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Oldies but Goldies - 10-köpfiges Husky-Rudel ist in Not geraten (Photos s. unten)
Auch wenn die Möglichkeiten nicht gerade rosig sind für alte Tiere – und hier handelt es sich gleich um ein ganzes Rudel älterer Huskys – so möchten wir trotzdem versuchen, nicht nur den Tieren, sondern auch den Menschen, die in Not geraten sind und deren Herz an den langjährigen Gefährten hängt, zu helfen.
Nachdem wir die Meldung erhielten, dass 10 Huskys im Alter von 11 bis 13 Jahren ein neues Zuhause suchen müssen, ging uns diese Notsituation nicht mehr aus dem Kopf.
Kurz entschlossen setzten sich 2 ehrenamtliche Mitarbeiter mit den Besitzern in Verbindung und vereinbarten einen schnellen Besichtigungstermin. Dieser hat nun am 21. Mai stattgefunden.
Als wir nach 2,5 Stunden Anfahrt in dem Gelände standen und die fröhlichen Hunde in ihrem Gehege sahen, ging uns einerseits das Herz auf, andererseits stimmte es uns auch traurig. Traurig, weil diese liebenswerten Geschöpfe derzeit nicht in dem Maß Zuwendung und Ansprache erhalten können, wie sie es verdient hätten. Dennoch deutete nichts darauf hin, dass sie psychisch oder physisch in einem schlechten Zustand wären – nein – alle Tiere machten einen topp fitten Eindruck auf uns. Wäre uns das Alter der Hunde nicht bekannt gewesen, wären wir nie auf die Idee gekommen, diese lebhaften Nordischen als Oldies zu bezeichnen.
Da war ein kleineres Rudel mit 4 Huskys, 2 Hündinnen, 2 Rüden – als diese in den Freilauf düsten, das war ein Anblick von „Leben pur“ – Freude und Energie sprangen regelrecht auf uns über.
Die Freude gut erklärbar, denn die beiden Hündinnen und die beiden Rüden können wir nur als offene und liebenswerte Pelzgesichter bezeichnen.
Vorne draus die Laika, die kupferfarbene Mama, dann Sky, der dunkelgraue Rüde, er ist der Vater von Murphy (dem stattlichen dunklen Rüden) und Trixi, der hellen Hündin mit den kleinen Klappohren.
Die Energie ist allerdings auch erklärbar. Wie so kleine Wildlinge haben diese Vier das große Gelände in Beschlag genommen, sind herumgetobt, haben alles ausgeschnüffelt, natürlich auch regen Anteil an dem angrenzenden Gehege mit dem Ententeich und der darin befindlichen Ente genommen.
Es war wunderschön anzusehen, wie das 4er-Rudel miteinander harmonierte und man hätte noch viele Stunden mit ihnen verbringen können, aber man hätte sie am liebsten auch gleich mitgenommen.
Gewartet haben im anderen Gehege weitere 6 Huskys, die auch ihre Streicheleinheiten forderten. Ohne Murren, Knurren und Streitigkeiten konnten wir uns anschließend in dieser 6er-Gruppe bewegen. Erstaunlich, dass bei der Zahl von 4 Hündinnen und 2 Rüden keinerlei Eifersüchteleien stattfanden. Und dies, obwohl jeder der 6 sich gierig um ein Pansenstück bemühte, das der Besitzer verteilte. Aber auch diese Hunde haben im Nu all unsere Sympathie gewonnen.
Alles in allem eine harmonische, zweigeteilte Hundefamilie. Ja, wenn da nicht die Sorgen entstanden wären, die nun auf die Besitzer zugekommen sind. Wie so oft kann man sich das Leben nicht selbst bestimmen, es verändert sich einfach.
Es liegt nicht alleine an der Zeit, die für die Tiere fehlt, um sie richtig auszulasten und zu versorgen, auch finanziell ist ein großes Loch entstanden. Ein neuer Job, der alles verändert hat, gab den Ausschlag, dass man sich zu diesem Entschluss, die Tiere noch gut unterzubringen, durchgerungen hatte.
Unter normalen Umständen müsste keiner der Huskys sein Zuhause verlassen – doch es ist eben jetzt dieser Fall eingetreten, den die Besitzer eigentlich vermeiden wollten. Und eben deshalb sah man keine andere Alternative, als den Tierschutz und hier die Nothilfe für Polarhunde einzuschalten.
Wir, die Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt, haben unsere Hilfe angeboten, sind jedoch für die Umsetzung auf SIE, liebe Leser und Freunde der nordischen Hunde, angewiesen.
Dringend benötigen wir Paten, die uns helfen, die finanzielle Situation zu unterstützen. Die laufenden Kosten müssen abgedeckt werden, es fallen monatlich ca. 500 Euro an.
Es liegt uns sehr am Herzen, die Tiere momentan nicht überstürzt zu trennen, sondern verlässliche Endplätze für diese liebenswerten Fellbündel zu finden, um ihnen unnötige Platzwechsel zu ersparen. Die Rudelstruktur in beiden Gruppen ist so stabil, dass wir derzeit die bestehende Harmonie untereinander nicht durch unbedachtes Herausreißen einzelner Hunde zerstören wollen.
Ideal wäre es daher, die Hunde möglichst zeitgleich in ein neues Zuhause zu entlassen. Sollte es möglich sein, schnell genügend kompetente Menschen zu finden, dann wäre umso schneller eine Lösung für die beiden Rudel in Aussicht.
Bitte bedenken Sie, es handelt sich zwar hier vom Alter her um Senioren, aber keinesfalls verhalten sie sich so. Wir haben den Eindruck gewonnen, als sei das Alter an diesen Hunden irgendwie vorbeigegangen. Das Aktivitätsniveau ist bei allen 10 Nordischen durchaus noch ausgeprägt. Es handelt sich ja um ehemals sportlich geführte Huskys, die nach wie vor einen starken Bewegungsdrang haben. Sicher würden sie auch gerne noch am Fahrrad laufen oder mit Ihnen joggen gehen.
Ein Großteil der Huskys hat in früheren Jahren auch mit im Haus gelebt. Doch selbst bei den anderen sehen wir keine Schwierigkeiten, dass sie sich, vielleicht mit ein paar Abstrichen, die Mensch machen muss, schnell im häuslichen Bereich einleben würden. Diese Erfahrung haben wir in den vergangenen Jahren mehrfach gemacht.
Ist nun Ihr Interesse geweckt?
Sie müssen nicht zwangsläufig „Profi“ sein, auch für ambitionierte Anfänger stellen diese Kandidaten einen guten Einstieg in die Faszination des Zusammenlebens mit einem nordischen Kameraden dar.
Wir stellen vor:
Laika ist zwar die älteste Hündin des 4er-Rudels, aber trotzdem gesund. Die kupferfarbene Husky-Dame ist im August 1998 geboren und die Mutter von Murphy und Trixi. Inzwischen ist Laika aber kastriert, so dass kein unverhoffter Nachwuchs mehr befürchtet werden muss.

