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Emilia

Eigentlich sollte ja kein neuer Vierthund mehr bei uns einziehen...
Unser vorhandenes Trio war superharmonisch und auch auf Spaziergängen easy zu händeln. So wie es war, war es gut. Und obwohl Matilda (French Bulldog-Mix), Sofia und Balisto (Presa Canario-Mixe) unser bislang „einfachstes“ Hundeteam waren, brauchte ich keine neue Herausforderung mehr.

Man wird ja schließlich nicht jünger und möchte sich vielleicht auch mal auf andere schöne Dinge konzentrieren. ;-)

Tja... das Dumme ist nur, dass ich als Betreiberin der Molosser- und der Kampfschmuser- Vermittlungshilfe tagtäglich Nothunde „auf den Tisch“ bekomme und solche Vorsätze schon mal ganz schnell ins Schwanken geraten können.

In der Regel siegt dann aber die Vernunft... oder die mahnende Stimme meines Götter- gattens.

Doch dann nahm ich für den Tierschutzverein „Tierrettung Ausland“ die ca. 2-jährige, schwarz gestromte, bildschöne (wenn auch leider kupierte) Cane Corso-Hündin Cornelia online, deren Blick und deren Beschreibung mir einfach nicht aus dem Kopf gehen wollten.

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Also fasste ich mir irgendwann ein Herz und fragte bei meinem Mann ganz vorsichtig an, ob wir uns nicht für diese nette Hündin bewerben sollten... Doch er schmetterte meinen Vorschlag – wie so oft in der Vergangenheit – resolut ab. Er wollte endlich mehr Motorradfahren und Reisen und sich nicht noch weiter binden. Schluss Punkt Aus.

Mein geknickter Rückzug ging dann aber doch nicht spurlos an ihm vorbei, und so fragte er mich nach einer Weile, ob ich jetzt „mutzelig“ sei, und warum ich ausgerechnet jetzt einen neuen Nothund haben wollte. Mit dieser versöhnlichen Nachfrage hatte er eigentlich schon verloren. :-))

Vorab sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich zwar ALLE Hunde mag, unabhängig von der Rasse, der Farbe, dem Geschlecht oder sonstiger Eigenschaften. Wichtig war und ist mir immer nur, dass ein Nothund zu den vorhanden Wauzis passt und dass niemand zu kurz kommt.

Aber ich liebe nun einmal die Bollerköpfe und ganz besonders den Cane Corso, so dass im Laufe der vergangenen Jahre bereits 5 Corsi (und -Mixe) unser Leben bereichert haben. Und wenn sie dann dunkelbraun-gestromt oder schwarz sind, geht mein Herz erst recht auf.

Meine simple Antwort lautete: „Ich gehe jetzt stramm auf die 50 zu, und Cornelia ist wahrscheinlich meine letzte Chance auf einen relativ jungen Cane Corso.“

Damit war alles gesagt, was gesagt werden musste. Nach fast 30 gemeinsamen Jahren müssen wir nicht mehr viele Worte verlieren... Er weiß einfach, wie ich „ticke“ und hat sich daher wieder einmal darauf verlassen, dass ich weiß, was ich tue.

Auch wenn er natürlich darauf bestanden hat, dass ich es ihm nun schriftlich geben müsse, dass dies der letzte Hund sei, und dass er sich um keinen Hund mehr kümmere oder mit ihm spazieren gehe, selbst wenn ich mal krank sei... So viel sei schon mal verraten: Er hat weder eine solche Bestätigung bekommen, noch hat er sich geweigert, mit den Hunden zu laufen, als ich mal ausgefallen bin. :-)) 

Doch zurück zu Cornelia, die weiterhin im ungarischen Tierheim Kaposvar saß, wo man eher selten Molosser hat und sich überhaupt nicht mit der Rasse auskannte. Und dem deutschen Partnerverein ging es da ganz genau so.

