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Emmi

Emmis Happy End

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Vor ca. einem Vierteljahr kam ich auf die Idee, mich wieder mehr mit Pferden auseinander- setzen zu wollen.

Ich bin 50 Jahre alt, in der bayrischen Rhön als Enkel eines Schäfers aufgewachsen.
Über eine Freundin, die ich inzwischen 25 Jahre kenne, kam ich erstmals mit Pferden in Berührung. Da ich damals nicht reiten konnte, fing ich an, mich für alternative Trainingsmethoden für Pferde zu interessieren.

Dies bot sich aus zwei Gründen an, zum einen Stand auf dem Hof, auf dem meine Freundin ihr Pferd untergestellt hatte ein junger Haflinger, an den sich keiner ran traute, Hufpflege fand nicht statt, zum anderen schwappte zur damaligen Zeit gerade die Welle der Pferdeflüsterer nach Bayern über. Also las ich einiges und schaute mir einige Trainer an. Letztendlich schaffte ich es, den jungen Haflinger zu satteln.

Das kam mir nun vor einem viertel Jahr wieder in den Sinn und ich machte mich auf, einen Pferdehof zu finden.

Ich war an Bodenarbeit interessiert und an Pferden, welche zwar noch beschäftigt, aber vielleicht nicht mehr geritten werden sollten. So schaute ich mir verschiedene Höfe aller Art und eben auch Gnadenhöfe in der Umgebung an.

Hierbei stieß ich auf die Tieroase Stefanshof, ein Verein, der sich um das Tierwohl kümmert. Ich wurde dort Mitglied, denn das Konzept, das man da einmal im Monat am Tag der offenen Tür besichtigen kann, überzeugte mich sehr. Hier wird Nutztieren, Wildtieren und Haustieren sachgerecht und kompetent durch ausgebildete Tierpfleger erstklassig geholfen.

Da ich den Sachkundenachweis in der Greifvogel- und Eulenhaltung habe, bin ich hier der erste Ansprechpartner bei hilfsbedürftigen Greifen und ggf. auch Transporteur zur Tierklinik München. Mein Problem war damit allerdings nicht behoben, denn die Pferde dort haben bereits feste Bezugspersonen.

Aber es passierte halt auch Folgendes:

Ich hatte vorher schon Kontakt mit der Vorstandschaft aufgenommen und eben meine Hilfe angeboten, da gerade im Landkreis Landshut Knappheit an Auffangstationen für Greifvögel herrscht. Bei diesem Zusammentreffen haben wir besprochen was möglich und auf dem Hof der Tieroase umzusetzen wäre.

Wir saßen also eine ganze Zeit zusammen. Als mich plötzlich meine Gesprächspartnerin ganz verdutzt anschaut und mir sagt, dass ist ja noch nie passiert.

Nun, was war passiert?

Schon eine ganze Zeit lag eine kleine strubbelige Hündin neben mir auf der Bank, hatte ihren Kopf auf meinen Schoß gelegt und ihn sich von mir kraulen lassen. Ich mas dem Ganzen keine sonderliche Bedeutung bei.

Das besondere war nun, es handelte sich um eine Hündin, die aus Weißrussland kam und vor 1 1/2 Jahren von der Tieroase aufgenommen wurde. Nur, diese Hündin mag keine Männer und lässt sich von diesen, insbesonderen von Fremden, nur ungern anlangen. Nun lag diese Hündin bei mir.

Ähnliche Erlebnisse hatte ich nun schon des Öfteren. Egal ob es sich um Hunde, Katzen, Pferde usf. handelt.

Auf jeden Fall hat diese kleine Hündin in mir etwas ausgelöst.

Ich konnte auf einmal meine einstmals so geliebte Hündin Lara loslassen.
Diese hatte ich nach 14 gemeinsamen Jahren über die Regenbogenbrücke gehen lassen müssen. Bis zu dieser kleinen Hündin war ich nicht mehr bereit, mich auf einen neuen Hund einzulassen.

Nachdem die Tieroase allerdings nur Katzen weitervermittelt, konnte ich diese kleine Hündin also nicht mitnehmen. Aber mir war auf einen Schlag klar ich möchte wieder einen Hund. Somit kann man diese kleine Hündin durchaus als Emmis gute Fee bezeichnen.

Ich machte mich also auf die Suche nach dem passenden Hund.

