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Micki

Ein Licht in einer dunklen Zeit

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Ungeplant kamst du in unser Leben.
6,5 Jahre waren wir ohne Hund. Und ich wollte absolut keinen neuen Hund. Noch nicht.

Ich hatte inzwischen 2 Kinder und zu viel zu tun mit ihnen, sowie Job, Haus und Garten. Zu viele Termine im Alltag, die man schon bewältigen muss. Ein Leben aus dem Terminkalender, das mich oft an Grenzen brachte. Sportvereine, Elternabende in Kita und Schule, Musikschule, Arzttermine...

Wo sollte ein Hund da Platz haben?
Wie sollten meine oft eh zum Zerreißen gespannten Nerven das mitmachen?

Und an den Wochenenden die Tagesausflüge und die (Kurz-)Urlaube mit den Kindern – nein, ich wollte da auch keine Einschränkungen, weil ich einen Hund versorgen musste. Meine Freizeit wollte ich dann ganz auf die Kinder ausrichten solange diese so klein sind.

Mein Mann fragte ab und an mal nach einem Hund, aber ich war da ganz klar. Nein, keinen Hund bevor die Kinder nicht älter und selbstständiger sind. Vielleicht wenn auch der Kleine zur Schule geht. Eins nach dem anderen...

In den ganzen 6,5 Jahren seit unsere Lilou verstorben war, habe ich viele Hunde gesehen. In Tierheimen, auf Vermittlungsseiten. Aber bei keinem davon habe ich ernsthaft erwogen, von diesem Vorhaben abzuweichen.

Und dann kamst du.
Ich habe deine Vermittlungsanzeige auf Facebook gesehen. BÄM – genau mein Beute- schema.

Ich wollte noch immer keinen Hund. Aber ein paar Klicks hier, eine vermeintlich arglose Frage unter das Facebookposting gestellt, eine Verlinkung auf mich wurde durch eine Bekannte gesetzt und zack hatte ich plötzlich die Leiterin des Tierheims, in dem du saßt, am Telefon. Und war mir gar nicht sicher, ob ich das wirklich wollte...

Zu viele Zweifel.
Du warst doch so ein hübscher Hund, laut Beschreibung auch völlig unkompliziert, verträglich mit allem. Dem Vorbesitzer nur weggenommen, weil er die Auflagen für die Haltung eines „Kampfhundes“ nicht erfüllte.

Dazu eine (vermutete) Rasse – Staffordshire-Bullterrier – die man seltenst im Tierheim sieht. Da gibt es doch sicher massenhaft Interessenten? Wenn nicht jetzt, dann sicher bald! Du brauchst uns doch gar nicht...

Soll ich das meinem eh oft dünnen Nervenkostüm antun?
Noch mehr Verantwortung, noch mehr Organisation?

Sollte ich DIR das antun?
In eine Familie zu kommen, in der du immer irgendwie „hintenanstehst“?
Hinter den Plänen mit den Kindern, hinter dem vollen Alltag? Nur irgendwie „mitläufst“ bei 2 berufstätigen Menschen mit auch ansonsten vollen Terminplan?

In dem du oft allein sein müsstest, fast täglich – und sogar während des bereits für Sommer gebuchten 2-Wöchigen Flugurlaubs?

All diese Bedenken teilte ich der Tierheimleitung mit – Ich habe richtig „Anti-Werbung“ für uns gemacht, insgeheim in der Hoffnung sie sagt: „Ja also nein, in solche Bedingungen vermitteln wir keine Hunde“.

Aber was sie sagte war, dass du mit deinen knapp 10 Jahren bereits seit 6 Monaten im Tierheim sitzt – eine zwischenzeitliche Vermittlung ist gescheitert, weil die Auflagen zur Haltung eines „Kampfhundes“ wieder nicht erfüllt wurden. In all den Monaten keine anderen ernsthaften Interessenten. Und immerhin hatten wir Eigenheim und Garten – allemal besser als Tierheim war es doch bei uns schon...

