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Yuki

(Rädchen)

Wie aus dem sardischen Rädchen das „Bodenseefellchen“ Yuki wurde

Eigentlich begann die ganze Story an einem sonnigen Sonntag Ende Mai 2016. Niemals hätte ich geahnt, was sich aus diesem Nachmittag alles entwickelt.

Ich lag im Garten in der Sonne und surfte im world-wide-web auf verschiedenen Tierschutzportalen. Besonders die Notfellchen hatten mein Augenmerk – wobei ich weder suchte noch im Begriff war, wieder einen neuen Hund bei uns aufzunehmen.

Wir hatten grade verschiedene Schicksalsschläge verdaut, eine harte Zeit hinter uns und mussten innerhalb drei Jahren, zwei geliebte Hunde über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Und mit Pino unserem 2-jährigen Terrier-Pointer-Mix, der leider jagdambitioniert ist, hatten wir grade noch alle Hände voll zu tun.

Einen Zweithund sollte es erst später geben, gerne auch einen Alten oder Kranken. Und dieser sollte uns finden – nicht umgekehrt. Denn einfach einen Hund aussuchen, unter all den unzähligen Notfällen – das konnten wir einfach nicht. Wir wussten, wenn die Zeit reif ist, kommt der entsprechende Hund ganz von selbst.

Ja und plötzlich sah ich diese weiße Hündin – ein Maremmano-Mix.

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So unendlich traurig, mit einem seltsamen Watschelgang und eingezogenem Schwanz, der auf einem Video immer wieder ganz zaghaft wedelte. Ihr Blick ging mir durch und durch und als ich ihre Geschichte las, war ich schon sehr berührt, denn sie war grade mal 1 ½ Jahre alt.

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Im März 2016 wurde sie auf den Straßen Tortolis (Sardinien) gefunden. Sie bekam den Namen Ruota, was übersetzt „Rad“ bedeutet. Eine bildschöne Hündin, mit einer sanften Aus- strahlung und einem sanften Wesen.

Doch bei genauerer Betrachtung war Sie in einem absolut erbärmlichen Zustand.

Sie hatte kreisrunden Haarausfall um die Augen, extremes Untergewicht, der Gang glich einer Ente, sie watschelte mit den Rückbeinen und die Vorderbeine waren dick angeschwollen.

Die Krallen hatten sich schon um sich selber gedreht und wuchsen in den Ballen. Flöhe sprangen nur so auf ihr herum.

Der Tierheimleiter, der Tierarzt und das Team von den Streunerherzen nahmen sich der Hündin an. Untersuchten sie, schnitten ihr die Krallen und entflohten sie und ordneten eine Blutuntersuchung an. Zwei Tage später ergaben die Blutergebnisse die traurige Gewissheit: Leishmaniose.
Noch am selben Tag startete die Therapie mit Allopurionol und Milteforan.
 
Die Homepage der Streunerherzen rief zu Spenden auf, um die Hündin schnellstmöglich nach Deutschland zu bringen, damit sie dort weiter untersucht und behandelt werden konnte. Ihre Beine und der seltsame Gang waren zusätzlich zur Leishmaniose ein weiteres Problem. Natürlich musste in diesem Zusammenhang auch eine Pflegestelle gefunden werden.
 
Ich zeigte diesen Fall meinem Mann, der auch sofort großes Mitgefühl empfand, aber wir konnten dem Hund momentan nicht mal einen Pflegeplatz bieten, da wir den ganzen Sommer noch verschiedene Termine wahrnehmen mussten und auch viele Treppen im Haus haben, die für diese Hündin in der Ausgangssituation unüberwindbar gewesen wären.
Aber wir haben unsere Kasse für einen geplanten Kurzurlaub geleert und eine größere Summe gespendet, damit Ruoata wenigstens bald nach Deutschland ausreisen konnte.

Parallel fand sich auch plötzlich eine Pflegestelle und am 3.7.2016 ging die sehr kranke Hündin auf Reisen. Der Name Ruota wurde dann auch Programm – denn das Rad sollte sich für die Süße nun in Bewegung setzen!

Ab diesem Zeitpunkt hingen die ersten Bilder von Ruota an meiner Pinwand, auf meinem Schreibtisch und in meinem Herzen.
 