Als ich nun bei der für die Hündin verantwortlichen Vermittlerin leise anläuten ließ, dass wir uns evtl. vorstellen könnten, Cornelia zu adoptieren, reagierte sie begeistert und so telefonierten wir erst einmal in aller Ruhe, da sie die Hündin bei ihrer letzten Fahrt persönlich kennengelernt hatte und mir bestätigte, dass sie sowohl zu Menschen als auch zu anderen Hunden ausgesprochen nett sei. Was wollte ich mehr? ;-)

Dann ging alles rasend schnell:
Da wir gerade mitten im Jahresurlaub steckten und so schnell keinen neuen Urlaub bekommen hätten, setzte der Verein ohne unser Wissen bereits alle Hebel in Bewegung, um es uns zu ermöglichen, wenigstens noch unseren Resturlaub für die Vergesellschaftung der Hunde nutzen zu können, obwohl wir versichert hatten, dies auch ohne Urlaub, aber dank versetzter Arbeitszeiten, gewuppt zu bekommen.

Zwei Tage drauf erhielten wir bereits Besuch von einer seeeehr skeptischen Vor- kontrolleurin des Vereins, die uns gleich sagte, dass sie nicht viel davon halte, drei oder mehr Hunde zu halten. Glücklicherweise war sie aber so offen, dass sie sich auf uns und unsere Lieblinge eingelassen hat... und letztendlich so begeistert von unserem Dreamteam war, dass sie grünes Licht für die Vermittlung gab. ;-)

Zufälligerweise startete zwei Tage später der von langer Hand geplante September- Transport nach Ungarn (mit Spenden hin, mit Hunden zurück), und der Verein hatte es tatsächlich noch geschafft, „unsere“ Hündin mit auf die Traces-Liste zu setzen.

Sprich:
Genau eine Woche nach unserem Telefonat durfte ich Cornelia – die wir gleich in EMILIA umbenannten – hier in Deutschland strahlend in Empfang nehmen!

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Doch unsere Freude wurde schnell getrübt:
Die grundsätzlich verträgliche und supernette Hündin hatte noch nie im Haus gelebt, fand Türen und geschlossene Räume gruselig und war es offenbar auch nicht gewohnt, eng mit anderen Hunden zusammenzuleben.

Dies führte bereits am ersten Tag zu einer heftigen Attacke auf unsere supersanfte Althündin.
Meine Reaktion kam schnell und deutlich, so dass – bis auf ein Loch – nicht viel passierte. Aber nun waren wir auf der Hut.

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Trotzdem... die Angriffe wiederholten sich und waren so heftig, dass Sofia teilweise schrie und unter sich machte. :-((

Nun wurde es mir doch mulmig und ich muss gestehen, dass ich in gut 25 Jahren Mehr- hundehaltung das erste Mal ans Aufgeben gedacht habe... zum Schutz der vorhandenen Hunde.

Der Verein war informiert, besorgt und ver- ständnisvoll, freute sich aber natürlich, dass wir keine voreilige Entscheidung treffen und Emilia Zeit geben wollten.

Zeit, um sich einzugewöhnen und um „runter- zukommen“, um zu lernen.

Wir blieben rund um die Uhr wachsam.
Emmi trug Tag und Nacht ein Geschirr (um sie notfalls besser packen zu können), nachts war sie mit einer kurzen Leine an meinem Handgelenk gesichert (sie auf kuscheligen Hundekissen neben unserem Bett, die anderen IM Bett), bei Fehlverhalten gab es klare und konsequente Ansagen und sie wurde auf ihren Platz geschickt.

Ansonsten gab es Lob en masse und vor allem menschliche Zuwendung, wenn sie sich die Streicheleinheiten brav mit den anderen teilte. Eng an eng.

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Und so hielten wir tapfer durch, selbst als Emilia nach gut 2 Wochen ihre Attacken auf Balisto verlagerte, der bis dahin absolut souverän mit ihr umgegangen war und sich nicht mal davon hatte beirren lassen, wenn sie knurrend vor ihm stand.

Nachdem sie aber einmal aus gut 2 m Entfernung auf ihn gesprungen war, um ihn grollend im Nacken zu packen, nur weil er sich der Couch genähert hatte (durch einen Brüll von mir ließ sie glücklicherweise sofort von ihm ab), wurde auch Bali vorsichtig. Unsere beiden Großen liefen nur noch wie auf Eiern und überlegten sehr genau, wie und wo sie an Emilia vorbeigingen.