Also hat der Familienrat getagt. Und zu all meinen Bedenken kam eine weitere hinzu, die primär mein Mann einbrachte: Sollen wir WIRKLICH einen so alten Hund aufnehmen? Auf die Gefahr hin, dass er schnell krank wird, viel Pflege benötigt, viel Geld kostet und – am wichtigsten – dass wir - und vor allem auch unsere Kinder - schnell wieder Abschied nehmen müssen?

Ich hatte wie gesagt viele Bedenken – doch diese teilte ich nicht. War doch knapp 10 eigentlich noch „kein Alter“. Unsere letzten beiden Hündinnen ähnlicher Rasse wurden 13 und 17. Mit ein paar Jahren könne man sicher rechnen. Und selbst wenn nicht - Dann hätte man immerhin einem Hund den Lebensabend im Tierheim erspart und die Kinder hätten – bei aller Trauer – sicher auch wertvolle Dinge dabei gelernt:

Menschlichkeit, Fürsorge bis zum Schluss, dass es nicht immer nur um einen selbst geht.

Ja, all das sagt sich theoretisch so einfach dahin...

Wir teilten dem Tierheim also mit, dass wir Interesse hätten, dich zu übernehmen, meine liebe Micki. Aber dass dies ein Prozess über mehrere Wochen sei, da dein Tierheim mehrere Autostunden entfernt lag. Zuerst wollten wir Erwachsenen kommen und dich kennenlernen und schauen, wie du auf Katzen reagierst.

Dann – wenn alles gut läuft – alle nötigen Unterlagen besorgen, dann standen hier noch ein paar Termine an, die wir noch „hundelos“ absolvieren mussten und dann wollten wir mit den Kindern zusammen runterkommen und ein paar Tage in der Nähe bleiben, um über längere Zeit zu schauen, ob das mit den Kindern passt.

Und unsere klare Aussage war:

Wenn sich im Laufe dieses Prozesses andere Interessenten finden, die dir ein besseres Zuhause bieten könnten als wir es können - wo du nicht nur nebenher läufst, sondern (wie unsere Hunde früher, bevor wir Kinder hatten) „Dreh- und Angelpunkt“ des Lebens sind – dann sollen sie uns das sagen. Dann treten wir zurück. Es ging darum, für dich das beste rauszuholen. Uns sah ich weiterhin nur als Notlösung.

Und dann kam – am Vorabend bevor wir dich kennenlernen wollten – tatsächlich der Anruf. Andere Interessenten hatten sich gefunden. Ein Paar, kinderlos, mit eigenem Geschäft, in das du täglich mitgehen könntest...

Und, obwohl das echt bitter war und die Tierheimleitung und ein Vorrecht aufs Kennenlernen einräumte, hielten wir unser Wort: Wir sagten die Fahrt ab. Es ging um dich.

Passte ja auch irgendwie – ich wollte ja eh keinen Hund.
Aber traurig war ich doch irgendwie.

Was dann folgte, war fast Realsatire.

3 Wochen lang alle paar Tage Telefonate mit dem Tierheim.
Die anderen Interessenten waren einfach nicht zum Kennenlerntermin erschienen. Aber haben einen Ausweichtermin ausgemacht.

Auch der wurde verstreichen gelassen.

Die dort abgegebene Handynummer war nicht korrekt.

Noch weitere Interessenten tauchten auf – auch die meldeten sich nicht wieder.

Und wir hingen in der Warteschleife. Auf Stand-by als die, die einspringen, wenn alle anderen ausfallen. Und langsam aber sicher wurde das zermürbend.

Und so oft wie ich im Tierheim anrief, um nach dem aktuellen Stand zu fragen, hatte ich schon Sorgen, sie würden irgendwann gar nicht mehr abnehmen, wenn sie meine Nummer sehen – denn auch sie wussten ja nichts genaues und haben mich immer weiter vertröstet.

Und dann reichte es uns.
4 Wochen waren nun vergangen seit dem ersten Telefonat mit dem Tierheim. Du verlorst wertvolle Zeit, also fuhren mein Mann und ich hin – und warteten im Hof auf dich.

Ich war noch immer skeptisch, besorgt, ob es mit den Kindern passen würde, ob wohl der Funken überspringen würde

Du wurdest von der Leine gelassen und ranntest auf mich zu, sprangst mir fast in die Arme. Die Tierpflegerin lache und meinte „Na die Entscheidung ist wohl gefallen“.

