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5 Jahre “Couch gesucht”
Ein Resümee

Diesen Monat – April 2008 -  wurde „Couch gesucht“ stolze 5 Jahre alt!

Sicherlich gibt es viele Vermittlungsseiten, die bereits länger im Netz sind, aber ich denke, es ist eine gute Gelegenheit, um ein kurzes Resümee zu ziehen und vielleicht schon ein wenig in die Zukunft zu blicken.

Möchtet Ihr sehen, wie alles begonnen hat? Dann schaut einmal im Webarchiv, wo am 10. April 2003 die erste Kopie von Couch gesucht abgelegt wurde (Leider – zumindest z.Zt. - relativ lange Ladezeiten und es sind auch nicht alle Photos zu sehen):

http://web.archive.org/web/*/http://www.couch-gesucht.de

Ich finde es doch interessant, wie sich die Seite vom Aussehen, geschweige denn vom Umfang her, immer wieder verändert hat.

Aber richtig – Wie hat alles begonnen?

Nun, meine ersten Schritte in Sachen Homepagebau habe ich Ende 2001 oder Anfang 2002 mit dem Baukastensystem von Beepworld unternommen; eine kleine Seite über meine eigenen Hunde und meine Erfahrungen zur Bachblütengabe und Allergie beim Hund.
Auch diese kann man – peinlicherweise ;-) – heute noch im Netz-Archiv finden:

http://web.archive.org/web/*/http://www.tautiptoe.de.vu

Auch damals hatte ich schon eine Rubrik namens „Couch gesucht“ auf der HP, auf der ich einzelne Hunde vorstellte, die mir besonders am Herzen lagen.

Anfang 2003 fiel mir dann ein, dass ich bei der Registrierung meiner geschäftlichen Homepage ein Paket mit 2 Domains gemietet hatte; jedoch nur eine davon nutzte. Da kam erstmals der Gedanke auf, eine reine Vermittlungsseite zu erstellen. Der erste Name, der mir in den Sinn kam, war – wie könnte es anders sein – www.couch-gesucht.de - und siehe da, die Domain war unglaublicherweise noch frei. Also habe ich diese gleich registriert, um mir dann Gedanken zu machen, was nun folgen sollte. Denn eine weitere Beepworld-Seite sollte es sicher nicht werden...

Da folgte der 2. Geistesblitz: Mit dem gemieteten Homepage-Paket wurde ja auch eine CD mit verschiedener Software geliefert. Und siehe da, es war ein Programm zur Homepage-Erstellung dabei. Nun konnte es also losgehen!

Als erstes wurden natürlich die Hunde, die ich auf der alten Homepage vorgestellt hatte, auf CG übernommen. Und ich kann ganz ehrlich sagen, ich hätte NIEMALS gedacht, dass die Seite sich so entwickeln würde, wie sie es getan hat. Dass sich beispielsweise die Zahl der vorgestellten Hunde von anfangs vielleicht 10 – 15 Hunden auf heute mehr als 1.200 erhöhen würde!

Habe ich anfangs noch nahezu alle Tierheime und die verschiedensten Tierschutzorganisationen selber angeschrieben und das Angebot zur Aufnahme der Notfelle gemacht (mit ziemlich deprimierender Resonanz bzw. häufig überhaupt keiner!), kamen die Bitten um Vorstellung der Sorgenkinder nach und nach immer eher von allein. Die Seite wuchs, bis sich die Zahl der Tiere mit relativ geringen Schwankungen seit einiger Zeit auf ca. 1.200 Hunde und 150 Katzen eingependelt hat. Nur die Kleintier-, Pferde- und Nutztier-Vermittler nehmen das Angebot leider bislang so gut wie gar nicht wahr.

Traurig auch, dass Hunde wie beispielsweise die Bullterrier-Hündin Erna oder die Staffs PaulinaNele, Amy, Blanka, Champ, Sammy und und und... bereits seit dem ersten Tag (oder kurze Zeit später) auf „Couch gesucht“ vorgestellt werden, doch noch immer keine Zuhause gefunden haben... Alles sogenannte Listenhunde, deren Situation in Deutschland sich leider immer noch nicht wirklich gebessert hat, auch wenn das Thema nicht mehr so stark in den Medien vertreten ist.

