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Wie kamen Sie zu diesem Hund?

Wie ich diese Frage meine?    

Als Sie den Entschluss fassten, Ihre Familie um ein weiteres Familienmitglied zu bereichern, welche „Quellen“ zogen Sie in Betracht?

Wenn wir in unserer Hundeschule unseren Klienten diese Frage stellen, werden drei „Quellen“ angegeben, die ich an dieser Stelle einmal näher durchleuchten möchte.

Welche „Risiken und Nebenwirkungen“ bergen sie – sowohl für den erworbenen Hund, seine Verwandtschaft und letztendlich für Sie und für Ihr Umfeld.

   1. Züchter
   2. Privatleute
   3. Tierschutz


1) Züchter

Hier stellt sich zunächst die Frage, was oder wer überhaupt ein Züchter ist!

Solange Hunderttausende an hilfesuchenden Hunden aller Rassen und Alter auf der Suche nach einer neuen Familie und in den Tierheimen sind, fällt es mir zugegebenermaßen sehr schwer, die Zucht von Hunden zu akzeptieren.

Ich möchte jetzt nicht auf den Sinn einer wohlüberlegten Zucht eingehen. Dies ist ein umfassendes und sehr langes Thema. Und auch ich muss zugeben, dass ich zwei Züchter kenne, vor deren Wissen ich den Hut ziehe und die ich nicht verurteilen kann und möchte.

Ein guter Züchter ist  sehr gewissenhaft und geht mit Herz und vor allen Dingen auch mit Verstand! an eine wohl überlegte Zucht heran.

Er wählt das Zuchtpaar gezielt aus, nimmt dafür auch Mühen (Entfernungen und Kosten) auf sich, bemüht sich im Vorfeld bereits um passende Welpenkäufer und wählt diese mit Bedacht aus, achtet auf ideale Aufzucht- und Haltungsbedingungen seiner Hunde, behält auch die älteren Zuchthündinnen, steht den Welpeneltern mit kompetentem Rat zur Seite und kümmert sich auch noch um seine „Brut“, wenn ein Hund sein Zuhause später einmal verlieren sollte.

Seine Hunde sind in das Familienleben integriert und er weist die potentiellen neuen Welpeneltern auf alle Besonderheiten der jeweiligen Rasse hin, auch wenn diese für den Interessenten unangenehm sein könnten.

„Schöngemalt“ wird nicht, sondern es erfolgt eine ehrliche Aufklärung über die gezüchtete Rasse.

Deutlich unterscheidet er sich von den sogenannten Produzenten:

Diese paaren sinnlos einen Rüden und eine Hündin gleicher Rasse (wenn überhaupt!), haben nicht den Hauch einer Ahnung von Genetik und den Folgen des Verwandtschaftsgrades der verpaarten Hunde, geschweige denn von Verhaltensweisen, die vererbt bzw. von der Mutter auf die Welpen während der Aufzucht vorgelebt werden.

Die Hunde werden in der Regel nur draußen gehalten (oder im Stall, Scheune, Pferdeboxen, Keller, in Käfigen etc.), die Hunde kennen kein/kaum Alltagsgeschehen.

Die Welpen werden als simple Ware angesehen und dementsprechend verantwortungslos geben die Produzenten an „Hinz und Kunz“ die Welpen  - Hauptsache die Kohle stimmt!

Sie bekommen ihre Welpen an den Mann / Frau, in dem sie die Welpen zu Billigpreisen anbieten. Häufig haben sie mehrere Rassen und Würfe gleichzeitig im Angebot.

Z.B. zu finden bei quoka und anderen „Markblättern“.

Nach diesen Ausführungen stellt sich natürlich die Frage, wer holt sich denn dann überhaupt noch einen Welpen vom Produzenten und warum? Diese Frage stelle ich mir auch regelmäßig… aber eine Befragung bringt es ans Licht:

   * Begründung „Als ich den Welpen im Arm hatte, konnte ich ihn nicht zurücklassen“

Ich kenne auch etliche Kinder, die in der Warteschlange am Supermarkt die Mütter und die umstehenden Einkäufer belästigen, in dem sie lauthals quengeln, was sie alles an Süßigkeiten haben möchten, die am Einkaufsband verführerisch angeordnet sind…
Auch wenn man schnell dazu verführt wird, dem Kindchenschema des Welpen zu verfallen und alle Bedenken oder Zweifel auszuschalten: es gilt, den Verstand einzusetzen und zu bedenken, was Ihr Kauf des Welpen alles in Gang setzt in der Produktions-Maschinerie (siehe auch „Risiken und Nebenwirkungen“).

