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Ayko

Im Oktober 2015 fing der Leidensweg unseres 7 Jahre alten Rottweilerrüden Ty an.
 
Eine Störung seines Darms ließ ihn kein Eiweiß mehr aufnehmen und er wurde trotz verschiedener Behandlungsmethoden immer dünner und schwächer. Ende Februar mussten mein Mann und ich Ty Ende über die Regenbogenbrücke gehen lassen.

Es war uns klar, dass wir wieder einen Rotti zu uns holen wollten. Jedoch wollten wir dieses Mal einem Rotti aus dem Tierschutz ein neues Zuhause geben.

So fuhr mein Mann, um mich auf andere Gedanken zu bringen, mit mir ins Tierheim nach Stadthagen. Wir wussten, dass dort seit Mitte Januar 2016 ein 1,5 Jahre alter Rottirüde eingezogen war. An dem Tag habe ich Ayko nur angeschaut, zu einem Kontakt war ich noch nicht bereit.

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Ein paar Tage später fuhren wir wieder hin und lernten Ayko im Auslauf kennen, ein total aufgeschlossener, sehr kuschelbedürftiger, aber auch lebhafter süsser Kerl. Er eroberte mein Herz im Sturm und mein Mann war auch begeistert.

Dann gab es die traurige Info, dass Ayko als gefährlich eingestuft war.
Er soll innerhalb seiner 1. Familie ein Kind gebissen. Da war er mal gerade 6 Monate alt und selber noch ein Kind. Weder das Tierheim noch wir erhielten bis zum heutigen Tage Akteneinsicht. Alles sehr fragwürdig.

Auf jeden Fall haben wir Ayko auf Herz und Nieren geprüft.
Er zeigte keinerlei Auffälligkeiten.

Als uns dann noch die Zuchtpapiere von Ayko gezeigt wurden, schlug das Schicksal nochmal zu:

Ayko ist ein Halbbruder von unserem Ty!
Der Züchter kommt aus Worms, ein weiter Weg nach Stadthagen.

Ayko war als Welpe in einer Familie gelandet, die eine Wachfirma besitzt. Der angebliche Beissvorfall wurde sogar gemeldet, so dass es zu dem Eintrag der Gefährlichkeit kam.

Der arme, kleine Kerl wurde dann in der Firma weitergereicht, sollte auch da schon ins Tierheim, wurde dann aber letztendlich einfach im Wald ausgesetzt. Sehr geistreich bei einem gechippten Hund vom Züchter...

Glücklicherweise fanden Waldarbeiter Ayko und der Zufall wollte es auch noch, dass Helmut, selbst im Tierschutz tätig, auf die Waldarbeiter zukam und nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt Ayko erstmal in seine Obhut nahm.

Bei ihm verbrachte Ayko fünf Monate.
Da Ayko viel Temperament entwickelte und Helmut gesundheitliche Probleme hatte , hat er ihn schweren Herzens dem Tierheim in Isernhagen übergeben. Von dort ist er dann nach Stadthagen gekommen, da hier noch ein Platz frei war.

Mein Mann und ich waren uns jedenfalls einig, die Odyssee sollte bei uns enden.
Ayko sollte bei uns einziehen.

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Dann ging der Kampf um das“ Sorgerecht „los.

Auf Grund der Einstufung als gefährlicher Hund ist das Veterinäramt involviert und muss die Einwilligung erteilen. Damit waren dann einige Auflagen und Bescheinigungen erforderlich (Führungszeugnis, Bescheinigung vom Ordnungsamt, praktische Sachkunde- prüfung). Und dann noch der Wesenstest...

Trotz bestandener praktischer Sachkundeprüfung mit Ayko durften wir ihn selbst nicht außerhalb des Tierheims führen. So mußte uns jedes Mal die Tierheimleiterin begleiten, die als einzige mit ihm rausgehen durfte.
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Ich als zukünftige Halterin dagegen sollte Ayko aber durch den Wesenstest führen, ohne jemals mit ihm außerhalb des Tierheimgeländes Gassi gegangen zu sein. Die Vorbereitung auf den Wesenstest wurde uns also mehr als erschwert; wir konnten keine realistischen Bedingungen schaffen.
Eine spezielle Hundetrainerin in Celle hat uns aber dankens- werterweise auf ihrem Gelände Hilfestellung gegeben.

Es waren ein paar aufregende, stressige und sehr emotionale Monate. Aber das Ziel war das Bestehen des Wesenstests. Ohne den durfte Ayko nicht zu uns.

Die Bindung zwischen Ayko und mir wurde immer enger. Die Fahrten zum Tierheim wurden immer mehr. Mein Mann konnte aus beruflichen Gründen nur am Wochenende mit.

Der Blick von Ayko wenn ich zum Ausgang ging war furchtbar, und somit fuhr ich etliche Wochen täglich abends nach der Arbeit zu meinem kleinen Schatz und am Wochenende dann morgens und abends. Er sollte nicht wieder enttäuscht werden.

Trotz allem litt Ayko zusehends und sein Fell fing bei Stress an zu schuppen. Das war immer das Zeichen für Trainingsstopp und Kuschelzeit.

Dann kam der alles entscheidende Tag:
Die Abnahme des Wesenstests.

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Die Tierheimleiterin Kerstin und ich fuhren also total aufgeregt mit Ayko los.

Die Nervosität war riesig, aber nachdem Ayko die ersten drei von 33 Situationen souverän gemeistert hat, fiel auch meine Anspannung ab.
32 Situationen hat Ayko mit Note 1 bestanden.
Lediglich die Aufgeregtheit von Ayko, als ein Ball auf ihn zugerollt wurde, wurde bemängelt. Ich war sooooo stolz auf ihn!

Am nächsten Tag habe ich die Bescheinigung des bestandenen Wesenstests an das Veterinäramt gemailt und einen Tag später die Genehmigung erhalten. Was für ein Freudentag!!!!
Einziger Wermutstropfen ist der vorerst noch bestehende Maulkorb- und Leinenzwang.

Dann war endlich der Tag da, an dem ich ihn nach Hause holen durfte.

Ayko ging wie selbstverständlich mit zum Auto.
Zu Hause angekommen hat er sich keine 10 Minuten im Haus umgeschaut, legte sich auf meine Füße und hat erstmal geschlafen. Er war angekommen!!

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Seine Lieblingspose

Als dann abends mein Mann nach Hause kam, war die Freude auf beiden Seiten groß.

Jetzt ist er schon ein paar Monate bei uns. Es gibt weiterhin keinerlei Auffälligkeiten und er kommt auch toll mit meinem Pferd klar.

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Ayko und Ria, 26 Jahre,
ein ehemaliges Schulpferd, das vor dem Schlachter gerettet wurde

Und gestern haben wir dann noch die Begleithundeprüfung bestanden!

Er ist so ein wahnsinnig liebenswerter Schatz, wir möchten ihn nicht mehr missen!!!

10.12.2016

12.12.2016


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Oder einen Gutschein über einen Tierheimbesuch im neuen Jahr!

Niemals ein Tier verschenken, ohne zuvor gefragt zu haben, ob es erwünscht ist!!
Eltern sollten sich immer bewußt sein, daß SIE die letztendliche Verantwortung für ein Tier haben und nicht das Kind - Egal ob Hund, Katze oder Meerschweinchen und egal, was man vorher sagt!!

 

 

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