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Mia

Im September 2004 starb mein erster Hund – Sie ist drei Wochen vor ihrem 16. Geburtstag gestorben.
Hund Nr. 2 musste ich zwei Jahre später, fast auf den Tag genau, mit nur 15,5 Jahren gehen lassen.

Ich wollte nie wieder einen Hund, nie wieder dieses „Gehen lassen“ erleben müssen.

Das erste Mal seit 18 Jahren war ich jetzt ohne Hund...

Am nächsten Tag wollte ich mich mit Arbeit ablenken, was mir mehr schlecht als recht gerade mal bis zum Mittag gelang (immer horchte ich... und hörte... nix!) – dann fing ich an, mich im Internet nach Hunden umzuschauen und fühlte mich dabei wie ein Verräter.

Stundenlang blätterte ich durch zig Anzeigen und war erstaunt bis erschüttert über die Anzahl der angebotenen Hunde. Trotzdem war keiner dabei, bei dem es bei mir richtig „Klick“ gemacht hat - bis ich irgendwann „Chow- Mix“ in die Suchmaschine eingegeben habe (mein erster Hund war zur Hälfte ein Chow-Chow) und dann fand ich sie:

Maria-Rosa (pruuuust!).

Es gab nur zwei relativ schlechte Fotos, aber ich wusste gleich:

Das ist sie! Das ist Meine!

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Maria Rosa
(Das hier ist das bessere Foto...)

Inzwischen war es 20 Uhr. Ich rief sofort bei dem angegebenen Ansprechpartner an und habe sogar jemanden erreicht. Leider war mir gar nicht aufgefallen, dass sie sich auf Mallorca befand, ich also nicht am nächsten Tag losfahren konnte, um sie zu holen.
Ich weiß gar nicht mehr, was in dem Telefonat besprochen wurde – zwischendurch kamen mir auch immer wieder die Tränen – die Vermittlerin wollte sich wieder bei mir melden, das weiß ich noch.

Das hat sie aber bis zum nächsten Tag (Dienstag) um 10 Uhr noch nicht gemacht ;-)

Da ich eh kaum schlafen konnte, habe ich in der Nacht jeden Beitrag auf der HP des Vereins gelesen, dort auch eine Telefonnummer von Mallorca gefunden und folglich am Dienstag um 10 Uhr dort angerufen.

Ich erfuhr, dass sie ebenfalls zur Hälfte ein Chow ist, mit 5 Monaten in der privaten Auffangstation abgegeben wurde und sich bisher noch niemand für sie interessiert hat – inzwischen war sie 3,5 Jahre alt!
Das konnte ich gar nicht fassen!
Ebenso wie die Tierschützerin nicht fassen konnte, dass endlich jemand für diesen Hund anrief und ich mich für die ebenfalls in der Vermittlung stehende reinrassige Chow-Hündin überhaupt nicht interessierte ;-)

Ebenso erfuhr ich, dass nun ein Flugpate gesucht werden müsse – was aber von Mallorca nach Berlin (ich wohnte zu dieser Zeit im nordwestlichen Berliner Umland) kein Problem sein sollte, so hieß es. Wie das mit den Flugpatenschaften funktioniert wusste ich natürlich nicht.

Also rief ich nun 1-2x täglich auf Mallorca an und fragte, ob schon einer gefunden wurde.
Da ich selbst in kein Flugzeug steige hatte ich sogar schon überlegt, einer Freundin den Flug zu bezahlen, damit sie mir mein Hündchen abholt – diese Ungewissheit, wann sie zu mir kommen könnte, hat mir wirklich sehr zugesetzt!

Am Freitag (mein Geburtstag!) kam dann die erlösende Nachricht, dass für Sonntag ein Flugpate gefunden wurde und sie kommen könnte! Sonntag! In zwei Tagen!

Mit meiner Vermittlerin in Deutschland hatte ich noch nicht wieder gesprochen. Ich hatte noch keinen Vertrag, Geld hatte ich somit auch noch nicht überwiesen und war in großer Sorge, ob ich sie denn wirklich bekommen würde.
Ich habe mich auch nicht getraut, die Vermittlerin anzurufen – womöglich hätte sie mir einen „Strich durch die Rechnung“ gemacht?
(Dass alle Verantwortlichen inzwischen natürlich miteinander gesprochen hatten und einer Reise seitens des Vereins nichts im Wege stand, konnte ich ja nicht ahnen ;-))

Zwischendurch fragte ich mich, ob die Ähnlichkeit zu meiner ersten Hündin nicht vielleicht doch zu groß sein könnte und ich somit der neue Hund vielleicht eine zu große (emotionale) Hürde überwinden müsste?
Ich war mir aber schnell sicher, dass „die Neue“ ihren eigenen Platz in meinem Herzen bekommen würde – und so war es auch!

Am Sonntag fuhr ich also aufgeregt zum Flughafen und konnte meine Kleine in Empfang nehmen.
Ja: Meine Kleine!