Er sollte mittelgroß bis groß, weiblich sein und in irgendeiner Form Hilfe benötigen, kein sogenannter Kampfhund sein. Der eine mag keine Doggen, der nächste keinen Schäferhund, der Dritte keine Pudel. Ich kann halt nichts mit diesen Rassen anfangen, was nicht heißt, dass sie nicht genauso liebenswert sein mögen; meins sind sie halt nicht.
Soviel war klar und der Rest, wie Rasse, Alter, Farbe... egal.

Ich gab also bei Google "Hund gesucht" ein und ging Seite für Seite durch.
Zuerst schaute ich mir die regionalen Tierheime und Hilfe gesucht Seiten an. Ich verschaffte mir also erstmal einen breiten Überblick. Nach einiger Zeit stieß ich schließlich auf die Seite "Couch gesucht".

Relativ schnell sah ich zum ersten Mal das Bild von Emmi.

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Eine Gos d´atura catalan, wie es dort hieß.

Bis dahin hatte ich von dieser Rasse zugegebenermaßen noch nichts gehört. Also las ich aufmerksam die Beschreibung, denn irgendwie schaute mir diese Hündin genau ins Herz.

Aber gut dachte ich erstmal. Sie kann gut alleine bleiben, verträgt das Autofahren. Schon mal nicht schlecht, wenn man neben dem Hundehalten auch noch das Fressi für Hund und Halter verdienen muss.

Angegeben war auch, dass sie keine "Partygängerin" ist, also ein ruhiges möglichst reizarmes Zuhause sucht, bei dem nicht täglich Tag der offenen Tür stattfindet. Da dachte ich, dass paßt doch zu einem alleinstehenden älteren Herrn.

So schaffte es Emmi, dass ich sie im Browser schon mal unter Favoriten ablegte.

Da, wie auf Couch gesucht üblich, auch die eigentliche Vermittlungsstelle angegeben wird, und diese in der Nähe von Hannover liegt, schaue ich also erstmal, ob ich nicht doch was in Bayern finde. So vergehen einige Tage, an denen ich doch immer wieder auf die Seite von Emmi gehe.

Nach etlichen Hundeprofilen steht nun also letztendlich fest:

Hannover hin oder her Emmi hat mein Herz erobert.

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Ich nehme Kontakt mit der angegebenen Vermittlungsstelle auf und erfahre, dass sich Emmi, die "Problemhündin" in der nächsten Pflegestelle befindet, da Emmi sich auch mit den Hunden auf dem Geißblatthof nicht versteht und auch dort schon gebissen hat.

Aber ich bekomme immerhin, die Kontaktdaten zum jetzigen Aufenthalt von Emmi, die ‘Zehengaenger GbR’ wo sie die bisherige Halterin, aufgrund der Probleme nun unterge- bracht hat.

Also rufe ich dort an.
Ein rundum Glücksfall wie sich im weiteren Verlauf herausstellen wird.

Der erste telefonische Kontakt findet Anfang Oktober 2019 statt.
Die Inhaberin erklärt mir zum ersten Mal, warum denn Emmi nun tatsächlich so ein Problem für ihre Halterin darstellt, und erzählt mir ausführlich, was sie zu Emmis Geschichte weiß.

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So erfahre ich unter anderem, dass Emmi sowohl ihre bisherige Halterin als auch deren Sohn gebissen hat. Nichts Ernstes aber immerhin.

Auch erfahre ich, dass Emmi bereits verschiedene Hunde gebissen hat. Das sie sterilisiert wurde, dass sie zum Bürsten narkotisiert wurde und dass sie wohl wegen einer zweifelhaften Kolik operiert wurde. Eine kürzlich durchgeführte tierärztliche Untersuchung blieb ohne jeglichen Befund.

Diese Untersuchung fand wohl aufgrund der Übergabe von Emmi an eine Pflegestelle statt.
Emmi wurde zur Pflege an eine sehr engagierte und kompetente junge Frau übergeben, um ihr die Umgebung zu geben, welche sie braucht. Das ist wohl, wie schon im Profil auf "Couch gesucht" beschrieben, eine ruhige Umgebung und ein Halter/eine Halterin mit klaren Regeln und Sachverstand für einen Hütehund.

Beides hat Emmi in der Pflegestelle gefunden.
Geplant war hier ein vierteljähriger Aufenthalt.
Der Hintergrund war immer die Vermittlungschancen für Emmi zu verbessern. Für all das, Pensionskosten, Pflege, Versicherung, Steuer... ist Emmis bisherige Halterin aufgekommen.

Für dieses verantwortungsvolle Handeln verdient sie meinen höchsten Respekt, den ich auch sehr gerne an dieser Stelle zum Ausdruck bringe, denn dieses Verhalten steht ganz klar im positiven Kontrast zu den Haltern, die einen Hund der beißt, einfach bei einem Tierheim abgeben - Nach dem Motto: Das ist jetzt euer Problem. Oder die sogar im Extremfall vor einer Einschläferung nicht zurückschrecken.

