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Blanka

Ein Weihnachtswunder

Wahrscheinlich muss ich mich nicht extra vorstellen, weil alle Leute, die öfter hier bei couch-gesucht reinschauen, mich schon kennen. Schließlich bin ich schon viele  Jahre auf Marions Homepage zu finden.

Für alle, die mich unter den vielen Nasen, die ein Zuhause suchen noch nicht entdeckt haben, möchte ich noch mal kurz erzählen, wer ich bin:

Ich heiße Blanka, bin eine wunderschöne Staffhündin und am 10.04.1997 geboren.

Seit Oktober 1998 habe ich im Tierheim Bocholt auf liebe Menschen gewartet, die mich mit nach Hause nehmen, aber leider vergeblich...

Die Jahre zogen ins Land und plötzlich waren meine Staff-Kumpels und ich "böse" Hunde, denen kein Mensch ein Zuhause geben wollte - Entweder weil man uns wirklich für böse hielt oder weil man die Auflagen des Hundegesetzes nicht erfüllen konnte oder wollte.

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Ich wurde älter und weiser, war nicht mehr die wilde Hummel, die alle Spaziergänger durch ihre Aufgeregtheit abgeschreckt hat...
Ja, ja ich hab halt in die Leine geknappst und auch mal den einen oder anderen Ärmel nicht verschmäht... Aber das ist Schnee von vorgestern.

Aber auch als ich immer braver wurde und das Tierheim mich auf alle möglichen Tiervermittlungsseiten gesetzt hatte – in der Hoffnung evt. Interessenten für mich aus dem weiteren Umkreis von Bocholt oder NRW zu finden – Keiner wollte mich haben...

Und so vergingen weiter die Jahre. Mein alter Kumpel Charly, ein Jahr nach mir ins Tierheim gekommen, starb und im September ist ihm mein Freund Sam gefolgt. Und auch mir ging es trotz vieler Medikamente und großem Einsatz meiner Tierheim-Menschen immer schlechter.

Da haben sich meine Tierheim-Menschen überlegt, dass sie noch einen Versuch starten möchten, damit ich endlich ein Zuhause bekomme und dort meine letzte Zeit verbringen kann. Sie haben neue Fotos von mir (oh ja, ich war bei einem echten Modell-Fotografen!) und den Aufruf wegen eines Gnadenbrotplatzes für mich bei couch-gesucht eingestellt:

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Und dann begann das Warten erneut...

Und plötzlich war es soweit!
Ich habe mitbekommen, dass viel über mich diskutiert wurde. Man sagte, dass es auf jeden Fall ein Versuch wert wäre und ich müsse entscheiden… Was meinten die nur?

Dann habe ich sie kennen gelernt... und wusste warum man noch viel überlegt hat, bevor man mich einfach in mein neues Zuhause gegeben hat. Weil eigentlich ist der Platz bei diesen Menschen gar nicht so optimal für mich.

Ich muss lernen, mit zwei anderen Hunden klar zu kommen, mein Frauchen und mein Herrchen (klingt das nicht wunderbar?) müssen mich immer die Treppen hoch und runter tragen (ich bin nun mal keine kleine Elfe!).
Und keiner wusste, ob ich den Umzugsstress verkrafte und wie ich mich in einem häuslichen Umfeld verhalten werde… Ich war ja nur den Tierheimzwinger gewohnt.

Nach noch mehr Gesprächen und Überlegungen war es dann am 26.11.2011 soweit... Ich bin nach 13 Jahren!! Tierheim in mein Zuhause umgezogen!

Ich habe alle Bedenken in Luft aufgelöst, kann brav alleine in meinem Zimmer bleiben, mache nichts kaputt und bin stubenrein.

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Dank eines tollen Tragegeschirrs können mich Herrchen und sogar Frauchen prima die Treppen hoch und runter tragen und dann wackeln wir (sicher im Tragegeschirr verschnürt) durch den Garten...  Lange Spaziergänge kann und will ich nicht mehr machen und ich bin mit diesen kleinen Schnupper- Runden zufrieden.