Sie sah winzig in der Box aus und war mit 45 cm deutlich kleiner, als ich sie mir vorgestellt habe aber das war egal. Alles war egal – Hauptsache, sie war endlich da!

Ich klappte noch die Rücksitze um, so dass ich die Transportbox direkt hinter meinen Sitz stellen konnte und nicht hinten auf der Ladefläche stehen musste.

Sie mochte keine Schmackos!
Welcher Hund mag denn - bitteschön - keine Schmackos?
Mir war bis dahin jedenfalls noch keiner begegnet und ich hatte nix anderes mit..

Während der Fahrt plapperte ich ohne Pause (der arme Hund…) – ich war so glücklich und steckte irgendwann den Finger durch das Gitter - ich wollte sie endlich berühren und Kontakt aufnehmen.
Und sie schmiegte sich an!

(Später kam mir mal der Gedanke, dass das auch hätte schief gehen können, aber ich bekomme heute noch Gänsehaut bei der Erinnerung - Es ging mir wirklich durch und durch.)

Sie war wirklich sofort „Meine“.
Sie „strahlte“ mich an, reagierte auf jedes Wort, fühlte sich offensichtlich sofort wohl und nach einer Woche hatte ich dann endlich einen Namen gefunden (nein, ich wollte meinen Hund nicht Maria- Rooosaaa rufen): Mia - das war ihrem bisherigen Namen immerhin noch etwas ähnlich.

Ich konnte mein Glück immer noch kaum fassen.
Sie war (bzw. ist es natürlich immer noch, im März wird sie 15 Jahre alt) ein großartiger Hund. Freundlich, aufmerksam, gelehrig, folgsam; plündert, klaut und zerstört nix , jagt nicht (Mäusebuddeln zählt nicht) – es gibt wirklich keine einzige negative Eigenschaft. Keine!

Ich entdeckte tatsächlich sehr viele Ähnlichkeiten zu meiner ersten Hündin (nicht nur das Aussehen, auch der Gang und z. B. die Art, in die Grasbüschel bei den Mäuselöchern zu beißen und ´rauszurupfen) – das war schon fast unglaublich! Viele Hundert Kilometer entfernt – also quasi am anderen Ende der Welt – gab es einen Hund, der meiner ersten so sehr ähnelte!
Und ich erfreue mich bis heute an jeder Ähnlichkeit, ohne dass ich vergleiche.

Schaut mal:

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(Links jeweils meine erste Hündin mit ca. 6 Monaten 1989 - rechts Mia)

Übrigens hätte Mia jeden Vergleich gewonnen ;-)

Die Aufregung vor Mias Ankunft, das ganze Drumherum dieser für mich völlig neuen Erfahrung hat dafür gesorgt, dass ich nicht so tief in die Trauer um meinen geraden verstorbenen Hund versunken bin.
Für mich war das der richtige Weg, da bin ich mir sicher.

(Falls hier ein Vermittler mitlesen sollte der zwischendurch wegen des Vermittlungsablaufs, meiner „Eigeninitiative“ und Ungeduld mit den Augen gerollt hat: Jaaahaaa, ich weiß! Bitte habt etwas Ver- ständnis für Leute in emotionalen Ausnahmezuständen;-))

An meiner kleinen Geschichte, meinem Glück, diesen wundervollen Hund zu bekommen sieht man, dass es durchaus möglich ist beim Anblick eines Fotos zu wissen: „Ja, das ist MEIN Hund!“ – und dass das dann auch genau so ist!

Und wenn es bessere Fotos von ihr gegeben hätte, wäre sie jetzt vermutlich nicht bei mir, sondern jemand hätte sie mir vorher weggeschnappt.

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Mia Apr 2009
(Mia, 6 Jahre alt - April 2009)

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Mia Jan 2010
(Mia, fast 7 Jahre alt - Januar 2010)

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Herbst 2015
(Mia, 12 Jahre alt - Herbst 2015)

Inzwischen hat ihr Hörvermögen (deutlich) und auch das Sehvermögen (etwas) nachgelassen - mein "Vorzeigehund" hört also nicht mehr auf den ersten Pfiff. Und schon gar nicht, wenn ich nur ein leises "Pffffft" heraus bringe...

Hoffentlich bleibt sie noch sehr lange bei mir!

(Auf dem letzten Bild ist links noch ein weißes Tierchen zu erkennen --> Das ist der Protagonist einer anderen Geschichte.)

01.12.2017

03.12.2017


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Oder einen Gutschein über einen Tierheimbesuch im neuen Jahr!

Niemals ein Tier verschenken, ohne zuvor gefragt zu haben, ob es erwünscht ist!!
Eltern sollten sich immer bewußt sein, daß SIE die letztendliche Verantwortung für ein Tier haben und nicht das Kind - Egal ob Hund, Katze oder Meerschweinchen und egal, was man vorher sagt!!

 

 

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