In der Klinik in Köln wurde sie dann untersucht.
Immerhin hatte Ruota inzwischen ein wenig an Gewicht zugenommen, dass Fell um die Augen wuchs wieder und ihr Gang war etwas besser. Allerdings fanden die Ärzte eine alte Fraktur am hinteren Bein, die aber durch instinktive Schonhaltung der Hündin selbstständig zusammengewachsen war.

Das größte Problem, was die Ärzte sahen, war die unterentwickelte Muskulatur. Das Blut für den Mittelmeercheck wurde noch genommen und dann durfte die bezaubernde Ruota auf ihre Pflegestelle ziehen.
 
 
Weil mich das Schicksal dieser Hündin einfach nicht in Ruhe ließ, blieb ich mit den Streunerherzen in Kontakt und diese hielt mich freundlicherweise immer wieder mal auf dem Laufenden. Und als wir erfuhren, dass Ruota bei Karlsruhe untergekommen war und den ersten Bericht der Pflegefamilie lasen, waren wir richtig glücklich. Das war ja nur drei Autostunden weg von uns.
Mit drei weiteren großen weißen Hunden durfte Ruota das Leben neu aufbauen...

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Unter anderem schrieb, die Pflegemama:

"Wir freuen uns sehr, dass Ruota so dankbar ihr neues Leben angenommen und die Therapie auf Sardinien schon Früchte getragen hat.

Es ist für mich persönlich eine emotionale Freude, den Glanz in ihren Augen zu sehen, wie sie tollt und spielt und sich so positiv verändert hat. Ruota ist ein überaus freundlicher, sanfter und charmanter Hund, aufgeschlossen und neugierig Sie ist aufmerksam und begreift schnell, lebt sich gut ein, will alles richtig machen. Ein Traumhund eben.

Die nächsten Wochen stehen jetzt gezielte Physiotherapien an, um die Muskulatur weiter aufzubauen und dann ggf. nochmal über den veralteten Bruch zu sprechen, wobei die Ärzte guter Dinge waren, dass dieser nicht erneut gebrochen werden muss, sondern sehr gut verheilt ist, da sie sich vermutlich damit nicht viel bewegt hat."

 
                                            
Die Hündin ließ mich nicht mehr los – ich träumte von ihr und sah sie gesund über Wiesen und Felder laufen und wusste beim Aufwachen, dass dies wohl noch ein langer Weg war.

Gleichzeitig hoffte ich inständig, dass sich im Anschluss an die Pflegefamilie ein Traumplatz finden ließe, der Ruota - trotz Leishmaniose und Handicap der Beine - aufnehmen würde.
 
Ende August besuchten wir „Rädchen“, wie sie nun liebevoll von der Pflegefamilie genannt wurde. Und es passierte etwas Seltsames:

Obwohl ich mich bewusst zurück hielt, als wir dort ankamen, sprang aus einem Rudel von vier weißen Hunden, die immer noch sehr dünne Hündin direkt auf mich zu und wich die folgenden 1 ½ Stunden kaum von meiner Seite.

Ich hatte richtig Herzklopfen als ich das Lächeln in ihrem Gesicht sah und spürte, das nun was passierte. Ihre Seele traf die meine und wir waren ab diesem Moment durch ein unsichtbares Band miteinander verbunden.

Mein Mann und ich waren hin und weg von ihr.
Pino, unser Racker, interessierte sich in erster Linie nur für den traumhaften Garten und ließ sich dann erst zum Schluss etwas zaghaft mit ihr ein.

Benommen fuhren wir nach Hause und von da an war Rädchen das Tagesthema.

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Diese zarte Hündin musste einfach den Besten Platz bekommen, damit sie ein glückliches Leben führen kann -  auch mit Leishmaniose und den schiefen Vorderbeinchen.

Ich fing an, alles über Leishmaniose aufzusaugen, was ich finden konnte, weil es mich einfach interessierte, wie man dieser Krankheit begegnen kann.
Ich bin von Haus aus überzeugt, dass es für alles eine Lösung gibt, auch wenn man unkonventionelle Wege gehen muss. Schon viele Jahre arbeite ich mit meinen Hunden und der ganzen Familie neben der klassischen Schulmedizin immer mehr mit Komplementär- medizin und habe damit tolle Erfahrungen gemacht. Rädchen wäre dafür eine weitere Herausforderung.
 
Wir blieben dran an der Pflegefamilie und fragten immer wieder, ob sich denn noch niemand für Rädchen entschieden hatte. Es gab weit und breit keine Interessenten, was wir nicht verstehen konnten.

