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Sheila

Mein Unglück brachte mir Glück

11.06.2006

Mein Name ist Sheila, ich bin 8 ½ Jahre alt und will euch von meiner Geschichte erzählen. Ich bin im Dezember 1997 geboren, etwa die ersten 3 Jahre meines Lebens war ich bei meinem Besitzer, daran kann ich mich nicht mehr gut erinnern, ich weiß nur noch, dass ich dann irgendwann weg musste, da er die aufkommende Haltergenehmigung nicht erfüllt hat.

So saß ich 3 Jahre abgeschirmt in der Wiesbadener Halle, da war es wirklich nicht schön. Dann wurde ich vom Tierheim Wiesbaden übernommen. Da war es viel schöner, da hatte ich all die Zeit meine liebe Betreuerin Nicole. Sie schmuste und spielte mit mir. Aber es war eben kein Zuhause. Sie war immer unendlich traurig, als sie wieder ging.

Obwohl ich so hübsch bin (ihr müsstet mal meine lustigen Fledermausohren sehen) hat sich nie jemand wirklich für mich interessiert. Einmal wäre es fast so weit gewesen, dass ich umziehen konnte, aber da bis ich einem anderen Hund in der Hundeschule in den Fuß. Er hat mir halt MEIN Spielzeug weggenommen, da versteh ich keinen Spaß. Denn ich liebe Bälle, Gummitiere,... einfach über alles.

Irgendwann tat mir dann mein Hinterbein weh und ich humpelte ab und zu. Das viel meinen Pflegern auch auf, Gott sei Dank, es tat nämlich ganz schön weh. Sie gingen dann mit mir zum Tierarzt, das mochte ich ja gar nicht. Aber ich bin dort immer sehr lieb, wie überhaupt immer. Ich bekam irgendwie mit, dass jeder sehr besorgt um mich war, ich hörte etwas wie "Verdacht auf Knochenkrebs".

Dann ein paar Tage nach dem Tierarzt, war meine Betreuerin sehr, sehr traurig. Ich weiß nicht was das heißen sollte, aber ich hörte, dass ich nun wirklich Knochenkrebs habe und es nichts zu machen gäbe, außer Schmerzmittel. Es hieß ich hätte nicht mehr sehr lange zu leben, jetzt war auch ich traurig.

Ich bekam außerdem mit, dass jetzt ganz arg nach einem Endplatz für mich gesucht wird.

Dann waren auf einmal alle ganz aufgeregt, es sollte jemand für mich kommen, mit einem Hunde-Mann....Mensch, was war ich aufgeregt und die Mitarbeiter erst.

Sie stülpten mir dann so ein blödes Ding übers Maul, wie doof, ich hätte doch gar nichts gemacht. Dann kamen die Beiden. Oh je, dachte ich, sieht der beige Mann gut aus....Ich roch auch, dass er frisch gebadet war. Verdammt, ich rannte schnell ins Planschbecken und machte mich auch etwas frisch. Das schien ihm zu gefallen, denn er wollte dann auf mich drauf.

Pfui, das ging mir dann doch zu schnell und ich habe erst mal rumgeschnappt, aber nur ganz sachte. Von da an ließ er das dann auch. Nadine, die, die mich mitnehmen wollte, hab ich erst mal ignoriert hihi, ich wollte mal schauen, ob sie mich dann auch noch will....

Meine Betreuerin und die Tierärzte waren sich sehr unstimmig, ob ich denn wirklich nochmal weg sollte, der Tierarzt riet ab, da dies zu stressig für mich werden könnte.

Wie gerne hätte ich denen erzählt, dass ich die Kraft dafür habe. Schade, dann gingen die Beiden wieder.

Plötzlich... eine Woche später kamen sie wieder. Sie hatten eine Box dabei, wieso nur? Ich hörte was von Vertrag machen usw. Ich hatte die letzten Jahre schon oft was von Verträgen mitbekommen, da ging es immer um andere Kollegen, die Kollegen gingen dann immer freudestrahlend raus und kamen nicht wieder. Das hatte ich mir auch immer gewünscht. Sollte das nun wirklich so sein? Ich konnte es nicht glauben.

Dann kam ich auf einmal in die blöde Box, darin gefiel es mir gar nicht. Dann fing auch noch der Paul an zu bellen, war das ein Stress in dem Auto. Ich beruhigte mich dann aber und freute mich auf das, was mich erwarten sollte.