Sprich: Sie konnten sich in ihrem eigenen Zuhause nicht mehr frei bewegen. :-(

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Interessanterweise blieb die kleine Matilda von Attacken verschont.
Zuerst dachten wir, dass Emilia sie einfach nicht als Bedrohung empfand und nicht ernst nahm, doch dann kristallisierte sich immer mehr heraus, dass es einfach an ihrer selbstbewussten Ausstrahlung und ihrer Unnachgiebigkeit liegt. Sie ist nämlich seit dem Tod ihrer Ziehmama (2018) hier die unangefochtene Chefin, die ganz klar Grenzen aufzeigt.

Sie war auch die einzige, die Emilia von Anfang an angeraunzt hatte, wenn diese ihr zu nah kam... und die regelmäßig zum tasmanischen Teufel mutiert, wenn ihr etwas nicht passt. Sie erlaubt z.B. nicht, dass die Große den Kopf mit in ihren Wassernapf stopft (wie sie das problemlos bei Sofia und Bali machen darf) und wird extrem grantig, wenn Emilia in einem von der Kleinen initiierten Spiel zu übermütig wird und mit der Pfote nach ihr schlägt.

Emmi kuscht in solchen Momenten und muss de facto von uns vor Matilda gerettet werden. ;-)

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Würde sie in solchen Situationen anders reagieren und zurückschießen, hätten wir tatsächlich aufgeben müssen... Aufgrund des Größen- und Gewichtsunterschieds wäre eine ernsthafte Auseinandersetzung für Matilda nämlich lebensgefährlich.

Glücklicherweise sind unsere Großen entsprechend stabiler und haben offenbar auch keine dauerhaften psychischen „Schäden“ davongetragen, da sie trotz der Schwierigkeiten im Haus immer wieder den netten Kontakt zu Emilia suchten, sie auf Spaziergängen zum Spielen und gemeinsamen Rennen aufforderten, einträchtig mit ihr an interessanten Stellen schnüffelten usw.

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Da Emilia kein „böser“ Hund ist, sondern einfach nur die Regeln des sozialen Zu- sammenlebens nicht kannte und insbesondere abends (wenn offenbar ein gewisser Stresslevel erreicht war) problematisches Verhalten zeigte, ansonsten aber ohne „Eifersüchteleien“ ihre Menschen teilt, selbst Leckerchen mit den anderen gemeinsam aus einer Hand klaubt und nicht einmal ihren Futternapf verteidigt, atmeten wir tief durch und beschlossen nach einem ernsten Gespräch, ihr wenigstens 3 Monate zu geben, bevor wir eine Entscheidung trafen.

Doch so lange brauchten wir letztendlich gar nicht. :-))

Nach gut 6 Wochen scheint der Knoten geplatzt zu sein.
Emilia brummt nur noch, wenn ihr etwas zu eng wird... und geht notfalls von sich aus!

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Ansonsten sucht sie selber den Kontakt zu den anderen, fordert sie zum Spielen auf, kugelt sich auf unserem Wasserbett, während die anderen um sie rumhüpfen, knubbelwackelt, sobald die anderen sich bewegen. Die Hunde beissen sich spielerisch und sanft in Lefzen und Ohren, sie liegen immer öfter Kontakt...

Kurz und gut: Das Verhältnis wird von Tag zu Tag besser und entspannter.

Noch haben wir unser Ziel nicht erreicht, dass die Vier wie selbstverständlich über- und untereinander liegen (so wie wir das seit vielen Jahren von all unseren Hunden kennen), aber mittlerweile sind wir uns sicher, dass auch dieses Quartett zu einem tollen und durchweg harmonischen Team zusammenwachsen wird.

Wir sind jedenfalls froh, durchgehalten und Emilia die Chance gegeben zu haben, bei uns anzukommen und uns zu zeigen, dass sie wirklich eine Traumhündin ist!

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01.12.2021

03.12.2021


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Oder einen Gutschein über einen Tierheimbesuch im neuen Jahr!

Niemals ein Tier verschenken, ohne zuvor gefragt zu haben, ob es erwünscht ist!!
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