   * Begründung „Die Kinder haben so gequengelt“

Dann gehören diese endlich erzogen! Nehmen Sie die Situation als willkommene Trainingsgelegenheit für Ihre Kinder zu lernen, dass man nicht alles haben kann, was man möchte. Die Frustrationsgrenze zu erhöhen ist nicht nur bei Hunden sinnvoll.

   * Begründung „Er war so günstig“

Ich gebe zu, hier kommt bei mir dann doch Schadenfreude auf (obwohl es mir für den Hund in der Seele leid tut), wenn die Tierarztkosten und die Kosten für ein aufwendiges Training mit Verhaltenskorrektur den „Preis“ für den Welpen exponentiell in die Höhe schnellen lassen. Leider lernen die meisten Menschen nur, wenn es im Geldbeutel richtig weh tut…

   * Begründung “Aber es war alles sauber!“

Sauberkeit ist natürlich wichtig. Viel wichtiger ist jedoch das Verhalten des „Züchters“ zu seinen Hunden und umgekehrt. Was kennen die Hunde bereits, wie sicher sind sie in ihrem Verhalten? In Geborgenheit und in Sicherheit umsorgt aufzuwachsen – das sollte Priorität haben!

   * Begründung „Er hat Papiere“

…mit denen man am besten die Häufchen aufsammelt, die der Welpe beim Lernen der Stubenreinheit hinterlässt!
Die Papiere eines Produzentenzwingers sind für mehr als „duftende Hinterlassenschaften“ wegzuwischen nichts wert!

Die Sucht nach „Papieren“ und damit einem scheinbaren Qualitätsmerkmal macht selbst vor dem Erwerb von erwachsenen Hunden von einem Produzenten nicht halt. Selbst erwachsene Hunde, die beim "Züchter" nur den Zwinger kennengelernt haben und deutlich verhaltensauffällig sind, kommen für gutes Geld einnahmeträchtig an den Mann. Aber einen Tierheim-Hund möchte man nicht, denn da wüsste man ja nicht, was der erlebt hat. 100% klar ist, dass der sicherlich bedeutend mehr in seinem Leben erlebt hat, als die armselige Kreatur im "renommierten" Produzentenzwinger.

   * Begründung „Bei dem anderen Züchter hätten wir auf den Welpen warten müssen“

Auf Ihr Baby „warten“ Sie doch auch 9 Monate!
Diese Mentalität „wenn ich etwas haben will, dann muss ich es sofort haben“ gestehe ich noch Kindern im Kindergarten begrenzt zu. Dann ist es aber auch schon Schluss mit meiner Toleranz. Diese Begründung ist in meinen Augen eine der peinlichsten Erklärungen für den schnellen Welpenkauf, da er doch den entsprechenden Menschen in einem recht erbärmlichen Licht erscheinen lässt.

   * Begründung „der „Züchter“ hat Erfahrung und züchtet doch schon so lange“

Und trotzdem scheint er nichts gelernt zu haben. Oder – vielmehr – doch! Er hat gelernt, dass es genügend Menschen gibt, die übers Ohr gehauen werden möchten. Und dann wäre er in der Tat selten dämlich, wenn er sein lukratives Geschäft einstellen würde. Dummdreistigkeit und Gleichgültigkeit Lebewesen gegenüber scheint offensichtlich immer wieder zu Erfolg zu führen, solange es Menschen gibt, die auf eine solche Masche hereinfallen.

   * Begründung „Die Hunde aus dem Tierheim sind doch alle verhaltensaufällig!“

Ach ja, aber der erworbene Welpe ist so etwas von unauffällig… und damit meine „Lieblingsbegründung“.

Ich kenne KEINEN Welpen eines Produzenten, der in seinem Verhalten wirklich in Ordnung ist im Vergleich mit den Welpen, die von einem gewissenhaften Züchter kommen.