In den vergangenen 5 Jahre hat es natürlich viele schöne und traurige Erlebnisse rund um Couch gesucht gegeben, aber ich habe auch Erfahrungen machen müssen, die mich teils ungläubig den Kopf haben schütteln lassen.

Neben der tollen Hilfsbereitschaft bei Projekten wie der Hilfe für “Nitra”, “Ein Zaun für Polen” und “Eine Puppe für Claudia” zählen sicherlich die vielen Happy Ends von Tieren, die auf Couch gesucht vorgestellt wurden und ein neues Zuhause gefunden haben, zu den Highlights. Mit heutigem Stand sind dies 6.061 Hunde, 838 Katzen; dazu noch Kleintiere, Pferde, Vögel und mehr (+/-, ich habe mich sicherlich auch mal verzählt. ;-)).

Zu den schönsten Happy Ends gehören dabei sicherlich die von Ghandi und Hank, die 12 Jahre im Tierheim auf ein Zuhause gewartet haben, Dino und Oliver, die sogar 14 Jahre in einem Tierheim saßen, Hunde wie Bruno, die vor der Einschläferung gerettet werden konnten und Katzen wie Maliki und Eliette, die bereits um die 20 Jahre bzw. älter alt waren, als sie ein neues Zuhause suchen mussten. Oder Scott, der fast haarlose Staff, der nun nach seiner Vermittlung endlich wieder Haare bekommt, Schäferhündin Elise, die durch einen unbehandelten Parasitenbefall haarlos mit schwarzer Haut und unerträglichem Juckreiz leben musste, bis ihre Halter sie „aus Ekel“ einschläfern lassen wollten, und und und...

Zwar haben viele dieser Tiere ihr Zuhause via “Couch gesucht” gefunden, und es ist immer wieder eine schöne Motivation, wenn ich dies erfahre, doch im Endeffekt ist es egal, auf welchem Weg Mensch und Tier zusammengebracht werden konnten.

Nur durch die Zusammenarbeit vieler Tierschützer und die möglichst breite Streuung der Tiere und Vorstellung auf vielen Internetseiten kann das Potential des Internets für die Tiervermittlung voll genutzt werden.

Ich persönlich lege schon von Anfang an großen Wert darauf, „Couch gesucht“, gerade was die vorgestellten Tiere angeht, möglichst aktuell zu halten. Wie oft habe ich schon gehört, dass Interessenten sich für Tiere aus dem Tierschutz interessiert haben, doch nach dem 3., 4. oder 5. Anruf für ein Tier, das dann „doch schon seit Monaten vermittelt“ oder tot ist, war der Frust verständlicherweise groß und einige sind dann doch zum Züchter gegangen.

Natürlich kann im Streß immer mal eine Entwarnung untergehen, aber leider gibt es doch zu viele Tierschützer oder „E-Mail-Weiterleiter“, die zwar fleißig die Notrufe rausschicken, aber dann keine Entwarnungen (weiter-) geben.

Unverständlich, denn dies bedeutet Frust für die Interessenten sowie Mehrarbeit für die Betreiber von Vermittlungsseiten, die sich die Informationen teils mühsam selber zusammensuchen und –erfragen müssen, als auch für die Vermittler selbst, die Anfragen, die noch immer kommen, ja negativ beantworten müssen (oder zumindest sollten - Auch Beschwerden, daß Interessenten trotz mehrmaliger Versuche keine Antwort bekommen, höre ich immer wieder...). Auch werden die Chancen anderer Tiere auf den Hompages, die noch ein Zuhause gesuchen, vielleicht sogar gemindert.

Doch selbst WENN eine Anfrage für ein bereits vermitteltes Tier kommt, wird häufig genug keine Entwarnung rausgeschickt. Wenn mir dann nicht manchmal die abschlägig beschiedenen Interessenten Bescheid geben würden, würde so manches Tier, das bereits seit Monaten auf seiner eigenen Couch liegt, noch immer auf „Couch gesucht“ vorgestellt, und das sollte eigentlich nicht sein.