Laika ist verträglich mit anderen Hunden der gleichen Größe. Katzen und Kleintiere gehören allerdings in ihr Beuteschema und sollten im neuen Zuhause nicht vorhanden sein. Die nette Hündin mag ihren Sohn Murphy besonders gern und würde sich freuen, wenn sie gemeinsam mit ihm umziehen dürfte.
Das Leben im Haus ist Laika von früher gewohnt. Sie würde sich bestimmt schnell wieder daran erinnern – es könnte allerdings sein, dass sie die Nähe der Zweibeiner so sehr sucht, dass sie probiert, das Bett zu entern.
Murphy, Sohn von Laika und Sky, Bruder von Trixi. Murphy ist im August 2000 geboren.

Ein sehr agiler Rüde, den wir kaum fotografieren konnten, weil er die meiste Zeit auf dem Grundstück herumrannte. Nicht nur mit seinem schwarzen Fell fällt Murphy auf, sondern auch mit einem braun/blau marmorierten Auge.
Auch Murphy blieb bisher von Krankheiten verschont. Er wird sicherlich noch sein Pensum an Bewegung fordern. Gerne würde er seine neuen Menschen mit Mama Laika teilen, aber wir würden die beiden auch trennen, falls es im Doppelpack nichts wird.
Ebenso wie Laika durfte Murphy früher mit im Haus leben und erinnert sich sicherlich schnell wieder, wie man sich da zu benehmen hat. Andere Hunde könnte er akzeptieren, sofern sie in etwa seine Größe hätten. Mit Katzen und Kleintieren aber würde eine Vergesellschaftung bestimmt nicht funktionieren.
Skee (sprich: „Ski“ mit langgezogenem „i“) ist die Schwester von Jacky und gemeinsam mit ihr Chefin im 6er-Rudel. Sie ist im Juni 1998 geboren.