Zur Sicherheit bekam ich den 1. Tag Zuhause noch das blöde Ding aufs Maul. Wieso sahen sich nicht, dass ich ne ganz liebe bin. Ich hätte doch dem Paul nix gemacht. Der war doch doof und knurrte als ich durchs Haus spaziert bin. Ich wollte mir doch erst mal alles anschauen. Paul fragte (auf Hundesprache) was ich hier wolle, er würde hier wohnen. Ich erklärte ihm dann schnell, dass ich jetzt hier mitwohne und ich das Sagen habe. Er war zwar etwas traurig, aber überlässt mir seitdem die Führung. Ich kann das sowieso viel besser.

Seit meinem Einzug sind jetzt 5 Wochen vergangen. Soll ich euch was sagen? Ich bin der glücklichste Hund überhaupt. Der Paul hat schnell gelernt, dass er mir von meinem Essen bzw. von meinen Spielsachen nichts wegnimmt. Nimmt er doch mal meinen Ball renn ich schnell hin und nimm es ihm ab. Er schaut dann bloß doof. Er ist zwar doppelt so groß und fast doppelt so schwer wie ich, aber davor habe ich keine Angst, sein Körbchen ist auch schon mir. ;-)

Nadine und ihre Mama hab ich auch schon fest ins Herz geschlossen. Sie mich übrigens auch. Ich freu mich wie blöd, wenn sie heim kommen. Ich kriege immer mit, dass jeder sagt, dass ich kerngesund aussehe. Das sagen sie speziell wenn ich Riesenstöcke aus dem Wald trage.

Mir geht es jetzt auch richtig gut, Nadine wollte mich abends nur in den Garten lassen und mich bei der großen Tour nicht mehr mitnehmen. Ich glaub die spinnt, ich geh immer mit, ich bin doch fit und wetze durch den Wald wie eine Irre.

Jeder fragt Nadine, ob es nicht schlimm für sie wäre, einen so kranken Hund aufzunehmen. Ich hörte dann wie sie sagte: Mein Schmerz über den baldigen Verlust ist klitzeklein im Vergleich zu dem großen Glück von Sheila.

Es ist zwar schade, dass ich erst so krank werden musste, um ein Zuhause zu bekommen, aber ich bin so glücklich darüber.

Ich bin den Pflegern und der Kampfschmuser-Gemeinde so unendlich dankbar, dass ich noch eine schöne Zeit verbringen kann.

Also nur Mut zum kranken, alten Hund. Wir schenken euch so viel Liebe und Dankbarkeit und wir haben es wirklich verdient.

Viele Grüße Sheila

25.02.2007

Es gibt neue Bilder - Beide Hunde einigermaßen zusammen abzulichten, ist leider nicht so einfach...

Übrigens dürfen die Hunde eigentlich nicht auf die Couch, war zumindest anfangs so geplant?!? *seufz*

Sheila ist immer noch der gleiche Wirbelwind, wie sie anfangs war. Etwas schade an ihr, ist halt, dass sie nicht der Schmusehund in dem Sinn ist. Sie will zwar gestreichelt werden, wenn meine Mutter oder ich nach Hause kommen, aber sie würde sich nie mit auf die Couch legen zum Kuscheln. Sie will zwar ab und an auf dem Schoß klettern, aber sie hüpft dann nur wild umher und kann nicht still sitzen. Als Minuspunkt würde ich das aber nicht bezeichnen, Paul ist ja eher der Schmuser.

Schade finde ich es, dass die Beiden sich nicht mal aneinander kuscheln, solche Bilder von anderen Hunden lassen immer mein Herz dahinschmelzen. :-)

Trotzdem weiß ich, dass Sheila mittlerweile sehr an Paul hängt und sich viel an ihm orientiert. Leider auch negativ... Letztens auf dem Feld ist sie leider Paul hinterhergerannt, als er wildern ging.