Aber ich möchte hier nicht alle Vorwürfe an die Vermittler richten – Es gibt auch die andere Seite: Webseiten-Betreiber, die kein Interesse an einer aktuellen Homepage haben. So gibt es etliche Fälle, wo ich (und andere) beim Surfen ein Tier als zu vermitteln gesehen habe, das bereits ein Zuhause gefunden hat. Entsprechende E-Mails an die Webmaster wurden jedoch nicht beachtet und das Tier steht immer noch als suchend im Netz.

Ein anderer Punkt, den ich aufgrund meiner Erfahrungen unbedingt ansprechen möchte, ist, daß Interessenten sich die Vermittler vorab genau anschauen sollten. Der gute Vorsatz „Retten wollen“ reicht in vielen Fällen leider nicht aus, so gut es auch gemeint ist.

Wie kann man ein Tier aus einer ausländischen Tötungsstation oder Tierheim vermitteln, von dem man vielleicht gerade mal ein Photo, das Geschlecht und das ungefähre Alter hat?

Wie kann man so ein Tier vielleicht noch in eine Familie mit Kindern, Katzen etc. geben? Und das auch noch ohne eine Pflegestelle in der Hinterhand, die das Tier aufnehmen könnte, wenn es zurückkommt?

Wie oft sind in den letzen Monaten Hilferufe über die Verteiler gegangen, daß ein Tier zurück nach Spanien oder Polen müsse, wenn sich nicht innerhalb der nächsten X Tage ein Platz fände?

Was mir leider Gottes ebenfalls häufig untergekommen ist und immer wieder vorkommt, sind Auslandstierschützer, die ihre Tiere gern auf „Couch gesucht“ vorstellen wollen, sich auf Rückfrage nach Impfungen und/oder Test auf Mittelmeerkrankheiten etc., die ich für die Aufnahme auf meiner HP ja voraussetze, nie wieder melden?

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

Darum meine Bitte an alle Interessenten, unabhängig davon, ob es um ein Tier aus Deutschland oder dem Ausland geht:

FRAGEN SIE!

Ein seriöser Vermittler wird sich über Ihre Fragen freuen und sich Zeit nehmen, dieses zu beantworten. Lassen Sie sich nicht mit lahmen Antworten und Ausreden abspeisen – Es geht hier um IHR neues Familienmitglied, dass bis zum Ende seiner Tage bei Ihnen bleiben soll! Sie sind es dem Tier, aber auch sich selbst schuldig, vorab zu klären, ob es in Ihre Familie passt. Ein niedliches Photo allein reicht nicht aus!

Doch genug gepredigt. ;-)

Auch andere Dinge liefen und laufen natürlich nicht immer ganz glatt und reibungslos, doch insgesamt habe ich in den vergangenen 5 Jahren viele viele nette, engagierte Personen im Tierschutz kennengelernt, woraus sich sogar die eine oder andere Freundschaft entwickelt hat.

An dieser Stelle daher ein Dankeschön an all diese Menschen, die ihr Herz am rechten Fleck haben und dennoch – mal überspitzt gesagt - den Verstand nicht an der Tür namens „Tierschutz“ abgegeben haben!

Die sich darüber im Klaren sind, daß sie genau wie dem Tier auch den Interessenten gegenüber eine Verantwortung haben und nicht nur auf die Vermittlungsbilanz und die zu verdienende Schutzgebühr schielen.

Die lieber einmal von einer Vermittlung Abstand nehmen, als ein Tier bewußt oder mit Zweifeln in einer Familie platzieren, in die es nicht passt.

Die wissen, daß man nicht jedes Tier retten kann und daß in manchem Fall eine Einschläferung vielleicht sogar die bessere Lösung – auch und gerade im Sinne des Tieres – sein kann.

„Danke“ auch an die regelmäßigen Besucher von „Couch gesucht“, die mit den Tieren mitfiebern, sich freuen, wenn sie es geschafft haben und immer wieder in Foren und auf anderen Homepages auf einzelne Schicksale hinweisen und somit ihre Chancen erhöhen.