Die Probleme solcher Welpen sind vielfältig: angefangen von Problemen im Bewegungsapparat, Ängstlichkeit, Unsicherheit, über Kläffen, Unsauberkeit, bis hin zu Zerstörungswut und Bindungsprobleme ist die gesamt Palette noch lange nicht ausreichend beschrieben.

Auf das Thema der angeblich „auffälligen Tierheimhunde“ gehe ich in Punkt 3 näher ein.

   * Begründung „mir hat er so leid getan und ich wollte zumindest ihm ein schönes neues Leben schenken“

Dies ist die einzige Begründung, die ich vom Herzen her nachvollziehen kann. Aber der Verstand sollte jedem schnell genug auf die Finger hauen, bevor er zugreift und den Geldbeutel zückt.

Teilweise wird durch die Produzenten auch bewusst diese Mitleidsschiene ausgenutzt: solange der "Markt" vorhanden ist und Welpen auch aus Mitleid gekauft werden, wird aufgrund dieser Nachfrage das Angebot steigen oder zumindest aufrechterhalten. Der Produzent wird sich hüten, diese sprudelnde Einnahmequelle aufzugeben.

Und nun möchte ich zu guter Letzt noch die Risiken und Nebenwirkungen aufzählen, damit den Produzenten ein wenig der Nährboden genommen wird und die zukünftigen Hundebesitzer von ihnen bitte KEINEN Hund nehmen.

Risiken und Nebenwirkungen  

Für den Hund

Was nicht verkauft wird, wird „entsorgt“. Viele Produzenten stocken ihre Würfe mit Billigimporten aus dem Ausland oder anderen fragwürdigen Produzenten auf. In Amerika sind diese Produzenten bekannt als „puppy mills“, zu Deutsch Welpenfabriken. Und nichts anderes sind sie auch.

Wird ein Welpe nicht verkauft, wird er umgebracht. Und wer jetzt noch naiv an eine „nette“ Euthanisierung vom Tierarzt denkt, der darf weiterträumen. Es geht bei den Produzenten um nichts anders als um Geld, und damit ist auch eine Spritze zu teuer. Billiger ist die Wand, an die man die Welpen klatscht oder der Holzprügel.

Wird tatsächlich ein Hund vom Produzenten gekauft, so hat man in der Regel einen verhaltensauffälligen Hund, was kein Wunder ist. Ein Hund, der unter so wenig lebensfördernden und grausamen Bedingungen aufwächst, bringt sein „Paket“ mit, an dem er sein Leben lang schwer zu schleppen hat.

Für seine Verwandtschaft

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Und nun könnte man ja denken, dass man diese armseligen Welpen retten sollte, damit sie eben nicht so grausam umgebracht werden.

Ihre Hölle hat in dem Moment angefangen, in dem bereits vorher andere Menschen seine Brüder und Schwester erwarben und damit einen Markt für den Produzenten schufen. So leid es einem für diese kleinen Würmer tut – sie durch einen Kauf von ihrem Leiden zu erlösen, lässt ihre Verwandtschaft und damit das Leid wachsen. Es werden weitere Welpen gezeugt. Eine Sättigung des Marktes aufgrund von Mitleid erfolgt nicht.

Darum meine inständige Bitte: jeder gekaufte und damit „gerettete“ Welpe zieht weitere Welpen nach. Bitte kaufen Sie keinen, auch nicht aus Mitleid.

Die Mütter sind nur Gebärmaschinen und fristen ihr Dasein häufig nur auf kleinstem Raum. Hunde, die jahrelang zur Produktion in Käfigen von 1 – 2 m² gehalten werden, sind keine Einzelfälle! Wenn sie nicht mehr ergiebig genug und ausgelutscht sind, werden auch sie auf die gleiche Art und Weise wie die überzähligen Welpen entsorgt.

Das psychische Leiden und auch die gesundheitlichen Folgen der Mutter
ihres potentiellen „Produzenten-Welpen“ sollten Ihnen nicht egal sein.

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Auf dem nebenstehenden Bild ist eine 10-jährige Beaglehündin aus einer Produktion zu sehen, die ihr gesamtes Leben auf 1,5 m² vegetierte, um für billigen Beaglenachschub zu sorgen. Ihrer Hölle ausgelutscht entronnen konnte sie nur noch 5 Monate ihr neues Lebens umsorgt in Liebe und Freiheit genießen, bevor sie an Diabetes, einem Nierenleiden und einem Organkollaps starb.