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Ich bin zu allen Menschen nett und ertrage die vielen Besuche von „unserer“ Tierheilpraktikerin und Tierärztin mit freundlicher Gelassenheit... Auch wenn die mich ganz schön piesacken... Aber was erträgt Hund nicht alles, um wieder besser laufen zu können.

Jaaaaa, und die anderen Hunde... Ich möchte die erst einmal nicht um mich haben! Auch die doofe Hündin, die immer im Treppenhaus steht und auf mich wartet, wenn wir die Treppe hoch kommen... Der sag ich auch immer, dass sie verschwinden soll!
Frauchen lacht dann immer und sagt was von Spiegelbild... Eine Frechheit sowas!

Aber sie sagt auch, dass wir ganz, ganz viel Zeit haben werden, damit ich mich langsam an die anderen Hunde gewöhnen kann. Und ich glaube fest daran, dass wir noch ganz, ganz viel gemeinsame Zeit haben, um zu einem echten Rudel zusammen zu wachsen!

Eure Blanka

Update 05.12.2011

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Die Wärme in der Wohnung und/oder die Akupunktur zeigen schon Erfolge :-), aber die sind sooo gering, dass alle Nachbarn immer noch ganz bedrückt schauen wenn wir im Vorgarten unterwegs sind... Und sie denken sicherlich, dass wir Tierquäler sind...

Blankas Zustand ist immer noch grenzwertig, aber sie ist gestern schon die 3 Stufen zur Haustür hochgelaufen (natürlich mit unserer Unterstützung, sie ist ja im Trage- Geschirr eingezurrt), aber sie WILL das machen und kämpft sich zurück ins Leben! :-)

Heute nachmittag war der Amtsveterinär da und Blanka hat die "Prüfung" zur Maulkorbbefreiung bestanden! Und darf, wenn wir das Schreiben vom Ordnungsamt bekommen, auch von mir ohne Mauli außerhalb des Grundstücks geführt werden!

Ursprünglich kam Blanka übrigens aus Duisburg und ihr 1. Zuhause ist nur ca. 10 km von uns entfernt.

Schicksal?

Update 11.02.12

Hallo Ihr Lieben,
 
nun wird es aber Zeit, dass ich mich mal wieder melde…. Der Eine oder Andere hat vielleicht auch schon auf der Tierheim-Homepage gesehen, dass sich bei uns Zuhause so einiges getan hat.

Nachdem ich nicht mehr versucht habe mein Spiegelbild anzugreifen, haben meine Menschen mich einfach mit dem dicken Hund, der hier schon lange lebt, zusammen in der Wohnung laufen lassen. Den Hundezwerg (ich glaube immer noch nicht, dass das wirklich ein Hund sein soll) haben unsere Menschen erst mal weggesperrt, während Rocky (so heißt der dicke Hund) und ich uns näher kennengelernt haben.

Und siehe da: Der ist eigentlich ein ganz Netter, ging nicht nah an mir vorbei, so dass ich keine Angst haben musste das er mich anrempelt, er blieb geduldig stehen, damit ich ihn von vorne bis hinten durchschnuppern konnte…. Und wir konnten prima nebeneinander einige Stunde verschlafen.

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Und kurz vor Weihnachten haben unsere Menschen sich entschlossen, dass es Zeit ist, das ganze Rudel zusammen zuführen.

DAS HERMINCHEN hat mir schon einiges an Stress bereitet… dieser Hund(?) rennt hin und her – hin und her – hin und her. Gerade steht sie neben dir und schon ist sie wieder weg, nur um eine Sekunde später wieder neben dir zu stehen… da wird einem richtig schwindelig. Niemand hat wirklich geglaubt, dass ich mich auch mit dieser kleinen Hundedame anfreunden könnte, aber wenn man sich einmal an ihre wirre Art gewöhnt hat, ist die wirklich nett.

