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Holly & Neo

*wuff*

Frauchen hat gemeint ich soll euch hier mal was pföteln.

Letztes Jahr im Mai musste mein Begleiter Ibo den Weg über die Regenbogenbrücke antreten. Ibo war ein älterer Rottweiler Rüde, er war schon lange krank, rappelte sich aber immer wieder auf, nur den Krebs konnte er schlussendlich nicht besiegen.

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Ibo war für mich ein Fels in der Brandung und Frauchens Seelenhund. Ibo’s Tod riss ein großes Loch in unseren Alltag, unsere Herzen und so tagte irgendwann der Familienrat und es war klar, ein neuer Kerl soll es sein.

Die Vorstellungen von Herrchen, Frauchen und mir gingen dabei jedoch etwas auseinander und wie es meist so ist... Am Schluss kam dann sowieso alles anders.
Die Gegensätze hätten nicht größer sein können und unser Gefühlschaos auch nicht.

Darf ich vorstellen:

Neo, ein Dobermannjungspund, zog im August 2016 hier ein.

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Da er in seinem ursprünglichen Zuhause nach 8 Wochen schon unerwünscht war, zog er als Pflegehund bei uns ein. (Darf ich erwähnen, dass sowohl Frauchen als auch Herrchen schon öfter bei Kleintieren absolute Pflegestellenversager waren… gut, dann wisst ihr ja was kommt.)

16 Monate später ist der Kerl immer noch da, wirbelt unser Leben durcheinander und fehlen tut uns grad nur Ruhe, Schlaf, heile Einrichtung, Nerven, Nerven und noch mal Nerven.
Aber mal von Anfang an.

Herrchen war schwer begeistert, Frauchen war schwer überfordert und ich war schwer genervt. Also beste Voraussetzungen.

Neo zog als kleiner, schüchterner Kerl hier ein. Was genau er erlebt hat, zwischen Züchterin und dem Einzug bei uns, wissen wir nicht. Er wirkte aber als hat er nicht viel kennengelernt und den Menschen nicht als jemand kennengelernt dem man vertrauen und folgen kann.

Es erinnerte mich alles an meinen Einzug bei den beiden. Alltag kennenlernen nannten sie es.
Bei mir und bei Neo gehörte dazu aber mehr als nur die üblichen Sachen wie alleine bleiben, Umgebung kennenlernen, Autofahren, andere Menschen, Hunde etc.

Da wir beide leichte Angsthasen sind musste das ganze auch sehr kleinschrittig aufgebaut werden, eine Vertrauensbasis geschaffen werden und ein Ende ist definitiv noch nicht in Sicht, bei keinem von uns beiden.

Ich kämpfe ja auch noch mit diversen Ängsten, hab aber gelernt Frauchen und Herrchen zu vertrauen und mit ihnen „schlimme Dinge“ zu bestehen. Neo ist aber nicht nur ein Angsthase sondern auch noch ein... Tja, wie sag ich es denn nu nett?!

Er ist gaga in der Birne...
Er ist extrem, in allem was er tut...
Er lässt sich von allem ablenken...

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Er ist eine Herausforderung für alle... Und damit ihr euch mal vorstellen könnt, wie Neo so tickt mal ein Beispiel.

Wir wollen spazieren gehen.
Da gibt es leider je nach Begegnungen, Hirnzustand, Tageszeit, Temperatur, Windgeschwindigkeit, Nervenstärke vom Zweibeiner und sonstigen Dingen die denn so mal wieder nicht in das aktuelle Schema Dober passen viele, viele verschiedene Arten Spaziergang.

Vor dem Verlassen des Hauses sind die Zweibeiner mit packen beschäftigt.
Verschiedene Leckerchen, die SuperLeberwurstDose für den Rückruf, Pfeife, Spielzeug, Schleppleine, Nerven, Nerven, aufgewärmte Muskulatur und natürlich uns.

Neo bekommt Halsband mit Telefonnummer, Geschirr, Halti, Ruckdämpfer, Leine...
Ich Geschirr, Leine....
Zweibeiner dreckige Hose, versaute Jacke, Dreckstehende Schuhe...

Tür auf, ich darf vor die Tür aufgrund meiner Reaktion sehen die Zweibeiner was draußen los ist und können den geordneten Rückzug antreten oder gemeinsam mit dem Herren Dober vor die Tür treten.

Dann heißt es bis zum Auto kommen...
Die gängigsten "Fehlerquellen" die dabei passieren können: Nachbarskatzen kreuzen den Weg, Nachbarskinder bremsen nicht schnell genug, wenn sie uns sehen, Nachbarn die unnützerweise da was zu tun haben, andere Hunde, fliegende Blätter, raschelnde Folien, Düfte die noch in der Luft liegen... Was weiß ich auch immer.

Die Autofahrt zu unserem Ziel wird musisch von Herren Dober untermalt.
Am Ziel angekommen, raus aus dem Auto erstmal kurz die Lage sondieren und dann langsam los. Also zumindest versuchen wir das.

Ich schnüffel mich durch die Gegend und schau wer alles so Nachrichten hinterlassen hat. Der Herr Dober hat da keine Zeit dafür, er rennt von links nach rechts, hinter, vor um mich rum, an den Busch, um den Baum, etc. wohlgemerkt, da hängt noch ein Zweibeiner hinten dran und ich steh immer wieder im Weg.

