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Joee

Total traurig saß ich vor dem Bildschirm, als ich bei „Couch gesucht“ die nicht enden wollende Anzahl der Listenhunde sah.

Eigentlich hatte ich mich nur nach Listenhunde-Welpen aus dem Tierschutz erkundigen wollen, da ich wieder einmal darauf angesprochen worden war, wo man denn schnell einen kleinen Staffordshire Welpen finden und kaufen könne.

Da ich selbst in einem Tierheim ehrenamtlich mithelfe und täglich die etlichen traurigen Fellnasen sehe, die oft jahrelang auf eine gute Familie warten, wollte ich, dass wenn es schon ein Welpe sein musste, es doch wenigstens einer aus dem Tierschutz sei.

Doch was geschah?

Ich verliebte mich prompt in die schönen traurigen Augen von Joee, einem entzückenden Hundeopi von 13 Jahren, unter dessen Bild groß Notfall prangte. Der Welpe war natürlich direkt vergessen und ich wühlte mich förmlich durch Joees Geschichte.

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Der Arme hatte ein offenes Bein, da ihm ein Tumor an der Pfote entfernt worden war, das Bein aber im Tierheim die zwei Jahre lang, die er erneut dort verbringen musste, nicht richtig abheilen konnte, da Joee immer wieder daran schleckte. Außerdem war es unsicher, ob man den Tumor ganz hatte entfernen können.

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Seine Geschichte ließ mich nicht mehr los. Zu dem Zeitpunkt lebten bereits sechs Staffies aus dem Tierschutz bei uns und eigentlich hatten wir es nicht geplant noch einen siebten bei uns aufzunehmen, doch nach einem kurzen Gespräch waren mein Mann und ich uns schnell einig. Wir wollten Joee noch einen schönen Lebensabend schenken.

Da wir gemeinsam in den letzten 15 Jahren bereits neun zum Teil schwierige Tierheim- hunde bei uns aufgenommen hatten, hatten wir bereits etwas Übung darin, Hunde aus dem Tierschutz in unsere Hundefamilie zu integrieren. So wollten wir auch diesem armen Kerl die Möglichkeit bieten wieder in einer Familie zu leben, wo er all die Geborgenheit und Wärme bekommen sollte, die er im Tierheim die insgesamt sechs Jahre, die er dort verbracht hatte, entbehren musste.

Ich rief sofort in Stendal an und einigte mich mit der netten Dame am Telefon, dass ich Joee sofort am nächsten Wochenende abholen würde.

So buchte noch schnell ein Hotelzimmer in Berlin, damit ich am nächsten Tag von dort aus nach Stendal fahren konnte um Joee endlich abzuholen.

Ich konnte die Nacht vor der Abreise einfach nicht einschlafen, so aufgeregt war ich. Am Morgen setzte ich mich deshalb bereits um 6 Uhr früh in mein Auto und fuhr neun Stunden lang durch den Regen von Luxemburg nach Berlin um meinem Ziel endlich näher zu kommen, doch nun war ich noch aufgeregter. Ich war so nah bei ihm und doch noch so fern. Eine weitere schlaflose Nacht folgte...

So ging es direkt am nächsten Morgen Richtung Stendal, wo ich diesen sanften Riesen endlich kennenlernen durfte.

Ich verlor sofort mein Herz an Joee, der mich noch immer ahnungslos auf unserem ersten Spaziergang begleitete. Nachdem ich ihn adoptiert und wir uns bei der supernetten Tierheimbelegschaft verabschiedet hatten, sprang Joee auf den Rücksitz meines Wagens und fuhr erstaunt mit mir zurück nach Luxemburg.

Hin und wieder drückte er mir einen nassen Schmatzer auf die Wange, während er gebannt auf die Straße starrte. Was auf ihn zukommen würde, wusste er natürlich nicht, doch er beobachtete gelassen die an ihm vorbei wehenden Bilder.

Er legte sich während der neun Stunden Rückfahrt kein einziges Mal hin um nur nichts zu verpassen und bei den etlichen Rastpausen schlenderte er neugierig neben mir her und erkundete die neue Welt.

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Müde aber komplett glücklich kamen wir dann am Abend endlich zu Hause an, wo wir schon freudig und aufgeregt erwartet wurden.

Vor seinem Einzug sollte er kurz seine neuen Mitbewohner begrüßen dürfen. Da wir nicht wirklich wussten, wie er auf sie und sie auf ihn reagieren würden, machten wir jedoch nur kurze Spaziergänge, bei denen sie sich beschnuppern konnten. Er sollte nun aber zuerst einmal richtig ausschlafen und sich einleben können, ehe wir ihn an die anderen Hunde gewöhnen wollten.

Wir hatten ihm extra zu diesem Zweck ein Zimmer eingerichtet, wo er alle Zeit der Welt bekommen sollte um hier Fuß zu fassen.

Doch die Hunde waren ebenso entzückt von ihm wie wir. Nach knapp mehr als einer Woche teilte er mit den restlichen Fellnasen Bett und Couch. Er wurde von jedem bedingungslos akzeptiert und geschätzt. Das lag aber wahrscheinlich auch daran, dass er ein wahrer Sonnenschein ist.

Er genießt seither jede Sekunde, jedes Wort, jede Streicheleinheit. Ständig wedelt er mit dem Schwanz, wenn man ihn nur anblickt.
Mein schönstes Erlebnis war, als er eines Nachts in mein Zimmer getrottet kam, mich erblickte und nur aufgrund meiner bloßen Anwesenheit sich so freute, dass sein Schwanz wie ein Propeller umher schwirrte.

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Joee bei uns aufzunehmen war die beste Entscheidung unseres Lebens. Mir zerspringt fast jedes Mal das Herz, wenn ich an ihn denke, ihn sehe und mit ihm kuschle.

Leider ist Joee herzkrank, sodass er starke Medikamente bekommen muss, doch wir hoffen, dass er uns noch ganz lange erhalten bleibt. Wir können uns eine Welt ohne ihn überhaupt nicht mehr vorstellen. Noch nie hatten wir einen so unkomplizierten und dankbaren Hund.

Wir freuen uns über jede Minute, die wir miteinander verbringen können und möchten keine davon missen.

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Wir würden diesen Schritt immer wieder tun um einer armen Seele zu helfen. Sie schenken einem so viel Liebe und Freude.

Joee hat definitiv seine Couch gefunden. :-)

14.12.2013

16.12.2013


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