Für Sie und Ihr Umfeld

Wenn Sie sich bewusst für einen verhaltensauffälligen Hund entscheiden, um diesem Tier zu helfen, dann freue ich mich sehr und bedanke mich ehrlich bei Ihnen! Es gibt so viele Tiere, die aufgrund menschlichen Versagens in Ihrem Verhalten Probleme für ihren und unseren Alltag darstellen, dass man nie genug engagierte Menschen haben kann. Die Flut der Hunde ist einfach zu groß.

Wenn Sie sich jedoch aus einem der oben genannten Gründe einen verhaltensauffälligen Hund von einem Produzenten holen, dann sind Sie selber schuld und stoßen bei mir nur auf Unverständnis.

Mir tut es für den Hund sehr leid, aber man kann nur aus den Konsequenzen seines Tuns lernen.

Die negative Konsequenz für Sie aus Ihrem Kauf eines Produzentenhundes ist:

  • Probleme mit der Ängstlichkeit des Hundes. Einige Hund ziehen sich hierbei zurück, einige gehen nach vorne
  • Aggression: Ob angstmotiviert oder aufgrund mangelnder bzw. schlechter Erfahrungen. Aggression ist ein häufiger Abgabegrund und auch Einschläferungsgrund von überforderten Hundebesitzern
  • Zerstörungswut
  • Hyperaktivität
  • Geringe Stresstoleranz
  • Unverträglichkeit mit Artgenossen
  • Ankläffen von Menschen
  • Mangelnde Bindungsbereitschaft
  • Krankheiten wie Probleme im Bewegungsapparat, am Magen-Darm-Trakt, schwaches Immunsystem
  • etc.

Sehr eindrucksvoll wird das Geschäft mit der Ware Tier in einem Film von „VIER PFOTEN International“ dargestellt.

Angesehen werden kann er unter: http://www.4-paws.org/movie/welpenat.wmv


Zu 2) Privatleute

Privatleute mit sogenannten „ups“-Würfen (da wird sich doch tatsächlich gewundert, dass der Bruder mit der Schwester oder doch glatt der Vater die Tochter geschwängert hat – so was aber auch… keinen Anstand haben die ach so bösen Hunde… “) oder solche, die ihren Kindern und sich das Wunder des Lebens durch eine Geburt nahebringen wollen, haben meiner Meinung nach KEINE Daseinsberechtigung.

In eine Welt, in der jeden Tag Unmengen von Hunden auf zum Großteil bestialischste Art und Weise umgebracht werden und wie Müll unbeachtet krepieren, verantwortungslos und naiv neues "Material" zu produzieren, sollte meiner Meinung nach entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen.

Ein Vorschlag meinerseits: Diese Menschen müssen für jeden produzierten Wurf Pflichtstunden im Tierheim ableisten und zudem sehen, auf welche Art und Weise tatsächlich Hunde umgebracht werden.

Gerade diese Menschen werden es jedoch sein, die weinerlich zusammenbrechen, um dann kurz darauf wieder alles geschickt ausblenden zu können. Ich kenne Videos, in denen Hunde vergast werden, sie werden erschlagen, sie werden ertränkt, vergiftet, erhängt, erschossen, im Müllauto zu Tode gequetscht. Wie wäre es mal mit einem Fernsehabend zur Bewusstseinserweiterung?

Privatleute, die ab und zu einen Wurf haben, werden ganz gerne auch als  Hobbyzüchter bezeichnet. Sie fallen bei mir in das gleiche Schema – keinerlei Daseinsberechtigung! Entweder ist man guter Züchter (wie unter 1 beschrieben),  oder man lässt es bleiben. Aber Hobbyzucht klingt ja so nett und gaukelt etwas Feines, Überschaubares vor.

Zumal etliche der Hobbyzüchter auch deutlich der Kategorie „Produzenten“ zuzuordnen sind. Und was von denen zu halten ist, habe ich ausführlich unter 1) beschrieben.