Wir schmusten, tobten, spielten, gingen spazieren. Im Sturm hast du mein Herz erobert. Es war als hättest du auf mich gewartet!

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Auch die Katze im Büro hast du brav ignoriert, beste Voraussetzungen also.

Meinem Mann warst du eigentlich zu klein, ihm entfuhr ein „Die ist ja winzig!“ Er ist mit Doggen und Bernhardiner-Mixen aufgewachsen, träumte von einem Rottweiler und du mit deinen 34 cm gingst für ihn gar nicht als Hund durch. Aber er war froh, dass ich überhaupt bereit war, einem Hund zuzustimmen, und er musste auch einsehen, dass er „verloren“ hatte.

Wir waren uns dann auch einig, dass wir dich nicht nochmal 4 Wochen lang warten lassen, ehe wir Zeit haben ein ganzes Wochenende hinzufahren (um dich wie ursprünglich geplant mehrere Tage mit den Kindern kennenzulernen), sondern einfach am nächstmöglichen Wochenende mit den Kindern hinfahren und wenn es passt, dich zur Probevermittlung mitnehmen.

Da wir bereits 2 „Listenhunde“ mehrere Jahre gehalten hatten, waren wir dem Ordnungsamt als vertrauenswürdig bekannt und erhielten zügig alle dafür notwendigen Papiere. Und dann begann die Shoppingtour – neues Hundekörbchen, Decken, Näpfe – die Vorfreude stieg.

2 Wochen später fuhren wir wieder runter und hatten die Kinder dabei. Inkl. Laufrad, blinkenden Schuhen und was auch immer einen Hund ggf. aus der Ruhe bringen könnte – und du hast all das mit Bravour ignoriert. Nicht mal ein knapp an dir vorbei sausender 3-Jähriger, der wild klingelte hat dich aus der Ruhe gebracht.

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Die Kinder waren sofort verliebt, und du hast direkt Küsschen verteilt.

Nach nur 2 Stunden Familienzusammenführung nahmen wir dich am 10.11.2020 mit in dein neues Zuhause, in dem schon alles vorbereitet war.

Und bis auf die Katze, die wenig begeistert war und die du auch echt suspekt fandest, gefiel es dir hier sofort sehr gut. Du hast dich gut eingelebt und bist direkt gut in unserem Alltag mitgelaufen.

Dein Alter merkte man dir in keiner Weise an, alle hielten dich für einen Junghund.

Schnell hast du auch Vertrauen zu meiner Mutter gefasst, die nämlich in der Regel bei dir bleiben sollte, wenn wir mit den Kindern ganze Tage unterwegs wären – und die auch im Sommer während unseres Urlaubs bei dir einziehen sollte.

Dein Vertrauen und dein Gehorsam waren unfassbar.
Nach 3 Tagen liefst du ohne Leine mit uns Gassi und warst perfekt abrufbar, so sehr war dir klar, dass du jetzt zu uns gehörst. Beachtlich für einen Hund, von dem wir wussten, dass er schon durch viele Hände gegangen ist, weil er immer mal woanders unterkommen musste, wenn sein Halter „einfuhr“.

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Aber was auch immer dein Vorbesitzer alles falsch gemacht hat, irgendwas muss er bei dir auch richtig gemacht haben. Mein Mann sagte an dem Abend: „Ach Micki, du bist schon ein toller Hund, und du kannst ja auch nichts dafür, dass du im Körper einer Katze steckst“ :-p

Apropos im falschen Körper stecken.

Der erste große Joker für dich war unsere Frau vom Ordnungsamt, die direkt nach Übernahme bei der Anmeldung meinte, dass es durchaus denkbar wäre, dass du kleine Motte gar kein Listenhund seist.

Sie schickte uns zur Amtsveterinärin und dort bescheinigte man uns mit Brief und Siegel, dass du ein Französischer Bulldoggen-Pinscher-Mix bist. Das bedeutete für dich:

Keine Leinen- und Maulkorbpflicht!

Du konntest hier leben wie jeder andere Hund auch. Was für ein Jackpot!

