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Ninio

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Hallo ihr da draußen,
 
heute möchte ich euch meine Geschichte über mein bewegtes Leben erzählen. Direkt ansetzen kann ich erst ab meinem sechsten Lebensmonat etwa, die Zeit davor bleibt mein Geheimnis auch wenn es mir wohl nicht sonderlich schlecht ging, aber mein Mensch wollte mich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr.
 
So kam es, dass ich eines Tages an einem Strand eines Hotelkomplexes im südlichsten Teil Gran Canarias herumstromerte. Mir war furchtbar langweilig und da waren soooo viele Menschen. Männer, Frauen, Kinder..Ich hab mich so gefreut und wollte unbedingt Anschluß haben. Spielen, kuscheln und was man so macht. Aber ich spürte, daß die Menschen Angst hatten. Vor mir etwa??
 
Plötzlich kamen zwei grosse Männer auf mich zu. Sie hatten ein Spielzeug in der Hand, die Menschen nannten es Pistolen und man wolle mich jetzt erschießen weil ich böse sei. Angeblich hatten solche Hunde wie ich Menschen gebissen und man hielt mich für gefährlich. Ich bekam Angst weil ich spürte, daß diese Männer mir nicht wohlgesonnen waren. Doch da trat eine Frau hervor und sprach mit den Männern. Eine ganze Weile ging das so, in der ich ruhig dasaß und abwartete. Es wurde eine Stange geholt mit einer Schlinge daran welche man mir um den Hals legte. So wurde ich dieser Frau übergeben.
 
Sie sprach ruhig mit mir und führte mich weg von diesem Ort. Ich war froh, denn mittlerweile hatte ich gar keine Lust mehr auf Spielen. Wir fuhren mit einem Auto direkt zum Tierarzt welcher mich impfte, chippte und mir einen Ausweis ausstellte.Kurz drauf wurde ich kastriert, sogar einen Namen bekam ich.."Cesar". Die Frau wollte mich tatsächlich mit nach Deutschland nehmen und versprach mir ein Zuhause mit ganz viel Liebe, Essen und allem was ein Hundeherz begehrt.
 
Diese Vorfreude wurde jäh getrübt als ihre Tochter in Deutschland davon erfuhr. Denn diese hatte selbst einen Hund und war gar nicht angetan davon mich ihm vorzustellen. Sie redete dieser Frau alles mögliche ein so, daß diese sich nun doch dafür entschied mich auf der Insel zu lassen. Allerdings wollte sie mich gut versorgt wissen und wand sich an eine ihr bekannten Tierschützerin.
 
Diese Tierschützerin kam zusammen mit dem Besitzer der teuersten Tierpension Gran Canarias (www.majacan.com) und holte mich ab. Die Dame die mich gerettet hat bezahlte von jetzt ab meinen Pensionsaufenthalt der wohl laut den Menschen wirklich viel Geld verschlang und flog zurück nachhause.
 
So lebte ich also in meinem Zwinger tagein und tagaus. Ich wurde gut versorgt und man kümmerte sich auch um mich, keine Frage. Aber mir reichte das nicht. Ich wollte den Kontakt zu meinen Menschen immer, jede Sekunde... Keine Mauer war zu hoch um zu ihnen zu gelangen und ich brach ständig aus. Also wurde ich in einen Vollschutzzwinger umgesidelt. Naja, wenigstens wollte mich hier keiner erschießen und ich hatte zu Fressen...
 
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Die Tierschützerin erkannte mein gutes Wesen und wußte, daß ich in Spanien keine rosigen Chancen hatte ein super Zuhause zu finden. Ich hätte bestenfalls als Kettenhund untergebracht werden können, oder als Streuner weiterhin mein Leben fristen. Sie wußte, daß dies nicht meine Berufung war.... Gott sei Dank. Außerdem kostete jeder Tag den ich dort saß eine Stange Geld und das wollte man meiner Retterin auch nicht zumuten.
 
Also fanden sich andere Bekannte aus Deutschland die einen verwandten Tierarzt in Spanien hatten. Dieser wurde eingeladen eine Woche kostenfreien Urlaub in Deutschland zu machen, inklusieve Oktoberfestbesuch ;)) wenn er mich denn mitnehmen und ins Tierheim Garmisch-Partenkirchen bringen würde, welches angeboten hatte mich aufzunehmen.

Dies allerdings nur unter der Vorraussetzung meinen Namen Cesar der ihnen zu "dominant" erschien (echt wahr??) in Ninio (span. = kleiner Junge) umzuwandeln. Naja, wenns weiter nix ist..
 
Er tat es und meine Reise begann. Ich habe die ganze Zeit geschlafen und hielt es auch nicht für nötig mal mein Geschäft zu verrichten. Ständig machten sie Pausen, aber ich wollte nicht, ich wollte weiter..weg von dem Zwinger.
 