Dies alles hat diese sehr verantwortungsvolle Frau nicht getan, wofür ihr Emmi sowohl wie ich äußerst dankbar sind, denn Emmi ist so ein wundervoller Hund.

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Nun stand ja aber die Vermittlung von Emmi im Vordergrund. Folglich verblieben die Zehengaenger und ich so, dass Emmi erstmal 14 Tage in besagter Pflegestelle bleibt.


Das tat nicht nur Emmi gut, sondern auch mir. So konnten sich die erhaltenen Informationen bei mir setzen und ich konnte meinen Urlaub planen und einreichen. Denn eins war mir klar:

Wenn ich mir diesen Hund hole, brauchen wir, sowohl der Hund als auch ich, Zeit.

Für Emmi konnte so eine Erholung und Stabilisierung stattfinden.

Als ich dann schließlich Emmi am 01. November zum ersten Mal begegnete war klar, welche fantastische Arbeit die Pflegestelle geleistet hat. Hierfür auch an dieser Stelle 1000 Dank an die junge Frau der Pflegestelle!!!

Aber auch das Engagement der Zehengaenger war phänomenal. Hierfür möchten sich Emmi und ich ebenfalls 1000 fach bedanken.

Ich konnte am Wochenende kommen.
Ein eingezäunter Platz wurde uns eigens zur Verfügung gestellt, uns wurden Hunde zum Testen der Verträglichkeit zur Verfügung gestellt und Emmi konnte in der Zeit dort übernachten, so dass wir möglichst viel Zeit ohne viel Aufwand miteinander verbringen konnten. Ich konnte jederzeit und alles fragen. Mir wurde in jeglicher Hinsicht entgegengekommen.

Für ein Wochenende ein wahnsinniges Entgegenkommen, Hilfsbereitschaft, Organisations- aufwand und das bei unbeschreiblicher Freundlichkeit.

Sogar der Opa war da und trug das Kind der Inhaberin (Emmi war immer wenn notwendig mit Maulkorb gesichert, dass hier kein falscher Eindruck entsteht) um zu sehen, wie Emmi reagiert.

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Nun noch einmal zurück zu dem Problemhund:

Auch wenn es klischeehaft klingt, aber allzu oft ist das Problem halt am andern Ende der Leine. Und so war es leider auch bei Emmi.

Nun kann ich das leicht sagen, da ich als Enkel eines Schäfermeisters mit Hütehunden aufgewachsen bin. Und ja, Emmi ist ein super Hütehund und legt alle rassespezifischen Eigenschaften an den Tag.

Für den, der damit umzugehen weiß, eine super Sache, für den der es nicht kann, ein Riesenproblem.

Ein Problem, wenn dann der Halter gehütet und von der Außenwelt abgeschnitten wird.

Ein Traum, wenn man klare Regeln und Grenzen setzt.

Und Emmi ist ein Traum mein Traumhund!!!

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Sie ist wahnsinnig intelligent, lernt irre schnell. Ist in ihrer Körpersprache total klar, achtet auf die kleinsten Zeichen. Sie ist total menschenbezogen.

Emmi wurde zum Bürsten sogar narkotisiert (nähere Hintergründe hierzu und ob es nur um die Fellpflege ging, sind mir nicht bekannt):

kein Thema

Emmi ist aggressiv, bissig gegen andere Hunde:

kein Thema (gut sie hat ihre Antipathien, aber die hab ich auch)

Emmi ist aggressiv gegen ihren Halter:

Emmi braucht ihre Grenzen (sie testet völlig weich und akkurat die Rudelführung)

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Also:

Liebes "Couch gesucht" - Team und allen bis hierhin Genannten:

1000 Dank !!!

im Namen von Emmi und mir, ihrem überglücklichen neuen Halter Charly

Happy End
und Euch allen eine ebenso glückliche Advents- und Weihnachtszeit

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01.12.2019

03.12.2019


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Oder einen Gutschein über einen Tierheimbesuch im neuen Jahr!

Niemals ein Tier verschenken, ohne zuvor gefragt zu haben, ob es erwünscht ist!!
Eltern sollten sich immer bewußt sein, daß SIE die letztendliche Verantwortung für ein Tier haben und nicht das Kind - Egal ob Hund, Katze oder Meerschweinchen und egal, was man vorher sagt!!

Alles für Euer Tier! 

  

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