommen, auf Kommando Sitz oder Platz zu machen. Das war unter ihrem Niveau. :-)

Jagdtrieb kannte sie nicht. Ein Traum von Hund, immer und überall ableinbar, was uns natürlich die Spaziergänge mit vier Hunden und insgesamt 100 kg Kampfgewicht erleichterte. Kuno war ja auch immer ohne Leine unterwegs, nur die beiden Jagdeulen mussten an die Leine.

Geraldine war ein souveräner Hund, immer neugierig und keine Angst vor niemanden. Fremdhund- begegnungen meisterte sie immer gut. Sie war jederzeit vorschickbar wenn ein fremder Hund kam.

Fressen war ihre größte Leidenschaft. Nichts war vor ihr sicher. Wer nicht schnell genug seinen Napf leer hatte oder pünktlich zum fressen erschien, hatte Pech gehabt. Typisch Straßenhund. Das bekamen wir nie wieder aus ihr raus. Alles was auf dem Boden lag und eigentlich nicht für sie bestimmt war wurde inhaliert.

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Eines Tages packte ich ein Wichtelpaket, in das ich 1 kg getrockneten Pansen steckte und das ich gut verklebte. Dummerweise hab ich das Paket im Wohnzimmer stehen gelassen und als wir heim kamen lag eine Kugelrunde Geraldine im Wohnzimmer. :-) Selber schuld, dachten wir nur.
Der Abend wurde mit einer großen Geräuschkulisse begleitet. :-D Wie es gerochen hat muss man ja nicht erwähnen.

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3 Jahre wohnte sie bei uns auf Pflege; es gab in der Zeit mal einen Interessenten. Niemand wollte so einen unkomplizierten Hund haben. Es lag nur daran, dass sie schwarz und auf dem ersten Blick nicht gerade hübsch war.

Wir lernten ihre Schönheit zu lieben, Ja sie war schön, auf ihre Art und Weise. Kein Hund den man nach dem typischen Aussehen aussuchte, aber aus meinen Augen ein bildhübscher Hund.

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2011 starb unser Schäferhund, unser Rudelführer. Ein Platz wurde frei und somit wurden wir Pflegestellenversager. Bereut haben wir keine Minute.

Geraldine war immer und überall mit dabei. Egal in welchem Alter oder zu welchen Touren, wehe man hätte sie daheim gelassen, dass wollte sie nicht. Sie fand die Urlaube in den Bergen klasse. Immer vorne mit dabei.
Sie liebte den Schnee, sie wurde wieder Junghund und zockte durch den Schnee. :-)

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Im Sommer letzen Jahres baute sie rapide ab. Wir schoben es auf das Alter und man unterstützte sie mit Karsivan. Dies zeigte leider keine erwünschte Wirkung. Einige Wochen später verabschiedete sie sich von dieser Welt. Wasser in der Lunge, mehr wusste man nicht.
Geraldine lebte knapp 5 Jahre bei uns. Sie war ca. 8 Jahre alt wie sie einzog.

Ach ja, Geraldine legte sich erst nach einem Jahr im Auto hin. Zwischenzeitlich hatte sie schon die Sitzvariante für sich entdeckt. ;-)

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Auch ältere Hunde haben ein Zuhause verdient.
Klar, viele werden sagen ihre Lebenserwartung sind nicht so lang wie diese von einem jungen Hund, aber das sind die schönsten Jahre für einen alten Hund der dann nicht im Tierheim sterben muss.

Geraldine war ein Traumhund, so einen wünscht sich jeder.

Wir hatten bis jetzt ja nur Hunde aus dem Tierschutz. Sicher sind nicht jede Hunde gleich, aber auch diese haben ein Zuhause verdient. Nicht jeder Hund kann sich einfügen, aber der größte Teil schon.

Sicher ist ein Welpe vom Züchter auch ein Hund, der ein Zuhause sucht, aber ob ich diesen mit meinen tauschen möchte? Ich denke nicht.

Hier wird immer ein Tierschutzhund ein Zuhause finden, denn auch diese haben es verdient.

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22.12.2015

24.12.2015


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Oder einen Gutschein über einen Tierheimbesuch im neuen Jahr!

Niemals ein Tier verschenken, ohne zuvor gefragt zu haben, ob es erwünscht ist!!
Eltern sollten sich immer bewußt sein, daß SIE die letztendliche Verantwortung für ein Tier haben und nicht das Kind - Egal ob Hund, Katze oder Meerschweinchen und egal, was man vorher sagt!!

Alles für Euer Tier! 

  

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