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Aber die Pflegefamilie war immerhin schon der reinste Glücksfall für Rädchen. Die Pflegemama kümmerte sich mit außerordentlichem Engagement und viel Liebe um die Süße und legte absolut den Grundstein, für das Wohl und Werden der sanften Schnuffeline.

Anfang September signalisierten wir:
Rädchen würden wir sehr gerne bei uns aufnehmen, aber die Treppen im Haus waren immer noch unser Problem. Erst als die Ärzte grünes Licht gaben und auch die Pflegemama bestätigte, dass die Muskulatur immer besser wird, gaben wir uns einen Ruck und entschieden aus vollem Herzen:

Wir werden Rädchen adoptieren!

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Es folgte zuerst noch unser Urlaub, in dem Rädchen täglich Gesprächsthema war, und anschließend nochmals 4 Wochen quälende Wartezeit. Wir hatten schon richtig Herz- schmerzen, waren total verliebt und mussten uns sooo gedulden.

Leider gestaltete es sich sehr schwierig jemanden zu finden, der die Vorplatzkontrolle bei uns durchführen sollte. Endlos zog sich alles hin und schließlich entschied die Pflegemutter, das selbst zu übernehmen.

Am 19. Oktober zog Rädchen bei uns ein!
Welch ein Geschenk – wir sind überglücklich!

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Das süße, sehr schmale Hundemädchen gewöhnte sich schnell ein, lernte ratz-fatz die Treppen bei uns zu laufen, frisst mit Appetit unser selbst gekochtes prurinarmes Futter und legt stetig an Gewicht zu. Die einst eingezogene Rute trägt sie inzwischen auch buschig nach Maremmano-Art oben.

Eine Biofeldanalyse, die ich anfertigen ließ, ergänzte die vorliegenden Untersuchungs- ergebnisse und sie bekommt nun neben Allopurinol einen ausgeklügelten Mix an Kräutern, Säften, Ölen und Globuli, die ihr Immunsystem, die Gelenke und Nieren aufbauen.

Das Fell wird bereits dichter, die Gelenke immer beweglicher – eine junge Hündin mit absoluter Lebenslust, Freude und Energie.

Sie begeistert einfach alle, ist für Freunde die sardische Principessa und für uns die Zaubermaus, unser feines Federchen und Schneewittchen.

Wir rufen Sie Yuki, was so viel bedeutet wie: Glück, Mut,  freundliche (Schnee-)prinzessin. Sie hatte sich diesen Namen fast schon selbst ausgesucht, denn darauf hat sie sofort reagiert, als wir verschiedene Namen zur Wahl stellten.

Rädchen wir allerdings immer ihr Zweitname bleiben!

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Auch Pino „Corleone“, der feurige Sizilianer (ebenfalls aus dem Tierschutz) ist zum Charmeur mutiert, umgarnt sie vom ersten Tag an zärtlich und ist total verliebt in die Süße.

Er hat schnell gelernt sanft zu spielen, wobei es die Zaubermaus ist, die ihn ständig triezt und richtig Gas gibt, beim Toben. Wir lachen uns oft kringelig über die beiden, schmunzeln über die Raffinesse beim sich gegenseitig austricksen, sehen wie beide einfach nur glücklich sind.
Schon jetzt nach kurzer Zeit, sind die Beiden unzertrennlich.

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Allerdings darf  das alles nicht darüber hinwegtäuschen...
Sie hat Leishmaniose und dies wird uns ein Leben lang begleiten. Doch wir haben ihr gleich am ersten Tag versprochen, dass alles gut wird! Sie wird von uns die beste Fürsorge bekommen, wird sich toll entwickeln können.

Wir sind dankbar und sehr glücklich, dass sie bei uns ist! Für Yuki „Rädchen“ beginnt ein hoffentlich erfülltes und langes Leben – jetzt!

Rädchen hat schlußendlich uns als ihre Familie gefunden - hier am Bodensee.

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08.12.2016

10.12.2016


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Oder einen Gutschein über einen Tierheimbesuch im neuen Jahr!

Niemals ein Tier verschenken, ohne zuvor gefragt zu haben, ob es erwünscht ist!!
Eltern sollten sich immer bewußt sein, daß SIE die letztendliche Verantwortung für ein Tier haben und nicht das Kind - Egal ob Hund, Katze oder Meerschweinchen und egal, was man vorher sagt!!

 

 

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