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Aber wo Licht ist, ist auch Schatten:

Leider fanden wir schon sehr kurz nach einem Einzug Knubbel in deiner Milchleiste. Das kannten wir von unseren anderen Hundemädchen in dem Alter – Mammatumore.

Nach Rücksprache mit unserer Tierärztin ließen wir deine Milchleiste entfernen. Und auch das hast du – gerade mal 4 Wochen bei uns – alles unfassbar gut mitgemacht. Die Wundpflege, die Tierarztbesuche. Es war als hättest du nie woanders gelebt.

Über Weihnachten und den Jahreswechsel konnten wir dich zu Hause gesund pflegen, und dann durftest du sogar manchmal mit zu meiner Arbeit kommen.

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Und schon bald kam dein zweiter Joker zum Tragen:

März 2020, pünktlich zum Frühlingsauftakt – und das Land ging in den Lockdown!

Für uns Menschen war zu der Zeit vieles beängstigend, für dich war es erneut ein Jackpot.

Du musstest ab sofort nie mehr allein bleiben. Die Kinder und ich waren immer zu Hause, und auch in der Freizeit konnten wir ja eh nirgendwohin gehen, wo wir dich nicht hätten mitnehmen können.

Das Frühlings- und Sommerwetter war wunderbar und wir hatten alle Zeit der Welt mit dir täglich große Streifzüge zu machen. Wir fuhren all die Stellen an, an denen wir früher mit Shiwa und Lilou oft waren – nur diesmal hatten wir unsere Kinder mit dabei. Wie wunderschön das war!

Immer wieder entdeckten wir auch neues zusammen.

Dieser erste Lockdown, in dem wirklich gar nichts ging und wir alle Sozialkontakte einfroren – so beängstigend die ganze Situation auch war – wurde durch dich auch zu einer wunderschönen Zeit der Entschleunigung, Familienbesinnung, Naturverbundenheit. Wälder, Halden, die Heide, Seen, Bäche wurden unser zweites Wohnzimmer. Uns allen tat das unsagbar gut, insbesondere auch den Kindern!

Und wenn wir nicht in der Natur unterwegs waren, lagen wir alle zusammen im Garten auf unserer Hollywoodschaukel oder im Gras.

Rückblickend war es eine der schönsten Zeiten, die wir als Familie jemals hatten.

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Im Laufe des Sommers bemerkten wir irgendwann, dass du häufiger hustest.

Zunächst dachten wir uns nichts dabei bzw. schoben es auf die nun oft sehr trockenen Böden auf unseren Spazierstrecken, denn du warst ja ein kleiner Flummi und wirbeltest ordentlich Staub auf, wenn du mit den Stöckchen am Boden spieltest und meist nur dann hustetest, wenn du dich eben angestrengt hast.

Aber irgendwann merkten mein Mann und ich ziemlich gleichzeitig, dass es was Ernsteres sein musste – denn du bekamst plötzlich auch zu Hause Hustenanfälle und wurdest auf Spaziergängen immer schwerfälliger – und dein Bauchumfang hatte zugenommen, mehr als die gute Fütterung erklären konnte.

Die Diagnose traf uns wie ein Schlag:
Herzhusten, Wasser in der Lunge.

Ein Herzultraschall beim Spezialisten ergab einen richtig, richtig schweren Herzfehler – so schwer, dass es unglaublich war, dass er nicht früher aufgefallen ist. Wir hatten dich ja beim Einzug eigentlich noch rundum checken lassen.

Zu dem Zeitpunkt, etwa im Juli, war es so schlimm, da wagte niemand eine Prognose wie lange wir dich noch hätten. Wir begannen sofort mit der Behandlung und der Zustand besserte sich schnell.

Wir hatten einen wunderschönen Restsommer – auch wenn das Leben sich wieder mehr öffnete, hatte ich das Glück nur sehr selten ins Büro zu müssen, und wenn, dann nahm ich dich mit und wir liefen in den Mittagspausen durch den Unigarten.

Unsere Wald- und Feldausflüge behielten wir bei und den Urlaub hatten wir ohnehin storniert. Aber Kurztrips nach Holland machten wir mit dir gemeinsam!