Optisches Merkmal von Skee ist ihr breiter weißer „Kragen“ im Nacken.
Skee ist eine liebe, offene Hündin und genießt Streicheleinheiten. Eine Vermittlung zusammen mit Schwester Jacky wäre möglich, sonstige Geschlechtsgenossinnen sollten allerdings im neuen Zuhause nicht vorhanden sein, denn da reagieren beide Schwestern etwas zickig. Mit Rüden dagegen würde Skee sich vermutlich problemlos vertragen.
Katzen und Kleintiere akzeptiert sie aber nicht in ihrer näheren Umgebung.
Wohnungshaltung kennt Skee von früher, so dass wir davon ausgehen, dass es mit ihr auch in Zukunft keine Schwierigkeiten in Sachen Stubenreinheit geben wird.
Jacky, geboren im Juni 1998, ist die Schwester von Skee und außerdem Mutter von Balu, Domino, Lady und Lisa. Jacky hat ein blaues und ein braunes Auge.

Sie war ihr Leben lang mit Skee zusammen und hätte auch nichts dagegen, weiterhin mit ihrer Schwester das Zuhause zu teilen. Trotzdem würden die beiden auch eine Trennung verkraften. Ein netter Rüde dürfte gerne schon vorhanden sein, aber andere Hündinnen oder gar Katzen und Kleintiere würden bei Jacky nicht auf Gegenliebe treffen.
Jacky war bei unserem Besuch freundlich, aber keineswegs aufdringlich. Sie war eine der letzten, die den Kontakt zu den Fremden suchte, doch als sie erst mal näher gekommen war, ließ sie sich auch gerne streicheln.
Jacky durfte früher mit ins Haus und würde sich dort bestimmt auch schnell wieder eingewöhnen.
Domino ist der zweite Sohn von Jacky und Sky und im September 2000 geboren. Er ist pintofarben (weiß mit schwarzen Flecken) und hat blaue Augen.
Domino harmoniert bestens mit seinem Bruder Balu und könnte auch mit ihm gemeinsam vermittelt werden – wohlgemerkt: „könnte“, aber nicht „muss“, wir würden die beiden durchaus auch trennen.
Mit dem auffallend gefärbten Domino werden Sie bestimmt viele Blicke auf sich ziehen. So etwas gibt es nicht allzu oft und bisweilen erkennen Passanten bei dieser Farbgebung gar nicht gleich, dass es sich um einen Husky handelt. Doch Domino weist sich nicht nur mit seinen blauen Augen als ein waschechter Nordischer aus, sondern auch mit seinem Temperament.
Er freut sich über möglichst viele Aktivitäten in freier Natur und Sie dürfen davon ausgehen, dass Sie seine Zugkraft an der Leine spüren werden.
Domino ist mit anderen Hunden verträglich – vorausgesetzt, sie entsprechen mindestens seiner eigenen Größe. Katzen oder Kleintiere sollten sich von ihm jedoch möglichst fern halten. Auch Domino ist mit dem Leben im Haus noch nicht so vertraut, würde sich aber kaum die Chance entgehen lassen, in der Nähe seiner Bezugspersonen zu sein.
Lady, geboren im September 2000, ist eine Tochter von Jacky und Sky. Die kastrierte Lady ist wie ihr Bruder Domino pintofarben, aber sie hat braune Augen.

Lady ist ein Herz und eine Seele mit ihrer Schwester Lisa. Hier wäre es ganz toll, wenn wir die zwei zusammen lassen könnten. Beide sind sehr verschmust und überaus liebenswert. Sie orientieren sich aneinander und täten sich wahrscheinlich schwer, wenn wir sie auseinander reißen müssten.
Andere Hunde sind kein Hindernis. Katzen und Kleintiere dagegen schon, denn da käme bestimmt Ladys Jagdtrieb durch.
Ein Garten wäre, wie bei allen Hunden dieses Bestandes, wünschenswert. Aber er sollte ausreichend hoch umzäunt sein, denn Lady hat uns eindrucksvoll demonstriert, wie elegant und leichtfüßig sie auf das Podest im Gehege gesprungen ist.
Kontakt: Nothilfe für Polarhunde e.V. Silcherstr.10 72250 Freudenstadt Tel.: 07441/95 19 95 e-mail: nothilfe@polarhunde.de
Eingestellt 10.07.2011
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