Wenn ich heimkomme freut sie sich auch immer über Paul und schnusselt ihm am Mäulchen rum und er ist dann ab und an genervt und ergreift die Flucht. *lach*

Ich freu mich so auf den Sommer und auf besseres Wetter. Die paar Tage, an denen es schon schön warm war, hab ich total genossen. Dieses Jahr gibt es speziell für Sheila eine Wasser-Muschel zum Plantschen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass Sheila keinen Krebs mehr hat und sie noch lange Jahre bei uns bleiben wird. Dies meine ich ganz ehrlich. Ujnd so wie Sheila drauf ist, wird sie mind. 100 Jahre. Ok, ich bin nun 24 J. alt, sage jetzt einfach mal so, dass ich noch ca. 50 Jahre (hoffentlich mehr *zwinker*) vor mir habe. Ich hoffe nun, dass es die KSG in 50 Jahren noch gibt, denn dann muss ich eine neue Stelle für Sheila suchen *lach*

Es werden also Pflegeplätze ab dem 25.02.2057 gesucht *wink*

08.03.2007

Ich will euch meinen tollen Tag am vergangenen Sonntag nicht vorenthalten:

Meine Wetterbeschwerden wurden am Sonntag erhört. :-)

Das Wetter war wirklich genial. Ich war wie jeden Sonntag bei meinem Vater essen. Er wohnt in Frankreich (15 - 20 Min. Fahrt von mir) und die Hunde dürfen immer mit. Die Gegend dort ist toll, aus dem Fenster hat man eine tolle Sicht ins Tal und bei solch einem Wetter kommt um die Uhrzeit die Sonne ins Küchenfenster. Sheila findet das super! Sie steht dann immer wie gebannt da und schaut auf den Boden, da der Schatten meines Vaters (der dann die letzten Essenvorbereitungen trifft) auf dem Boden zu sehen ist. Richtig lustig wird es, wenn z.B. eine Metallschüssel ihren Schatten wirft, dann versucht Sheila dieses "Etwas" zu fangen.

Paul kommt auch total gerne mit hin, da mein Vater keine Heizkörper, sondern Fußbodenheizung hat. Er wärmt sich dann auf dem Boden :-) Dieses mal war ich noch keine 5 min. dort und musste ihn suchen. Er lag dann im WoZi vor der Terrassentür und sonnte sich.

Beim Essen hat es dann nicht lange gedauert, bis Sheila bei meinem Vater auf der Eckbank saß und die Zunge im Teller hatte. Mein Vater fragte mich dann, wie ich das immer aushalte ?! hihihi

Ich musste dann noch mein Bett überziehen, denn nach dem Essen bei meinem Vater war ich mit den Beiden auf der Höhe. Natürlich war es noch sehr matschig. Ich bildete mir dann ein, dass die Hunde fast trocken und sauber waren, als ich Zuhause ankam.
Ich ging dann duschen und hörte noch, dass die Beiden oben in meinem Zimmer rumtoben. Beim Hochkommen sah ich dann, dass sie ihre Balgereien in meinem Bett abgehalten hatten. Ok, ganz so sauber waren sie dann doch nicht ;-)

Ich hoffe, dass uns der Sommer bald erreicht. Solch ein sonniger, recht warmer Tag tut schon richtig gut.

Ich finde es übrigens supertoll, das so viele Menschen, die mich bzw. Sheila persönlich nicht kennen solch eine große Anteilnahme an meiner/unserer Geschichte nehmen.

Ich grüße hiermit auch mal ganz die Leute vom Tierschutzverein Wiesbaden. Nicole hatte mir erzählt, dass auch viele Leute von dort hier mitlesen. Ich kann euch beruhigen, Sheila geht es wirklich gut, sie wirkt wie ein junger Hirsch :-)

Update 06.05.2007

Hallo liebe Tierfreunde!

Gestern war ich wieder zu Besuch bei Sheila & Co. in Zweibrücken.

Es war aufregend wie immer: Nadine öffnet die Haustür und Dangermaus Sheila rennt gegen mich wie ein Klotz Beton *rolldie augen* und Schwollekopp Paul steht dem nicht nach. Schnell wird festgestellt, dass die Hundezubehör-Industrie es einfach nicht schafft, Spielzeug-Mitbringsel herzustelllen, die länger als ein paar Sekunden "quietschend" bleiben, auch wenn drauf steht: "Für stundenlanges Spielvergnügen". *Lach*

Sheila war völlig außer sich vor Aufregung und musste zum Cool-Down unter beindruckendem Speichelfluss die Couchgarnitur abschlecken.... Während Paul mit seinen 38 kg konsequent versuchte, mir auf den Schoß zu klettern. ;-)

Sheila war gestern genau 1 Jahr in ihrem neuen Zuhause und zur Feier des Tages gab es lecker selbstgebackenen Kuchen.