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Ab Herbst wurde dein Zustand wieder schlechter.


Ab dann waren ständige Kontrollen und stetiges Anpassen der Medikamente notwendig, immer in der Hoffnung, etwas brächte nachhaltige Besserung. Aber letztlich konnten wir nur noch alle paar Wochen die Dosis höher setzen.

Immer wieder brachte dies kurzfristig Besserung – aber eben auch andere Probleme mit sich.

Ich schlief ab dann grundsätzlich unten im Wohnzimmer mit dir und bei geöffneter Ter- rassentür, damit du (bedingt durch die Entwässerung) stündlich pieseln gehen konntest. Nachhaltig besser wurde es nicht mehr.

Es gab gute und schlechte Tage.
Dennoch kamen wir bald an den Punkt, an dem wir dachten, dass wir dich nicht mehr mit ins neue Jahr nehmen können... Und wir begannen die Kinder darauf vorzubereiten, was unsagbar schwierig war.

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Aber einmal hast du die Kurve noch bekommen.
Du hast Weihnachten und Silvester mit uns gefeiert und als Hund, der schreckliche Angst vor Geknalle hatte, sehr vom Böllerverbot profitiert!

Als die Entwässerungstabletten an der Höchstdosis waren und du trotzdem mehrfach pro Stunde Hustenanfälle hattest, fing ich an, dir das Mittel zu spritzen. Du hast es gehasst, aber alles bis zum letzten Tag mitgemacht.

Dieses Spritzen brachten uns nochmal ein paar wirklich schöne Winterwochen, während die Welt um uns rum wieder mehr und mehr dicht machte.

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In diesem zweiten Lockdown war vieles nicht mehr so rosig im im Ersten.
Die Nerven lagen blank, man konnte nicht mehr den ganzen Tag in der Sonne draußen sein, das Arbeitspensum in Schule und Homeoffice war deutlich gestiegen... Aber du warst oft unsere Erdung.

Mein Mann zog sich dann eine Verletzung zu und war länger krank geschrieben, was bedeutete, dass wir nochmal ein paar wundervolle Wochen als ganzes Rudel hatten - mit tollen Schneespaziergängen, auf denen du sogar mal die Kinder bergab "gezogen" hast und für weitere wundervolle Erinnerungen gesorgt hast in dieser verrückten Zeit.

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Und dann kündigte sich zaghaft der Frühling an.
Und was hätte ich mir gewünscht, was hätte ich dafür gegeben, wenn du diesen noch hättest erleben können.

Einen zweiten Frühling bei uns, den du so viel mehr geliebt hast als den kalten, dunklen Winter. Aber es sollte nicht mehr sein.

Die Spritzenabstände wurden kürzer und kürzer, die zucktest schon zusammen, wenn ich auf dich zuging, trotzdem wurde dein Bauch dicker und dicker und dein Husten immer schlimmer.

Nachdem wir einen bereits vereinbarten Einschläferungstermin noch einmal verschoben hatten – und an dem Tag einen wirklich wundervollen Nachmittag in der ersten Frühlingssonne in unserem Birkenwäldchen – einer deiner liebsten Gassistrecken - mit dir genossen haben, an dem du nochmal all deine Kräfte mobilisiert hast, war am 26.02.2021 die Stunde des Abschied gekommen.

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Wir haben dir im Kofferraum unseres Autos dein Körbchen hergerichtet und dort wurdest du erlöst, während meine Tochter und ich deine Pfoten hielten.

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Liebe Micki, leider waren dir nur 15 Monate mit uns vergönnt. Und uns nur mit dir.

Es ist letztlich genau so gekommen, wie mein Mann von Anfang an befürchtet hatte:

Wir mussten viel zu schnell wieder Abschied nehmen.

Und ja – das war hart. Unglaublich hart!
Gerade auch die Trauer der Kinder zu begleiten, während man selbst völlig fertig ist.

Aber dennoch haben wir keine einzige Sekunde daran gezweifelt, dass die Entscheidung dich aufzunehmen, die absolut richtige war!

Was du uns – und speziell den Kindern – in dieser Zeit gegeben hast, ist in Worten gar nicht auszudrücken.