So geht das dann, bis er ein bisserl Hirn parat hat, um zu merken, dass er nicht alleine ist, hält dann... ein paar Sekunden ;) .

Auf dem Spaziergang gibt es verschiedene "Stationen" wo ein bisserl was gearbeitet wird.
Wir müssen z.B. warten und die Zweibeiner verstecken Wurst in einem Holzstapel.
Ich such konzentriert und gut.
Neo tut das auch wie er das halt tut, hektisch, zwischendurch das Hirn anhauen, mit der Pfote abrutschen, vergessen was er eigentlich tun sollte,.... Zum Ziel kommt aber auch er.
Am Schluss wurden alle Wurststücke gefunden.

An einer anderen Stelle gibt es eine Runde Tricks und Gehorsam.  Ich sag nur Dober... *Augendreh*

Dann gibt es eine Pausezeit. Ich versuch mit Blicken Leckeli abzustauben und Neo tut alles, was er halt tut, bis er begriffen hat das er Ruhe geben soll, damit es weitergeht.

Die Power-Spiel-Einheit darf nicht fehlen. Meist verliert das Zweibeinerchen ein Spielzeug und wir suchen es oder es wird geworfen und wir dürfen Speed geben und auch ‘ne Runde miteinander zocken.

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Tja und das wichtigste grade für den Herren Dober sind die Untergrundarbeiten. Er hat den wichtigen Auftrag, allen Mäusen, Wühlmäusen, Maulwürfen und Untergrundbewohnern ‘Hallo’ zu sagen und eine Zählung vorzunehmen. Ich muss ihm da natürlich helfen.

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Das heißt ein Teil des Spaziergangs besteht auch darin Muskelaufbau für die Zweibeiner zu betreiben. Bücken, Dober am Geschirr nehmen, gerade hinstellen und mit den 34 kg ein paar Meter laufen, Dober abstellen, aber sichern und dann festhalten und laufen, bis er das Loch vergessen hat, was aber ja nicht heißt, das in 5 Metern das nächste wartet...

Zwischen den einzelnen "Stationen" heißt es auch weiterhin Muskulatur trainieren.
Der Herr Dober an der Schlepp ist halt so ein kleines Geschoss, das immer mal wieder für ein Anspannen sämtlicher Muskulatur sorgt... Zwischendurch darf der Herr auch frei laufen, aber dazu muss das Umfeld überschaubar sein und der Dober grad Hirn parat haben.

Das Tüpfelchen auf dem Spaziergang sind dann immer die Begegnungen mit Menschen, Hunden, „Geruch“ oder was auch immer heut nicht ins Doberhirn passt...
Der kann sich echt gut aufführen und schreien wie am Spieß *seufz*

Wenn ihr euch nun fragt, warum unsere Zweibeiner den Kerl nicht stramm stehen lassen und ihm Manieren beibringen...

Sie sind auf dem Weg und ich muss zugeben es gibt auch Erfolge. Die beiden können ja nicht alles gleichzeitig bearbeiten und manche Sachen nehmen sie halt erst mal so hin, sitzen es aus und nehmen sich eins nach dem anderen vor.

Für manche Sachen war ich auch erst nach langer Zeit aufnahmefähig und durch Ibos Tod habe ich noch viel Souveränität und Ruhe gewonnen, ich bin nun die Große.

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Zwischendurch hab ich bei Neo echt gedacht, der lernt nix.
Jeder Tag fing wieder bei null an, so langsam sehe ich aber das es aufwärts geht und er Ansagen von mir und den Zweibeinern auch mal befolgen kann.  Scheinbar hat er jetzt einen Grundlevel an Vertrauen, Ruhe und Wissen, das er je nach Umstand auch zackig, schnell, langsam oder mit viel Hilfe zeigen kann.

Gut auf dem Spaziergang oder in der großen weiten Welt noch nicht, aber im kleinen Rahmen. Im Haus, Garten oder bekanntem abgeschlossenen Terrain ist er einfach klasse. Da staun ich oft Bauklötze. Ich wurde ja in der Hundeschule immer als Streberchen bezeichnet, nur hab ich das dumme Gefühl das Neo mir den Titel streitig macht, wenn der nämlich seine Hirnwindungen entknotet hat, ist der echt ein Crack *wow*

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Von meinen beiden Zweibeinern weiß ich auch, das Neo ein absoluter Traum ist.
Er ist kuschelig, anhänglich, ein liebevoller Chaot, der sich überall knuffeln lässt, der mit Begeisterung spielt... einfach ein unkomplizierter kleiner Gnom, der jeden Mist mitmacht. :-)

Tja nun, was soll ich sagen...
Neo ist Teil unserer Familie. Wir gehören zusammen und Schritt für Schritt gehen wir weiter. Er ist ja erst 20 Monate alt, hat also noch viel Luft und Zeit nach oben.

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Was ich euch mit der Geschichte unseres kleinen zerstreuten Professors sagen will. Es lohnt sich durchzuhalten, auch wenn man oftmals kurz davor ist aufzugeben.

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Eure Holly

19.12.2017

21.12.2017


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Oder einen Gutschein über einen Tierheimbesuch im neuen Jahr!

Niemals ein Tier verschenken, ohne zuvor gefragt zu haben, ob es erwünscht ist!!
Eltern sollten sich immer bewußt sein, daß SIE die letztendliche Verantwortung für ein Tier haben und nicht das Kind - Egal ob Hund, Katze oder Meerschweinchen und egal, was man vorher sagt!!

 

 

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