In der Regel kann der potentielle Hundekäufer nicht die „netten“ von den „bösen“ unterscheiden. Und da die Produzenten zumindest im Gebiet des Geldverdienens und Lügens nicht auf den Kopf gefallen sind, ist es schon auf eine Art faszinierend, welche Lügengeschichten und Märchen sie auftischen können, um ihre Hunde zu verkaufen. Hier tut sich ein scheinbar unerschöpfliches kreatives, aber eben auch kriminelles und verantwortungsloses, mit Leben respektlos umgehendes Potential auf.

Darum: Finger weg und die Risiken und Nebenwirkungen sind die gleichen wie unter Punkt 1!


Zu 3) Tierschutz  

Wer jetzt denkt, dass in diesem Artikel nur die Züchter, Produzenten und privaten  Vermehrer in Fett abbekommen und jetzt ein Hochlied auf den Tierschutz ertönt, der wird enttäuscht sein. Überall gibt es schwarze Schafe, warum also sollte bitte schön der Tierschutz ausgespart werden?

Nicht überall, wo „Tierschutz“ drauf steht, ist auch Tierschutz drin. Ich kenne etliche Organisationen, die bei mir in der untersten Schublade des primitiven Tierhandels rangieren.

So gibt es Tierschutzorganisationen und Tierheime, die sehr schnell die Spritze zur Hand haben, wenn es sich zeigt, dass auf einen Hund „draufgezahlt“ werden muss, sei es, dass er schwerer zu vermitteln ist, kränklich oder alt ist. Wo ist dann der Unterschied zum Produzenten? Dieser ist auch nur gewinnorientiert!

Aber auch Hunde, die durch das Raster des kinderlieben, niedlichen und unkomplizierten Hundes fallen, werden sehr schnell aussortiert. Dies erlebe ich ebenfalls beinahe täglich in meiner Tierschutzarbeit und es ist mehr als frustrierend und demoralisierend!

Genauso verwerflich sind die Vereine, die Hunde in Massen aus dem Ausland herankarren, sie auf der Mitleidsschiene sofort vermittelt bekommen und keine Auffangmöglichkeit geschaffen haben, wenn der Hund – für mich allzu oft als logische Konsequenz – aus der nicht durchdachten Vermittlung zurückkommt.

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Diese perversen Gestalten sind tatsächlich bereit, diese Hunde wieder in die Hölle zurück zu bringen, aus der sie gekommen sind. Selbst bei einer Rottweiler Hündin namens Fine, die sehr auffällig und markant durch einen ehemaligen Kieferbruch ist und nach 2 Jahren Familienleben wieder zur Vermittlung stand, hatte der „betreuende“ Verein bereits den Rückflug nach Spanien organisiert, bis in letzter Minute ein verantwortungsvoller deutscher Verein gefunden werden konnte, der die Hündin übernahm.

Ich finde solch ein Verhalten nicht nur abartig und verantwortungslos, sondern einfach nur widerwärtig, eklig – mich schüttelt es! Aber selbst das ist inzwischen trauriger Alltag.

Genauso viel Unverständnis bringe ich „Tierschutzvereinen“ entgegen, die einerseits einen auf wohltätig machen und Hunde in Not vermitteln, aber keine Skrupel haben, diese Hunde zu Zuchtzwecken einzusetzen. Verkehrte Welt, oder? Zucht? Nein, billiges Vermehren unter dem Deckmäntelchen des Rassenerhaltes ist dies – mehr nicht.

Teilweise landen auch Hunde über Tierschutzemailverteiler wie z.B. das folgende. Es geht um einen Golden Retriever….hier ein Ausschnitt:

Von: xxxxx[mailto:cccccccc@hotmail.com]
Gesendet: Freitag, 18. Januar 2008 20:54
An: zzzt@t-online.de
Betreff: Ich suche eine neues schönes Zuhause für meinen Hund! Bitte helfen Sie mir.
[….]
Der Grund für die Abgabe des Hundes war, dass er den Kindern gegenüber aggressiv reagiert hat. Die Familie hat ihn mit 8 Wochen aufgenommen und musste nach 8 Monaten feststellen, dass der Hund eine Gefahr für die Kinder darstellen könnte, da er auch schon zweimal zugeschnappt hatte.
Leider hat sich sein Verhalten Kindern gegenüber nicht verändert und auch andere Hunde sind für ihn teilweise ein Problem. Ich habe mit ihm regelmäßig die Hundeschule besucht, konnte aber in dem Verhalten keine wesentliche Verbesserung erkennen. Zu dem hat mir die alte Familie erzählt, dass die Schwester meines Hundes auch sehr aggressiv gegenüber Kindern ist.
[….]
So liegt es wohl leider auch in seinem Charakter.
Von all seinen Problemen abgesehen ist mein Hund wirklich eigentlich ein ganz lieber, er ist Reinrassig aus einer Zwingerhaltung in Österreich und ist auch im Besitz einer Ahnentafel. Man könnte ihn auch als Zuchtrüden einsetzen. Den Anforderungen würde er mit Sicherheit entsprechen.
[….]