Anschließend brachen wir zu einem langen Spaziergang auf und Sheila zeigte wieder einmal, dass für sie ein "Stöckcken" erst mit Baumgröße beginnt. Natürlich schaffte ich es nicht jedes Mal rechtzeitig zur Seite zu springen, wenn sie wie ein Tornado mit einem 2 m langen Baumstamm angedonnert kam **grummel**.

Nach wochenlanger Trockenheit kam es, wie es kommen musste, wir bekamen einen guten Schutt Regen ab und plötzlich sah Kampfi Sheila wie ein Pudel aus - ein begossener ...;-).

Wieder zurück war Abschied nehmen angesagt. Dies fiel Sheila nicht schwer: für sie waren Wassernapf leerschlappern und den ganzen Flur dadurch unter Wasser setzen wichtiger als Sentimentaliäten....

...Das Locken ihres Frauchens bewegten sie aber dann doch noch dazu, noch einmal an die Tür zu kommen und groß zu gucken, bevor es dann schnell wieder Wichtigeres zu tun gab :-).

Bis bald, Ihr Drei! **wink**

Nicole, Tierheim Wiesbaden

Update 13.04.2008

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Hallo liebe Hundefreunde,

heute will ich euch mal wieder von mir und meinem „neuen“ Leben berichten.

Nächsten Monat ist es tatsächlich schon 2 Jahre her, als ich aus dem Tierheim ausgezogen bin.

Was bin ich froh, die Tierheim-Zeit endlich hinter mir zu haben. Ich dachte damals im Tierheim schon es sei das Größte eine feste Betreuerin zu haben. Sie hatte sich damals rührend um mich gekümmert und auch heute noch kriegt sie sehr regelmäßig Infos von Frauchen was ich so treibe und anstelle  ;-)

Mein Frauchen Nadine fragt sich oft, was denn nun aus meinem Knochenkrebs geworden ist.

Tja, die Antwort kann ich ihr natürlich auch nicht geben, das wissen nur die Engel hinter der Regenbogenbrücke. Jedenfalls bekam ich von denen mitgeteilt, dass sie mich da oben noch nicht gebrauchen können. Umso besser, denn hier bei Nadine, ihrer Mutter und natürlich Paul gefällt es mir sehr gut.

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Paul, den habe ich auch noch fest im Griff, dies könnt ihr ruhig wörtlich nehmen, denn mindestens einmal am Tag fordere ich ihn zum Toben auf (er kommt von sich aus eher selten, der liegt meistens herum...) und das Ende vom Lied ist, dass ich ihm juckelnd auf dem Kopf hänge und meine Vorderbeinchen fest seinen Hals umklammern! Hihihi

Die lange Zeit in der Wiesbadener Halle und dem Tierheim hat leider Spuren hinterlassen. Ich bin meist hyperaktiv und komme nur selten zur Ruhe. Besuch ist für mich so aufregend, dass ich stundenlang ganz aufgeregt bin, an einer Decke nuckele und mich unheimlich freue.

Aber so langsam komme ich in meinem gewohnten Umfeld zur Ruhe und vergesse die unendlich lange Zeit hinter Gittern.

Mit anderen Hunden komme ich prima zurecht, solange niemand an mein Spielzeug geht. ;-)

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Mein Lieblingstag ist Freitag. Frauchen arbeitet da nicht so lange. Dann gehen wir (Nadine, ihre Mutter, Paul & ich) ins Tierheim spazieren und nehmen noch irgendeine arme Fellnase mit. Ich erzähle denen dann immer, dass sie sicherlich bald auch ein Zuhause haben, denn ich hatte die Hoffnung bereits aufgegeben auf eine eigene Familie.

Aber genau das ist passiert. Und das Gute daran ist, dass ich Frauchen davon über- zeugt habe immer wieder einen alten, kranken Hund aufzunehmen, den niemand haben möchte!

Im Juni wird ein weiterer Traum wahr:

Nicole, meine ehemalige Betreuerin, Frauchen, Paul und ich fahren nach Cuxhaven an die Nordsee. Frauchen will uns und sich den Traum erfüllen, im Meer zu baden, denn das hatte mit unserem Vorgänger Budges leider nicht geklappt :-(

24.12.2008

Sheila ist nun ein kleiner Weihnachtsengel.

An Heiligabend mußte sie erlöst werden, doch neben der Trauer bleibt die Freude, daß sie allen Unkenrufen zum Trotz noch 2,5 wundervolle Jahre in ihrem Zuhause hatte, wo sie über alles geliebt wurde.

Machs gut, Sheila!
 

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