Du hast uns durch 2 Lockdowns begleitet – ich möchte mir nicht ausmalen, wie diese ohne dich für uns verlaufen wären. Für dich war Corona sicher ein Glücksfall – für uns war ein Glücksfall, dass wir dich hatten.

Du warst in dieser dunklen Zeit wahrhaftig unser Licht.

Das war einfach Schicksal!
Ich habe das bei allen meinen Hunden bisher so gesehen. Auch da waren vorher Vermittlungen gescheitert und sie haben auf uns gewartet. Es sollte immer einfach so sein, genau wie mit dir.

Mein Motto war immer „Das Leben führt mich dahin, wo ich gebraucht werde“ - aber in dem Fall hat das Leben dich auch zu uns geführt, weil wir dich brauchten.

Und auch für dich wäre es im Lockdown sicher schwieriger geworden, eine neue Familie zu finden – und wir wir jetzt wissen, zählte ja für dich jeder Monat.

Du bist gestorben, gerade als der zweite Lockdown endete, als mein Mann auch wieder arbeiten musste, und dann wurde das Leben ja nach und nach wieder normaler.

Eine Freundin sagte zu mir, als ich so verzweifelt über deinen frühen Verlust war:

„Micki hatte eine Aufgabe bei euch – und die hat sie erfüllt!“

Vielleicht ist das so – vielleicht warst du unsere Lichtbringerin.
Und vielleicht war es eben unsere Aufgabe sicherzustellen, dass du wunderbarer Hund nicht im Tierheim sterben musst, sondern einen letzten wunderbaren Frühling und Sommer als freier Hund erlebst und dein Licht verschenken kannst.

Nach einer schrecklichen Trauerzeit im Frühjahr haben wir auch dieses Jahr einen schönen Sommer verlebt – wir haben unseren Urlaub nachgeholt und viele Ausflüge in Freizeitparks gemacht, wo du eh nicht hättest dabei sein können.

Sicher vieles ist ohne Hund organisatorisch einfacher, dennoch fehlen die Wald- spaziergänge, denn so sehr man es sich auch vornimmt – ohne Hund macht man diese doch fast nie... Und selbst wenn ist es einfach nicht dasselbe.

Wir sind ein paar Wege ohne dich spazieren gegangen, auf denen du sonst immer dabei warst – aber es hat uns noch zu traurig gemacht... Wir haben die ganze Zeit nur von dir geredet, geweint, aber manchmal auch ein wenig gelächelt wenn wir z.B. daran gedacht haben, wie du deine Stöckchen mit Bedacht ausgesucht und dann ausdauernd getragen hast.

Und jetzt kommt der Winter.
Und – auch wenn es vor einem Jahr niemand gedacht hatte – die Welt beginn schon wieder die Schotten dicht zu machen. Und niemand weiß, wie lange es noch so weitergeht.

Und wir denken daran, wie viel dunkler die kommende Zeit werden wird, ohne dich als unser Licht an unserer Seite.

Danke für alles, was du uns gegeben hast.

Danke für dein Vertrauen, deine Lebensfreude, deinen Lebenswillen, deinen Kampfgeist bis zuletzt. Du wirst immer Teil unserer Herzen und unserer Erinnerungen sein.

Deine Urne steht in unserem Wohnzimmer, deine Fotos ebenso. Du wirst weiterhin jeden Abend ins Einschlaflied unseres kleinen Sohnes eingeschlossen, und unsere große Tochter trägt ein Amulett mit deinem Foto und einem Teil deiner Asche um den Hals.
So sehr bist du in nur 15 Monaten Teil unserer Familie geworden!
 
Wir hoffen, es geht dir gut, wo immer du jetzt bist.

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18.12.2021

20.12.2021


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weihnachtstiere

Oder einen Gutschein über einen Tierheimbesuch im neuen Jahr!

Niemals ein Tier verschenken, ohne zuvor gefragt zu haben, ob es erwünscht ist!!
Eltern sollten sich immer bewußt sein, daß SIE die letztendliche Verantwortung für ein Tier haben und nicht das Kind - Egal ob Hund, Katze oder Meerschweinchen und egal, was man vorher sagt!!

Alles für Euer Tier! 

  

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