Aber klar doch: Diesen Hund auch noch für eine Zucht anbieten. Da kann man doch nur noch fassungslos und sprachlos sein! Aber er hat ja Papiere…

Und jetzt kommen wir endlich zum „Guten“ und zu meinem Herzblut:

Dem durchdachten, verantwortungsvollen Tierschutz!

Es gibt im Tierschutz Hunde für wirklich jeden. Egal welche Rasse, egal wie alt – von dem superlieben Anfängerhund bis zu einem Hund, der seine neuen Besitzer fordert und entsprechendes Management und Wissen benötigt, ist alles vertreten.

Wer natürlich nur in dem ortsansässigen Tierheim um die Ecke schaut, wird schwerlich dort sofort das ideale neue Familienmitglied finden.

Aber was ist daran verkehrt, für ein Lebewesen, das sein restliches Leben mit uns teilen wird und das auf uns angewiesen ist, auch einige Internetstunden und Kilometer zu investieren. Die Erfahrung hat gezeigt: der Aufwand für einem Hund in Not zahlt sich immer aus.

Soviel hätten wir nie investieren können, wie uns die von uns aufgenommenen Hunde zurückgegeben haben. Die Weisheit, die Erlebnisse, die besonderen Charaktere der Hunde, die nicht nur auf Rosen gebettet waren, ist durch nichts zu übertreffen und lässt einen warm ums Herz werden.

Selbst wenn man sich bewusst einen verhaltensauffälligen Hund aus dem Tierschutz nimmt. Für einen solchen Hund, der aufgrund menschlichen Versagens zu dem geworden ist, was er verkörpert, ist es einfach nur fair, dass wir ihm helfen, seine Not zu lindern und zurück ins Leben zu finden.

Risiken und Nebenwirkungen  

Für den Hund

Ein Hund in Not bekommt ein neues Zuhause und damit die Chance auf ein neues umsorgtes Leben in Sicherheit. Gibt es da noch eine Steigerung?!

Für seine Verwandtschaft

Seine Verwandtschaft werden Sie in der Regel nicht kennenlernen – wenn sie überhaupt noch lebt. Und durch die Adoption eines Tierschutzhundes von einer seriösen Tierschutzorganisation werden auch keine neuen Hunde nachproduziert. Optimal, oder?!

Für Sie und Ihr Umfeld

Ihnen ist meine ehrliche Dankbarkeit sicher – falls Sie wert darauf legen :-)

Sie können den Hund in Ihre Familie integrieren, dem Sie sich gewachsen fühlen (oder an dem man natürlich auch wachsen kann) und der zu Ihnen und Ihrem Umfeld passt.


Fazit

Jeder möge sich jetzt nach meinen Ausführungen den Schuh anziehen, der ihm passt…

Und auch wenn ich jetzt etlichen gewaltig auf die Füße getreten sein sollte – ich oute mich:

Das war meine Intention!

Ich möchte, dass über die verschiedenen Herkünfte diskutiert wird, damit endlich irgendwann diese Wahnsinnsmaschinerie mit „Wegwerfhunden“ (das gleiche in Grün gilt für alle Tiere) aufhören möge.

Für uns kommt nur ein Hund aus dem Tierschutz in Frage. Und für Sie?

Für die Hunde dieser Welt

Mirjam Cordt
© Januar 2008

Hundeschule / Hundepension DOG-InForm
www.dog-inform.de

Tier und Mensch - Hilfe für Herdenschutzhunde e.V.
www.herdenschutzhundhilfe.de

Vielen Dank an Mirjam Cordt für die Erlaubnis zur Veröffentlichung.

Eingestellt:03.02.2008

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