Als wir dann ankamen sprang ich aus dem Auto als wäre ich Zuhause angekommen und pullerte denen erst mal eine halbe Stunde lang die Wiese voll (naja, platzen wollt ich dann doch nicht *g*).
 
Ich war mittlerweile zwei Jahre alt und Garmisch nun mein Zuhause. Ich mutierte zum Liebling aller die dort arbeiteten, konnte mich frei bewegen, mit meinen Hundekumpels spielen und Agathe das Schwein jagen ;))
 
Eines Tages, etwa ein Jahr später, kam eine Frau, sie wollte zu mir...zu mir?? Man sagte sie habe mich im Internet gesehen und sich augenblicklich in mich verliebt *hüstel wen wunderts ;))* Ich lag auf einem Heuhaufen und blinzelte in die Sonne als sie auf mich zukam. Ich hatte mir Tage zuvor einen Bänderriß zugezogen als ich über den Tierheimzaun sprang (jaaaa, ich kann seeeeeehr hoch springen auch aus dem Stand). Deswegen war mein Bein eingegipst und ich nicht gut zu Fuß.

Wir schmusten und sie wollte kurz ein wenig mit mir laufen. Naja, ich wollte ihr den Gefallen tun aber nach 200 Metern bekam ich dann doch Muffe und blieb stehen wie ein bockiger Esel um mich keinen cm mehr zu rühren. Erst als die zweite Vorsitzende des Tierheims kam hüpfte ich in ihr Auto und wir ließen uns zurück zum Tierheim kutschieren.
 
Dort verbrachte ich drei Stunden bei der Frau auf der Couch und ließ mich betüddeln. Sogar mein Abendessen überließ ich dafür meiner Freundin (die soll ja auch nicht leben wie ein Hund ;))) Und dann hörte ich wie die Frau sagte, daß sie mich unbedingt adoptieren wolle. Mir gefiel es hier sehr gut, aber gegen einen Menschen für mich ganz alleine hatte ich dann doch nichts einzuwenden.
 
Wir harmonierten echt gut und die Leute vom Tierheim waren mit der Frau einverstanden. Allerdings konnte ich erst zwei Wochen später umziehen, da ich wegen dem Bänderriß noch operiert werden musste. Aber dann war es soweit die Frau, die jetzt mein Frauchen ist kam und holte mich ab. Ich sprang sofort ins Auto und verschlief wieder die ganze Fahrt vom bayrischen in den schwarzen Wald.
 
Tja, und hier bin ich..nun schon seit etlichen Jahren. Es hat gute 1 1/2 Jahre gedauert bis es in meinen Kopf "klick" gemacht hat und ich wußte, dass ich hier nun endgültig zuhause bin. Aber das danke ich meinem Frauchen nun mit absoluter Treue. Spielte ich damals den Esel bei ihr, so tu ich das hier bei allen anderen Menschen. Ich geh gerne mal mit ihnen 50 m auf die Wiese zum pinkeln, weiter jedoch nicht. Wer weiß ob die mich nicht entführen wollen ;))
 
Frauchen sagt einen besseren Hund wie mich hätte sie niemals bekommen können. Ich verstehe mich mit allen Menschen und allen Hunden. Ob groß, ob klein, männlich oder weiblich, alle sind meine Freunde.

Frauchens einjähriger Sohn, der mit mir aufwachsen darf, wird von mir mit aller Sorgsamkeit behandelt. Ich kann ruppig sein beim Spiel oder beim Leckerchen geben, aber niemals bei ihm, da weiß ich, daß ich ganz sanft sein muss.

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Ich mag ihn sehr gerne, und er mich auch. Und, daß er mir ständig Bussi geben will finde ich voll klasse ich bin doch auch ne Schlabberbacke ;))...
 
So, nun wißt ihr einen großen Teil meines Lebens und ich hoffe ich habe euch nicht gelangweilt.
 
Zu Weihnachten würde ich mir wünschen, daß ein jeder so ein Glück haben möge wie ich. All meine Leidensgenossen die hungern und herumstromern in der Hoffnung auf ein bißchen Wärme und Zuneigung.

Gebt die Hoffnung nicht auf, ich habe es auch nicht getan. Und ich danke all den Menschen die mir bei meiner Reise geholfen und mich in meinem Leben so unterstützt haben.
 
Euer Ninio
 

21.12.2006

23.12.2006


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Oder einen Gutschein über einen Tierheimbesuch im neuen Jahr!

Niemals ein Tier verschenken, ohne zuvor gefragt zu haben, ob es erwünscht ist!!
Eltern sollten sich immer bewußt sein, daß SIE die letztendliche Verantwortung für ein Tier haben und nicht das Kind - Egal ob Hund, Katze oder Meerschweinchen und egal, was man vorher sagt!!

Alles für Euer Tier! 

  

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