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Zu Weihnachten haben wir dann unseren Menschen, meinen Tierheim-Menschen und noch vielen anderen Menschen eine riiiiiesige Freude bereitet: wir haben zusammen im Körbchen gelegen und die Initiative dazu ging von mir aus. Da sind sicherlich einige Freudentränen geflossen!

Ich lebe seitdem also mit meinen Menschen und meinem Rudel zusammen. Ich mag „mein“ Zimmer immer noch sehr und ziehe mich auch öfter mal dorthin zurück, um meine Ruhe zu haben, aber alle Türen stehen offen und das Kindergitter steht schon lange ungenutzt in der Zimmerecke.

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Nur mein Futter bekomme ich in „meinem“ Zimmer und dann wird auch die Tür zu gemacht…. Ist besser so, sagen unsere Menschen…. Die Hundebande soll nämlich wie die Raben klauen! Und das glaube ich gerne, die kommen nach dem Fressen immer an meinen Napf, um zu kontrollieren, ob ich den auch ordentlich sauber gewischt habe…

Körperlich geht es mir auch gut. Nein, zu einem wilden Jungspunt werde ich nicht mehr, aber meine Schmerzmittel sind gut eingestellt und durch das Umstellen der anderen Medikamente, wächst nun auch mein Fell wieder und ich bin fast wieder komplett bepelzt… bei den momentanen Minusgraden kann ich darüber nur froh sein!

Und ich bin die Einzige der Hundebande, die auch bei diesen Temperaturen gerne raus geht. Hermine mag nur kurz raus, um Geschäftliches zu erledigen, Rocky möchte nur kurze Schnuffelrunden machen und ich wander so lange draußen rum, bis meinen Menschen die Füße festfrieren … dann tragen die mich einfach wieder ins Haus… Gemeinheit!

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Diese Woche ist irgendetwas passiert, plötzlich konnte ich mit meinem linken Auge ganz schlecht sehen. Das sieht so aus, als ob mir jemand das halbe Auge zuhält.

Gestern waren wir bei unserer Tierärztin und die hat uns erklärt, dass die Muskeln/Fettgewebe hinter meinem Auge geschrumpft sind, mein Auge keinen Halt mehr hat und in die Augenhöhle gesunken ist. Dadurch ist die Nickhaut halb vor mein Auge gerutscht und deshalb kann ich nun so schlecht sehen… und sie hat gesagt, dass man nichts dagegen machen kann und ich damit leben muss.

Das schränkt mich schon sehr ein und ich bin auch sehr unsicher. Jetzt muss ich erstmal lernen, mit dieser „halben Sicht“ zu leben. Aber auch das schaffen wir gemeinsam!

Bis bald, Eure Blanka

25.03.2012

Blanka ist von uns gegangen. :-(

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Nach vier wunderschönen Monaten bei ihrer wunderbaren Familie und zwei liebgewonnen Hundefreunden verschlechterte sich Blankas Zustand plötzlich, ihre Organe versagten den Dienst.

In den letzten Tagen aber hat Blanka mit allen Sinnen Abschied genommen von ihrem neuen Frauchen, den Hundesenioren Hermine und Rocky, ihrem heißgelieben Garten und der sanft wärmenden Frühlingssonne. Blanka wurde 15 Jahre alt und hat in diesen intensiv gelebten letzten Monaten mehr erlebt als viele andere Hunde. Diese waren ein riesengroßes Geschenk an sie.

Zufrieden und in sich ruhend in Gesellschaft ihrer Lieben glitt sie hinüber in ein Reich, in dem Sam, Charlie und Toni auf sie warten.

Beerdigt wurde Blanka an "ihrem" geliebten Teich; ihr Grab wird nun von einem Hibiskusbäumchen behütet.

Eingestellt 28.03.2012

pfeil back

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