Und vor allem natürlich auch ein großes „Dankeschön“ an die Kampfschmuser-Gemeinde, die den Server für diese Seite sponsort, an Jürgen, der mir jederzeit mit Rat und Tat zur Seite steht sowie an Birgit, meine persönliche „Lektorin“, die bienenfleißig jedes Wochenende das neue Update durchstöbert und mich auf eventuelle Fehler hinweist, die sich doch immer mal wieder einschleichen. ;-)

Was wird die Zukunft für „Couch gesucht“ bringen?

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.

Noch ist die Motivation, der Spaß und die Zeit da, so dass ich doch sehr hoffe, dass es „Couch gesucht“ noch mindestens 5 weitere Jahre geben wird.

Es wird sicherlich beizeiten die eine oder andere neue Rubrik geben, neue Ideen und vielleicht auch einmal ein komplettes Re-Design – Wer weiß? Für Vorschläge bin ich immer offen... ;-)

Was ich mir für die Zukunft wünsche ist, dass auch deutsche (und österreichische und Schweizer) Tierheime verstärkt die Möglichkeiten nutzen, Seiten wie „Couch gesucht“ etc. zu nutzen. Doch aus mir unverständlichem Grund scheint im Gegensatz zu den Tierschutzorganisationen, die sich im Ausland engagieren, bei vielen inländischen Tierheimen daran kein Interesse zu bestehen.

Doch mal ehrlich: Welcher Interessent aus Hamburg wird sich auf der Suche nach einem Hund auf der Seite des Tierheims Kleinkleckersdorf in Bayern oder Brandenburg verirren?

Gerade für die Langzeitinsassen, Notfälle und andere Sorgenkinder bietet das Internet Möglichkeiten, von denen Tierschutzvereine noch vor 10 Jahren nur träumen konnten. Doch auch Großstadttierheime, die zumeist etliche Listenhunde, Schäferhunde, “Ladenhüter”, Katzen und Nager beherbergen, zeigen selbst bei direktem Angebot so gut wie kein Interesse, wie ich erfahren mußte.

Darum meine Bitte:

Nutzen Sie die Chance – Für die Tiere!

Auch habe ich bereits des öfteren erlebt, daß Langzeitinsassen gar nicht mehr vermittelt werden sollen, weil das Tierheim „ja sein Zuhause“ ist; weil man dem Tier einen Umzug nicht mehr zumuten möchte, weil es „in vertrauter Umgebung sterben soll“. Ja sogar, weil die langjährigen Gassigänger sich einer Vermittlung widersetzen (Was für eine „Tierliebe“...)!

Dem möchte ich 2 von vielen Schicksalen entgegenstellen:

Sheila, seit Jahren im Tierheim, krebskrank mit einer Lebenserwartung von nur noch wenigen Monaten, sollte zunächst nicht mehr vermittelt werden und lebt nun doch bereits seit 2 Jahren glücklich und scheinbar gesund(ed) im neuen Zuhause.

Und wiederum der bereits oben erwähnte Ghandi, der 12 Jahre im Tierheim wartete. Der nicht einmal auf der vereinseigenen Homepage vorgestellt wurde und dessen Gassigänger sich gegen die Vermittlung wehrten. Bis sie ihn im neuen Zuhause besuchten und einsehen mussten, dass ein Tierheim niemals ein Zuhause ersetzen kann. Auch wenn man sich dort noch so gut und liebevoll um die Tiere kümmert...

Und das ist doch der perfekte Abschluß für dieses „kurze“ ;-) Resümee:

Es warten so viele Tiere meist unverschuldet in den Tierheimen, ob im Inland oder im Ausland. Überlegen Sie sich bitte, ob Sie nicht einer dieser armen Seelen (oder sogar einem Doppelpack), ein neues Zuhause schenken können!

In der Hoffnung, dass viele Tiere, die heute noch auf dieser Seite vorgestellt werden, bald auf ihrer eigenen Couch liegen (ein Körbchen tut es aber auch ;-)),

Marion Heidenreich

 

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